Die Erfolgsgeschichte geht weiter

Autor / Redakteur: Silvia Lulei / Silvia Lulei

„Der Beginn war holprig“, erinnert sich Schorsch Ullein, Vorstand der Aventi AG, an die ersten Schritte als Mehrmarkenhändler. Mittlerweile hat Aventi Automobile Übung darin. Dazu waren allerdings strategische Weichenstellungen nötig, an denen Ullein und sein Vorstandskollege Marc Dotterweich im letzten Jahr gefeilt haben.

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Vollkommen ungeplant kam die Aventi Automobile AG vor fünf Jahren zu ihrem ersten Mehrmarkenautohaus. Damals gab Nissan die Initialzündung. Denn der Importeur, der seit 2001 mit Renault verbandelt war, verlangte von den Händlern Neubauten für die asiatische Marke. Am gewünschten Standort in Bamberg hätte sich die Investition nicht gelohnt. Zeitgleich erhielt Aventi die Option auf einen Opel-Betrieb in Bamberg, in dem ein separater Nissan-Showroom eingerichtet werden sollte. Das Ergebnis war das erste Opel/Ford/Nissan-Autohaus in Deutschland. In diesem Jahr kam noch ein zweites in Nürnberg dazu: Dort wurde aus dem ehemaligen Nissan-Standort im vergangenen Jahr zunächst ein Ford-Autohaus mit Nissan-Servicevertrag und kürzlich ein Renault/Ford/Dacia-Mehrmarkenhaus.

„Der Beginn war holprig“, erinnert sich Vorstand Schorsch Ullein an die ersten Schritte als Mehrmarkenhändler. Mittlerweile hat die Aventi AG Übung darin. Dazu waren allerdings einige strategische Weichenstellungen nötig, an denen Ullein und sein Vorstandskollege Marc Dotterweich im letzten Jahr gefeilt haben.

Klare Strukturen schaffen

Das oberste Ziel war, klare Strukturen zu schaffen. Denn sowohl die Hersteller als auch die Kunden und die Mitarbeiter brauchen eine klare Orientierung in dem schnell gewachsenen Unternehmen, das das Ergebnis einer Fusion ist. Die beiden Renault-Händler Dotterweich und Ullein haben 2001 jeweils ihre drei Autohäuser in die Partnerschaft eingebracht.

Mittlerweile sind aus den sechs Standorten elf geworden, und neben der Marke Renault sind noch fünf weitere sowie Servicebetriebe für Nissan und Skoda dazugekommen. Die Aventi-Gruppe gehört heute zu den 50 größten Autohandelsgruppen in Deutschland.

In nur sechs Jahren von einer auf sechs Marken – da legten die Oberfranken ganz schön Tempo vor. „Manche Gelegenheit kommt eben kein zweites Mal. Da muss man zugreifen“, meint augenzwinkernd Marc Dotterweich, der seinen Vater Franz im letzten Jahr auf dem Vorstandsposten abgelöst hat. Der Firmen-Mitgründer Franz Dotterweich sitzt nun im Aufsichtsrat der AG.

Zentrales Backoffice

Der Start in das gemeinsame Unternehmen verlief aber nicht so reibungslos wie gedacht. Obwohl beide Partner dank ihrer jeweils drei Autohäuser schon Erfahrungen mit Filialbetrieben in das gemeinsame Unternehmen einbrachten, war die EDV-technische Verschmelzung nur eine von mehreren Herausforderungen.

Sie war die Grundlage für eine zentrale Backofficeverwaltung, von der aus jeder Standort gesteuert, verwaltet und mit Informationen zu wichtigen Arbeitsabläufen versorgt wird. Diese Abteilung überwacht die Kennzahlen, steuert die markenübergreifende Buchhaltung und stellt für die Fabrikatsmanager und Centerleiter Bestands- und Kundenzufriedenheitsübersichten, etc. zusammen.

Standorte in Regionen eingeteilt

Darüber hinaus haben Dotterweich und Ullein die zehn Standorte in drei Regionen eingeteilt: Die Region Nürnberg umfasst Nürnberg, Lauf und Schwabach; die Region Bamberg erstreckt sich von Bamberg über Steinsdorf bis Burgebrach und die Region Schweinfurt beinhaltet die Betriebe in Haßfurt und Sennfeld. Jede Region hat einen Regionalleiter, der jeweils in einem Autohaus der betreffenden Region eingesetzt ist.

Die Konzentration auf den regionalen Markt war eine Richtlinie der selbstgewählten Strategie. Für Ullein ist wichtig, „dass die Filialen alle bequem erreichbar sind“. Das ist auch für die Fabrikatsmanager bei Aventi ein wesentlicher Aspekt, wenn sie schnell in den einzelnen Betrieben vor Ort gebraucht werden. Für das nächste Jahr stehen bereits vielversprechende Projekte auf dem Plan: In Bamberg wird die Ausstellungsfläche für Opel und Hyundai auf mehr als 700 m2 vergrößert.

Desweiteren wird es ein eigenes Callcenter geben, das Zufriedenheitsabfragen macht, Reklamationen bearbeitet, die Kundendaten pflegt und an Werkstatttermine erinnert. Das Servicecenter wird unter anderem dafür sorgen, dass die Werkstätten gleichmäßig ausgelastet sind.

Denn Aventi startet mit einem einheitlichen Servicekonzept (siehe Werbemotiv für den Jahreskundendienst). Mit attraktiven Festpreisen will Aventi eine preisgünstige Alternative zum Herstellerkundendienst anbieten.

Aufbau eines Businesscenters

Die vierte große Aufgabenstellung für 2009 ist der Aufbau eines Businesscenters in den Regionen Bamberg und Nürnberg. Unter der Marke „aventi business“ (siehe Logo) will sich die Gruppe einen Namen als Profi für das Nutzfahrzeuggeschäft machen.

Die Ausstellungsfläche für die Transporter von Opel, Ford, Renault und Hyundai wird ausgebaut, und die Geschäftskundenberater werden auf die Bedürfnisse der gewerblichen Kunden vorbereitet. Neben dem Servicekonzept für Privatkunden wird es auch eines für Gewerbekunden geben – mit schnell verfügbaren Ansprechpartnern, Overnight-Service und Service für Spezialbauten. Das Callcenter unterstützt die Aventi-Flottenprofis bei der Kundenansprache und Marktbearbeitung. Erst in diesem Jahr hat Aventi Stefan Hipelius als Leiter für das Backoffice von „aventi business“ eingestellt.

Chancen sehen, prüfen und schnell handeln – so haben die Bamberger in den letzten Jahren rund um das Autobahnkreuz A70/A73 expandiert. Und es scheint so, als ob die Erfolgsgeschichte zügig weitergeschrieben wird.

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