Mobile.de „Die Preisfindung ist deutlich schwieriger geworden“

Von Dr. Martin Achter 10 min Lesedauer

Anbieter zum Thema

Der Handel kauft rege zu, die Gebrauchtwagenbestände sind aktuell deshalb groß. Händler müssten bei Kunden vor diesem Hintergrund verstärkt mit dem richtigen Preis punkten, sagt Florian Baur, Vertriebschef bei Mobile.de. Helfen soll hier künstliche Intelligenz.

„Wir beobachten, dass Händler sehr häufig standardisierte Abpreisungslogiken nutzen.“ – Florian Baur, Vertriebschef von Mobile.de, sieht die Schere zwischen Händlern mit gelingender Preisfindung und solchen mit höheren Standtagen auseinandergehen.(Bild:  Mobile.de)
„Wir beobachten, dass Händler sehr häufig standardisierte Abpreisungslogiken nutzen.“ – Florian Baur, Vertriebschef von Mobile.de, sieht die Schere zwischen Händlern mit gelingender Preisfindung und solchen mit höheren Standtagen auseinandergehen.
(Bild: Mobile.de)

Herr Baur, das Gebrauchtwagengeschäft ist wieder auf dem Niveau früherer Tage angekommen. Autos bleiben heute wieder länger auf den Höfen von Händlern als noch vor zwei Jahren. Was hat sich bei den Käufern verändert?

Wir beobachten eher einen Rückgang der Standtage. Hier mag der Betrachtungswinkel eine Rolle spielen. Zum Jahresende 2024 verkauften sich Autos bei uns rund neun Prozent schneller als zu Jahresbeginn. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum waren die Standtage im Herbst stabil. Die Zahl der Aufrufe von Fahrzeuginseraten auf unserer Plattform lag im Vergleich zum Vorjahresniveau sechs Prozent höher, das Volumen an Anfragen an den Handel ist sogar um 20 Prozent gestiegen. Allerdings ist die Preisfindung nach Jahren des Anstiegs anspruchsvoller geworden. Wir beobachten, dass die Schere zwischen solchen Händlern auseinander geht, denen die Preisfindung gut gelingt, und solchen, die sich schwer tun und deren Standtage steigen. Die Zahlungsbereitschaft der Kaufinteressenten ist gesunken, die Preisfindung deutlich schwieriger geworden.