Die Preise im Teilegroßhandel geraten unter Druck

Autor / Redakteur: Norbert Rubbel / Norbert Rubbel

Die schlechten Renditen im Neuwagenhandel veranlassen die Fahrzeughersteller und Vertragshändler dazu, ihre Originalersatzteile verstärkt an unabhängige Werkstätten zu vermarkten. Doch der Wettbewerb im freien Teilemarkt ist hart.

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Die schnelle Teileidentifikation und -verfügbarkeit sind für die Werkstätten wichtiger als günstige Preise und Rabatte.
Die schnelle Teileidentifikation und -verfügbarkeit sind für die Werkstätten wichtiger als günstige Preise und Rabatte.
(Bild: © lev dolgachov - Fotolia)

Die Grenzen zwischen dem freien und herstellergebundenen Teilemarkt verwischen immer mehr. Jeder beliefert jeden: Die Fahrzeughersteller und großen Autohandelsgruppen versorgen die freien Werkstätten mit Originalersatzteilen. Die unabhängigen Teilegroßhändler vermarkten ihre Produkte an die markengebundenen Autohäuser. Einen IAM (Interpendent Aftermarket) und OES (Original Equipment Service) werde es künftig nicht mehr geben. „Wir bekommen einen freien Teilemarkt“, sagte Helmut Wolk anlässlich des Wolk Aftermarket Forums „OE goes IAM – IAM goes OE“ in Bonn.

Etwa ein Drittel des gesamten Teilebestands in einer freien Werkstatt sind Originalersatzteile von Volkswagen, Mercedes-Benz, BMW und Co. Sie stammen aber nicht nur von den Automobilherstellern und ihren Vertragspartnern. Auch Teilegroßhändler des freien Markts wie Coler liefern an die unabhängigen Kfz-Betriebe „echte OE-Teile“. Auf der anderen Seite nehmen Autohändler wie Dello IAM-Teile in ihr Portfolio auf, um den Werkstätten ein „markenübergreifendes Sortiment“ offerieren zu können. Doch nur Ersatzteile zu liefern, reiche nicht mehr aus. „Der Erfolg eines Teilegroßhändlers hängt davon ab, welche weiteren Dienstleistungen er neben dem Verkauf von Ersatzteilen anbietet“, erklärte Wolk.