Mit dem EV3 präsentiert Kia sein erstes als reines Elektroauto konzipiertes Kompakt-SUV. Die mittlerweile zahlreiche Konkurrenz soll es mit gutem Platzangebot und hohem Ladetempo schlagen.
Ein Schiff wird kommen? Nun, so groß ist der Kia EV 3 nun auch wieder nicht.
(Bild: Rosenow – VCG)
Ziemlich genau ein Jahr nach der Präsentation des elektrischen EV9 bringt Kia die Baby-Variante des Fullsize-SUV auf den Markt. Mit 4,30 Metern Länge zielt es passgenau in das Marktsegment der kompakten SUV, dem mit einem Verkaufsanteil von rund 27 Prozent mittlerweile zweitwichtigsten Segment in Europa.
Obwohl Kia zweifellos einer der Pioniere der Elektromobilität war, ist der EV3 tatsächlich das erste vom Blatt weg als E-Auto konzipierte Kompaktmodell der Marke – bisherige Modelle wie der Niro und der Soul basierten immer noch auf Verbrennerplattformen. Und was hat das nun für Vorteile?
Im Konkurrenzvergleich, zu der das Unternehmen Modelle wie den Volvo EX 30, den Smart #1, aber auch VW ID 3 und Cupra Born zählt, soll der EV 3 sich durch besonders gutes Raumangebot sowie hohes Ladetempo auszeichnen. Ersteres lässt sich ohne direkten Vergleich natürlich schwer belegen, aber auf den sehr gut ausgeformten und bequemen Vordersitzen fühlt man sich durchaus wie in einem Fahrzeug der nächsthöheren Klasse, während Knie- und Kopffreiheit im Fond zwar besser sind als im Volvo EX30, aber weniger generös als beispielsweise im Smart #3.
Und wie sieht es beim Ladetempo aus? Auf das leistungsstarke 800-Volt-System wie beim EV 6 und EV 9 verzichten die Koreaner in dieser Fahrzeugklasse. Die maximale Ladeleistung, die Kia erst auf Nachfrage mit 128 kW bei der großen Batterie (81,4 kWh) und 108 kW bei der kleinen (58,3 kWh) angibt, hört sich erstmal nicht besonders beeindruckend an. Aber Kia rechnet lieber in gewonnener Reichweite pro Zeit, weil hier auch der Verbrauch mit herein spielt, und sieht die angegebenen 424 Kilometer in 31 Minuten als klassenführend an.
Komplett erstwagentaugliches E-Mobil
Aber solche Zahlenspielereien interessieren vielleicht E-Mobilitäts-Nerds, aber nicht die normalen Nutzer. Denen dürfte die Reichweite wichtiger sein, die Kia mit 436 beziehungsweise 605 Kilometern angibt. Während der Testfahrten in Portugal konsumierte der EV 3 auf durchaus fordernder Topographie rund 16 KWh auf 100 Kilometern.
Familien sollen laut dem Hersteller im EV 3 ein komplett erstwagentaugliches Angebot vorfinden. Im Alltag punktet das Kompakt-SUV beispielsweise mit seinem gut zugänglichen, 460 Liter großen Kofferraum. In Sachen Elektronik erbt der Kleine vieles vom Spitzenmodell EV 9, beispielsweise den dreigeteilten Bildschirm, über den sich praktisch alle Fahrzeugfunktionen steuern lassen. Eine Schalterleiste unter dem Bildschirm hilft bei der Wahl der Menüs, die Klimaanlage lässt sich mit hübsch ausgeführten Kippschaltern bedienen.
Moderne Goodies wie eine mit Chat-GPT gepimpte Sprachbedienung (derzeit allerdings noch im Beta-Satus), jede Menge Fahrerassistenzsysteme, die Vernetzung zum Handy, das den Wagen dann auf- und zusperren kann, und die Möglichkeit zu Updates und Upgrades over the Air gibt Kia seinem neuen Volumenmodell ebenfalls mit auf den Weg.
Während der Testfahrt auf den engen und kurvenreichen Straßen an Portugals Atlantikküste irritierte allerdings der Notbremsassistent mit einem Ausfall, der durch anhaltendes, nerviges Piepsen dokumentiert wurde. Hat man etwa vergessen, dass der Radarstrahl nicht um die Ecke schauen kann? Aber nein, nach einem Neustart des Fahrzeugs war der Spuk wieder verschwunden.
Niedriges Geräuschniveau im Innenraum
Auffällig war das geringe Geräuschniveau im Innenraum. Die Antriebseinheit, ein 3-in-1-Konzept des deutschen Zulieferers Vitesco (Motor, Reduziergetriebe und Inverter in einer Baugruppe integriert), ist mit Dämmmaterial verkleidet. Zum guten Fahrkomfort tragen darüber hinaus die frequenzselektiven Dämpfer bei, die sensibel auf kleine Anregungen durch Fahrbahnunebenheiten reagieren, ohne die Fahrstabilität in Gefahr zu bringen. Ebenso wie diese Dämpfer stammt auch die Halbleitertechnik auf Siliziumkarbid-Basis, die Kia für seine Leistungselektronik verwendet, aus höheren Fahrzeugklassen.
Im Innenraum setzen die Kia-Designer auf klare Formen und moderne, zu einem großen Anteil aus recycelten Abfallstoffen hergestellten Materialien. Wer auf den Leder-Chrom-Luxus aus alten Zeiten steht, mag das möglicherweise etwas frugal finden, dafür lässt die Karosseriesteifigkeit und die Passgenauigkeit der Interieurteile keine Wünsche offen: Alles passt, nichts wackelt oder hat Luft.
Der Einstiegspreis des EV 3 beträgt 35.990 Euro für die Variante „Air“ mit der kleinen Batterie. Wer die volle Reichweite wünscht, muss die Spitzenvariante GT-Line wählen, die mit 48.690 Euro in der Preisliste steht. Die ersten EV 3 sind derzeit auf dem Weg zu den Händlern, wo sie am kommenden Samstag im Rahmen eines Open Day präsentiert werden. Die für 2025 angepeilten Stückzahlen hat Kia-Deutschland-Geschäftsführer Thomas Djuren leider nicht verraten.
Stand: 08.12.2025
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Ein gutes Omen gibt es aber: Kurz vor der Markteinführung wurde der neue Kia-Stromer mit dem „Goldenen Lenkrad 2024“ in der Kategorie „Bestes Auto unter 40.000 Euro“ ausgezeichnet. Der Preis wird von den Redaktionen von „Auto Bild“ und „Bild am Sonntag“ seit 1976 vergeben.