Krieg am Persischen Golf Die Konjunkturerwartungen brechen dramatisch ein

Quelle: dpa 2 min Lesedauer

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Explodierende Energiepreise haben die Konjunkturerwartungen in Deutschland, aber auch im Euroraum deutlich gedämpft. Die wirtschaftliche Erholung wird damit mehr Zeit benötigen, die Rahmenbedingungen für den Neuwagenabsatz bleiben trüb.

Die Kraftstoffpreise bleiben hoch, die Konsumstimmung ist im freien Fall.(Bild:  frei lizenziert/mit Google Gemini bearbeitet /  Pixabay)
Die Kraftstoffpreise bleiben hoch, die Konsumstimmung ist im freien Fall.
(Bild: frei lizenziert/mit Google Gemini bearbeitet / Pixabay)

Der Iran-Krieg hat fast schon erwartungsgemäß zu einem Einbruch der ZEW-Konjunkturerwartungen im März geführt. Das Stimmungsbarometer des Forschungsinstituts ZEW fiel gegenüber dem Vormonat für Deutschland um 58,8 Punkte auf minus 0,5 Punkte, wie das Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung am Dienstag in Mannheim mitteilte. Volkswirte hatten im Schnitt einen weniger deutlichen Rückgang auf plus 39,2 Punkte erwartet.

„Der ZEW-Index ist eingebrochen. Die Eskalation im Nahen Osten treibt die Energiepreise massiv nach oben und sorgt für steigenden Inflationsdruck“, kommentierte ZEW-Präsident Achim Wambach. Die Finanzmarktexperten seien skeptisch, dass es zu einem schnellen Ende des Konflikts kommen werde.

„Kaum eine Branche erfährt eine Verbesserung im März“, hieß es in der Mitteilung. Besonders betroffen durch das Kriegsgeschehen sind die energieintensiven Branchen. Die deutlichsten Rückgänge haben daher die Chemie- und Pharmaindustrie sowie die Automobilbranche und der Maschinenbau erlitten.

„Der Energiepreisschock droht die Erholung der deutschen Volkswirtschaft spürbar zu verzögern“, kommentierte Volkswirt Marc Schattenberg von der Deutschen Bank die Zahlen. Die Erholung der deutschen Wirtschaft dürfte jedoch nicht vollständig zum Erliegen kommen. Das Rüstungs- und Infrastrukturprogramm wirke stabilisierend, da es auf binnenwirtschaftliche Impulse abziele.

In der Eurozone insgesamt zeigte sich bei den Erwartungen ein ähnliches Bild wie in Deutschland. Die Erwartungskomponente fiel um 47,9 Punkte auf minus 8,5 Punkte. In der Eurozone trübte sich allerdings auch die Bewertung der aktuellen Lage ein. Diese sank um 16,3 Punkte auf minus 29,9 Punkte.

Spritpreise steigen noch leicht

Währenddessen legen die Spritpreise weiter leicht zu. Im bundesweiten Tagesdurchschnitt des Montags waren Superbenzin und Diesel um 0,3 und 0,1 Cent teurer als noch am Sonntag, wie aus Zahlen des ADAC hervorgeht. Eine Maßnahme für mehr Transparenz im Kraftstoffmarkt soll die neue Tankregel gegen die ständigen Preisänderungen sein. Ob die Maßnahme auch preissenkend wirke, sei jedoch unklar, dämpfte der Präsident des Bundeskartellamts, Andreas Mundt, die Erwartungen.

Die Politik, zumindest die Unionsparteien, scheint von der Wirksamkeit jedoch überzeugt. Die Maßnahme gegen die „zappelnden Preise“ (Mundt) sollen nicht nur vorübergehend in der akuten Krise gelten. Die Lösung werde von Dauer sein, sagte Unions-Fraktionsgeschäftsführer Steffen Bilger. Die Gesetzespläne sollen in dieser Woche im Bundestag beschlossen werden, wie Bilger mitteilte.

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