Mazda Die H-Kennzeichen-Oldies 2026

Von Steffen Dominsky 4 min Lesedauer

Neben vermeintlicher Durchschnittsware boten die Japaner vor 30 Jahren auch echte Typen für Fahrspaß, komfortables Reisen und multifunktkionales Transportieren.

1996 ging die erste Generation MX-5 ihrem Ende entgegen. Mit 1.000.000 verkauften Exemplaren zwischen Februar 1989 und April 2016 ist der MX-5 der meistverkaufte Roadster weltweit.(Bild:  Mazda)
1996 ging die erste Generation MX-5 ihrem Ende entgegen. Mit 1.000.000 verkauften Exemplaren zwischen Februar 1989 und April 2016 ist der MX-5 der meistverkaufte Roadster weltweit.
(Bild: Mazda)

1996 war die Autowelt noch eine andere – auch dank Mazda. Die japanische Marke ging schon damals eigene Wege und überraschte in diversen Fahrzeugsegmenten mit eigenständige Modellen, die jetzt, 30 Jahre nach ihrer Erstzulassung, die Altersgrenze für ein amtliches H-Kennzeichen erreichen. Darunter sind drei Sportler der ersten Mazda-MX-Familie, die avantgardistischen Xedos Modelle und die in Deutschland besonders beliebten Baureihen 323 und 626. Aber auch der 121 (Typ JASM) als neuer schicker Cityflitzer und der variable MPV für Family-Fun und Freizeit zeigten 1996 ihr Potential als Herzensgewinner. Heute, 30 Jahre später, sind die Fahrer der jungen japanischen Oldtimer im Vorteil, wenn es darum geht, das für eine H-Kennzeichen-Zuteilung notwendige Gutachten zu erhalten, in dem ein weitgehend originaler und guter Fahrzeug-Erhaltungszustand be-scheinigt wird – sagt Mazda. Schließlich sind die japanischen Modelle traditionell besonders zuverlässig und langlebig, was nicht von der Hand zu weisen ist.

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Für Fahrspaß: der Roadster MX-5 und die Sportcoupés MX-3 und MX-6

2026 feiert der Kult-Roadster MX-5 bereits seinen 37. Geburtstag und hat fast alle zwischenzeitlichen Konkurrenten überlebt. Unverändert geblieben bis heute ist das zuverlässige Fahrvergnügen, das der agile Roadster zum moderatem Preis beschert. Genau mit diesen Qualitäten war bereits die erste Generation des Mazda MX-5 (NA) im Jahr 1996 auf dem Weg zum meistverkauften Roadster aller Zeiten. Das Konzept des klassischen Roadsters mit Frontmotor und Hinterradantrieb in die Moderne führen – nicht als Kopie, sondern als neues Original mit eigenen charismatischen Linien und Eigenschaften – mit diesem Anspruch war der erste Mazda MX-5 (NA) 1989 gestartet – und 1996 zum Vorbild vieler Nachahmer avanciert.

Zum Modelljahr 1996 zeigte der MX-5, dass schon eine effiziente 66 kW/90 PS starken Basismotorisierung genügt, um maximalen Fahrspaß zu haben nach dem japanischen Gedanken des Jinbai Ittai, jener perfekt ausbalancierten Einheit von Pferd und Reiter. Den Verkaufserfolg des MX-5 feierte Mazda vor 30 Jahren mit neuen Sondereditionen, die schnell in Sammlergaragen verschwanden und heute entsprechend gesucht sind: So präsentierte sich das auf 530 Einheiten begrenzte Sondermodell MX-5 „Cosmo“ im März 1996 in frühlingsfrohem Viola-Rot-Metallic-Lack, und die 600 Einheiten der Edition „Bi-Color 1.6“ wurden ab Mai 1996 mit rotschwarzen Ledersitzen ausgeliefert.

Selten geworden ist heute auch eine andere sportliche Fahrzeugkategorie, die vor 30 Jahren im Trend lag: Agile und erschwingliche Sportcoupés. Mazda bot damals hier gleich zwei Modelle an: Der kompakte und handliche Mazda MX-3 beeindruckte unter anderem mit einem kraftvollen, flachbauenden Leichtmetall-1,8-Liter-Sechszylinder: Zu jener Zeit der kleinste Großserien-V6 auf dem deutschen Markt. Zu den kompaktesten und leichtesten Motoren seiner Hubraumklasse zählte auch der 2,5-Liter-V6 Motor im Mazda MX-6. Dieses elegant gezeichnete V6-Coupé – alternativ gab es einen 2,0-Liter-Vierzylinder – punktete auch mit dem optionalen Mazda-4WS-System. Eine Allradlenkung, die einen kleineren Wendekreis und geringere Lastwechselreaktionen bei raschem Fahrspurwechsel ermöglichte.

