Carsharing Warum ein VW-Händler jetzt eingestiegen ist

Von Julia Mauritz 5 min Lesedauer

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Mit Carsharing lässt sich Geld verdienen: Das stellt das Ford Carsharing unter Beweis. Doch im Vergleich zur Vermietung ist dieses Geschäftsmodell deutlich komplexer. Warum das Autohaus Südbeck dennoch den Einstieg gewagt hat.

Das Autohaus Südbeck plant, das Carsharing auszubauen.(Bild:  Autohaus Südbeck)
Das Autohaus Südbeck plant, das Carsharing auszubauen.
(Bild: Autohaus Südbeck)

Die Zeiten, in denen das Carsharing als „die“ Mobilitätsform der Zukunft propagiert wurde, sind vorbei. Das heißt allerdings nicht, dass das Wachstum ins Stocken geraten ist. Das belegen die Zahlen des Bundesverbands Carsharing e. V. Demzufolge sind 2022 sowohl die Zahl der Fahrberechtigten und der Fahrzeuge als auch die Orte mit einem Carsharing-Angebot im Vergleich zum Vorjahr deutlich gestiegen: Zum 1. Januar 2023 waren in Deutschland knapp 4.473.000 Fahrberechtigte für das Carsharing angemeldet – 31,8 Prozent mehr als 2021. Die Zahl der angebotenen Fahrzeuge erhöhte sich im gleichen Zeitraum um 12,4 Prozent auf 33.930 Fahrzeuge. Angeboten wird Carsharing mittlerweile in 1.082 Städten und Gemeinden – das sind 147 Orte mehr als im Vorjahr. Vor allem kleinere Städte sowie Gemeinden im ländlichen Raum sind neu hinzugekommen.

Die Reviere in den deutschen Metropolen sind größtenteils unter den Carsharing-Platzhirschen abgesteckt. Das Wachstum in der Fläche eröffnet dagegen gerade Autohäusern die Chance, ins stationsbasierte Carsharing einzusteigen. Das Cloppenburger VW-, Seat- und Cupra-Autohaus Südbeck, das mit rund 90 Mitarbeitern circa 1.350 Neu- und Gebrauchtwagen jährlich verkauft, ist vor zwei Jahren mit einem stationsbasierten Carsharing gestartet. Geschäftsführer Andreas Raker hatte sich an die 40.000-Einwohner-Stadt gewandt, um Kooperationsmöglichkeiten auszuloten. Die bekundete gleich großes Interesse am neuen Mobilitätsangebot und stellte dem Autohaus Südbeck drei kostenlose Parkplätze in bester Lage am Busbahnhof, am Rathaus und am Bahnhof zur Verfügung. „Wenn wir die Parkplätze selbst zahlen müssten, wäre das Carsharing finanziell nicht darstellbar gewesen“, bemerkt Andreas Raker.