Die Reifenwechseltage kommen

Autor / Redakteur: Jan Rosenow / Dipl.-Ing. (FH) Jan Rosenow

Von Oktober bis Ostern sollte man Winterreifen fahren – demnächst beginnt also die Sommerreifenzeit. Viele Kfz-Betriebe nutzen organisierte Räderwechseltage zur Kundenbindung.

Von Oktober bis Ostern, so lautet eine bekannte „Eselsbrücke“, sollten Autofahrer Winterreifen fahren. Nun steht Ostern vor der Tür und damit die Sommerreifenzeit. Bei höheren Temperaturen sorgen Sommerreifen dank ihrer Profile und Gummimischungen nicht nur für mehr Fahrstabilität, eine bessere Straßenhaftung und kürzere Bremswege, sondern auch für einen spürbar geringeren Kraftstoffverbrauch.

„Wer aus Kostengründen auf eine Umrüstung verzichtet, spart an der falschen Stelle. Spätestens ab Ostern gehören Winterreifen in den Sommerschlaf“, bringt es Frank Wingerath, Reifenexperte beim Autoservice-Dienstleister Vergölst, auf den Punkt. Er empfiehlt den Autofahrern zudem, die demontierten Winterreifen in der Fachwerkstatt einlagern zu lassen: „Dort werden sie unter idealen Bedingungen aufbewahrt und sind für den nächsten Winter top vorbereitet.“

Reifenwechsel zur Aktion machen

Die Wochen um Ostern bringen deshalb Hochbetrieb in den Kfz-Betrieben, die erkannt haben, wie wichtig das Reifengeschäft und die Einlagerung für regelmäßige Kundenkontakte ist. Denn wegen der immer länger werdenden Serviceintervalle ist der saisonale Reifenwechsel mittlerweile eine der wenigen Chancen, Autobesitzer überhaupt noch in den Betrieb zu holen.

Viele Kfz-Betriebe organisieren deshalb Räderwechseltage, um die Termine zu bündeln, weitere Werkstattleistungen zu verkaufen oder mit kleinen Aktionen die Kundenbindung zu verbessern. Das kann zum Beispiel ein kostenloses Frühstück sein, während der Kunde auf sein Auto wartet, eine Kinderbetreuung mit Hüpfburg oder ähnliches.

Besonders in den Automeilen bietet es sich an, dass mehrere Betriebe die Räderwechseltage gemeinsam gestalten. Und wer sagt eigentlich, dass nicht auch mehrere Autohäuser gemeinsam ein Räderlager erstellen und nutzen können, um die Lagerkosten für alle zu senken?

Werkstattservice und Nachrüstteile anbieten

Der Umrüsttermin ist zudem eine gute Gelegenheit, den Kunden einen gründlichen Frühjahrscheck und sinnvolle Nachrüstungen anzubieten. Das Wuchten der ausgelagerten Sommerräder sollte ohnehin ein selbstverständliches Angebot sein, da es den Fahrkomfort und die Sicherheit erhöht. Darüber hinaus sollte der Serviceberater den Autofahrer auf eine Klimaanlagenwartung ansprechen und eine gründliche Unterbodenreinigung und -versiegelung empfehlen, um den im Winter angesammelten Schmutz und das Streusalz loszuwerden.

Dieselfahrern könnte er zudem einen Nachrüstpartikelfilter anbieten – schließlich ist 2009 das letzte Jahr, in dem der Staat die Nachrüstung mit 330 Euro Steuervorteil fördert. Auch andere Nachrüstprodukte vom Tagfahrlicht bis zum Navigationsgerät könnten während der Räderwechseltage einen Nachfrageschub erleben, denn schließlich warten die meisten Kunden direkt im Autohaus auf ihren Wagen und haben zeit, sich mit dem Zubehörangebot des Betriebs zu beschäftigen. Das die Teile- und Zubehörverkäufer an den Räderaktionen teilnehmen und dabei nicht nur an Reifen denken, sollte Pflicht sein.

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