Erfolg auch in der Kompakt- und Mittelklasse

Vor 30 Jahren punkteten auch die Modelle 121, 323 und 626 bei den Kunden. Während der im Januar 1996 in dritter Generation lancierte Mazda 121 demonstrierte, wieviel Fahrspaß und Lifestyle mit einem auf knappe Parklücken und kleine Budgets zugeschnittenen Cityflitzer – erstmals mit sparsamem Diesel – möglich ist, feierte Mazda in der Kompaktklasse 1996 das Produktionsjubiläum „10 Millionen Mazda 323“ mit dem Sondermodell „323 Gold“. Auch in fünfter Generation zählte der Mazda 323 damals zu den meistgekauften Importmodellen in Deutschland, dazu trug auch der in Coupé-Linien gezeichnete fünftürige Typ 323 F bei, auf Wunsch mit 2,0-Liter-V6 unter der Haube. Damals einmalig in der Kompaktklasse: Den dreitürigen 323 bot Mazda in gleich zwei Karosserievarianten an, der 323 C übernahm die Rolle des selbstbewussten Designjuwels, und der 323 P fungierte als konservatives Steilheck. Komplettiert wurde das Angebot durch die Stufenhecklimousine 323 S.

Neue Größe in der Mittelklasse zeigte der 1992 eingeführte und 1996 facegeliftete Mazda 626 vierter Modellgeneration. Der als Stufenheck und praktisches Schrägheck lieferbare 626 wuchs auf fast 4,70 Meter Länge und punktete mit technischen Raffinessen. So gab es einen 2,5-Liter-V6-Benzinmotor oder einen der weltweit ersten hocheffizienten Diesel mit Comprex-Druckwellenlader, aber auch permanenten Allradantrieb und die elektronisch geregelte Allradlenkung 4WS.

Eigenständig und schon damals selten: Xedos 6/9 und MPV

Das Mazda-Premiummodell Xedos 6 bestach 1996 schon seit vier Jahren mit seiner auffälligen Formgestaltung. Heute würde man ihn vermutlich als Corssover bezeichnen, den 4,56 Meter langen Zwitter zwischen Coupé und Limousine. Er glänzte mit geringen Karosseriespaltmaße, neue Verglasungstechniken und Türdichtungen die Wind- und Fahrgeräusche auf das Niveau der Luxusklasse reduzieren. Dazu passte ein vibrationsarm laufender V6, alternativ gab es einen Vierzylinder. Noch exklusiver war der größere Xedos 9, der zum Modelljahr 1996 ein neues Triebwerk im Angebot hatte: Einen 2,3-Liter-V6, der nach dem Miller-Cycle-Prinzip arbeitete – damals eine absolutes Alleinstellungsmerkmal.

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Autos als Lebens- und Rückzugsraum für Familie und Freizeit, diese Idee kommt aus Japan, einem Land, in dem Wohnraum knapp und teuer ist und in dem der Trend zum minimalistischen Tiny House seinen Ursprung fand. So führte Mazda auf dem Heimatmarkt schon 1966 das Modell Bongo ein, einen Vorläufer moderner Vans. Im Jahr 1996 war es dann die zweite Generation des MPV, die im Van-Segment Akzente setzte und heute Oldtimerstatus erreicht. Auf nur 4,67 Meter Länge bot der Van sieben Passagieren viel Komfort, eine vorbildliche Sicherheitsausstat-tung und Liebe zum Detail, etwa ein cleveres Ablagesystem für Getränkedosen und Utensilien.

Mazda Classic – Automobil Museum Frey

Einen Überblick über die neuen Mazda H-Kennzeichen-Klassiker und weitere Meilensteine aus der über 100-jährigen Geschichte des innovationsfreudigen japanischen Automobilherstellers mit dem Mut zum Anderssein gibt die Ausstellung von Mazda Classic – Automobil Museum Frey in Augsburg. Über Öffnungszeiten und die Exponate informiert das Museum unter www.mazda-classic-frey.de.

Classic Business Day | 18. November 2026

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