Volkswagenkonzern Die Gespräche zur Zukunftssicherung starten noch im September

Quelle: dpa 2 min Lesedauer

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Bereits in zwei Wochen wollen Unternehmensführung und IG Metall die Zukunft der VW-Beschäftigten verhandeln. Die Unruhe ist groß. Parallel dazu macht Aufsichtsratschef Hans Dieter Pötsch der Politik schwere Vorwürfe.

Nur den Durchblick behalten: Die Stimmung bei VW ist mies, der Aufsichtsratschef sieht nun Fehler in der Politik. Aber hat er vorher genau hingesehen?(Bild:  Volkswagen)
Nur den Durchblick behalten: Die Stimmung bei VW ist mies, der Aufsichtsratschef sieht nun Fehler in der Politik. Aber hat er vorher genau hingesehen?
(Bild: Volkswagen)

Im Streit um einen möglichen Stellenabbau bei Volkswagen wollen VW und die Gewerkschaft IG Metall jetzt am Verhandlungstisch nach einer Lösung suchen. Am 25. September wollen beide Seiten erstmals in Hannover zu Verhandlungen zusammenkommen, wie Unternehmen und Gewerkschaft mitteilten. Die eigentlich erst ab Oktober geplante Tarifrunde werden daher vorgezogen. Neben der regulären Entgeltrunde solle dabei auch über die jüngst von VW gekündigte Beschäftigungssicherung verhandelt werden.

VW hatte Anfang September angekündigt, wegen der angespannten Lage seine Sparpläne zu verschärfen, und schließt Kündigungen und Werkschließen nicht länger aus. Die seit 1994 geltende Beschäftigungssicherung wurde aufgekündigt, ebenso die Übernahmegarantie für Auszubildende und Vergütungsregeln für Leiharbeiter. Sollte es bis Mitte 2025 keine Einigung mit der Gewerkschaft über eine Neuregelung geben, so droht VW mit Entlassungen.

Die Gewerkschaft kündigte harte Verhandlungen an. „Wir werden in den Verhandlungen deutlich machen: Werksschließungen und Massenentlassungen wird es mit uns nicht geben. Wenn nötig, dann werden zehntausende Kolleginnen und Kollegen dies mit Nachdruck untermauern“, sagte Niedersachsens IG Metall-Bezirksleiter Thorsten Gröger, auf dessen Initiative die Tarifrunde vorgezogen wurde.

Betriebsrat bleibt bei „roten Linien“

Betriebsratschefin Daniela Cavallo, die mit am Verhandlungstisch sitzen wird, hatte zuvor klare rote Linien genannt: Betriebsbedingte Kündigungen und Werkschließungen werde der Betriebsrat nicht hinnehmen, so Cavallo. In der vergangenen Woche hatten die Beschäftigten bereits in mehreren Betriebsversammlungen an allen deutschen VW-Standorten gegen die Pläne des Vorstands protestiert.

Für die 120.000 VW-Beschäftigten in Deutschland gilt ein eigener Haustarif. Bisher wurde darüber immer erst kurz nach der Tarifrunde für die gesamte Metall- und Elektroindustrie verhandelt. In Niedersachsen beginnen die Verhandlungen über den Branchentarif am heutigen Donnerstag in Hannover. Die IG Metall fordert für die Branche und auch für VW sieben Prozent mehr Lohn.

Aufsichtsratschef Pötsch kritisiert Politik

Die Unternehmensführung sucht inzwischen auch an anderer Stelle nach Sparpotenzial – bei der Politik: VW-Aufsichtsratschef Hans Dieter Pötsch fordert die EU zur Lockerung der bisherigen CO2-Flottenziele für die Autobauer auf. „Wir wissen heute, dass die Nachfrage nach Elektroautos in Europa weit hinter den Erwartungen zurückbleibt“, sagte Pötsch, der auch Vorstandsvorsitzender der Porsche Automobil Holding ist, laut Redemanuskript auf den „Wiener Elektrotagen“. „Die Elektromobilität wird sich durchsetzen, aber es wird mehr Zeit brauchen“, sagte er. Als Konsequenz müssten die CO2-Ziele für 2025, 2030 und 2035 adjustiert und an die Realität angepasst werden.

Die Politik habe der Industrie Vorgaben gemacht, ohne dass die notwendige Infrastruktur vorhanden gewesen wäre, kritisierte Pötsch. Auch sei nicht ausreichend überlegt worden, ob die Kunden denn beim Umstieg auf die E-Mobilität überhaupt mitmachen. Damit sich die E-Mobilität durchsetzen könne, brauche es mehr öffentliche Unterstützung. Wegen des schleppenden Hochlaufs der E-Mobilität forderten bereits mehrere Automanager, die Ziele aufzuweichen oder zumindest zeitlich zu strecken, darunter BMW-Chef Oliver Zipse und Volkswagenkonzernboss Oliver Blume.

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