Die S & G Automobil AG ist dem Stern verpflichtet

Autor / Redakteur: Joachim von Maltzan / Joachim von Maltzan

Seit 110 Jahren ist die Karlsruher Unternehmensgruppe S & G Partner von Mercedes. Sie ist damit der weltweit älteste Händler von Merdes-Benz.

„Bertha kommt!“, rufen sich die vielen wartenden Menschen auf den Straßen in Bretten zu. Und da kommt sie schon: Gemächlich tuckernd fährt das Automobil mit der Dame am Steuer vorbei. Der Corso der ihr folgenden Oldtimer steuert nun das Gelände der Firma S & G an.

Aber wir schreiben das Jahr 2008 und nicht das Jahr 1888, und natürlich ist es nicht die echte Bertha Benz, die das betagte Fahrzeug steuert. Es ist die Bertha-Benz-Gedächtnisfahrt zur 120. Wiederkehr des denkwürdigen Ereignisses, das schließlich in die Annalen der Automobilgeschichte einging.

Es ist nur folgerichtig, dass diese Gedächtnisfahrt von einem Besuch bei S & G unterbrochen wird, denn das Autohaus ist ebenso ein Symbol für die Geschichte von Daimler-Benz in Nord- und Mittelbaden.

„Seit 110 Jahren glauben wir an die „Zukunft des Automobils“ – kein Autohaus weltweit setzt länger auf den Stern als S & G. Das macht uns besonders stolz.“ So steht es einleitend auf der Internetseite des Karlsruher Unternehmens.

Dabei hat S & G durchaus Grund, nicht nur auf seine Historie stolz zu sein. Denn es sammelt geradezu Auszeichnungen: Sei es bei der „Best-of-Service-Team“ von Mercedes, bei dem das S & G-Team, nach der erneuten deutschen Meisterschaft, den weltweit dritten Platz erreichte; oder die Auszeichnung von „Auto, Motor und Sport“ als bester Mercedes-Benz-Betrieb für S & G-Pforzheim; oder einer der Top-Plätze beim »kfz-betrieb«-Vertriebs-Award. Immer ist S & G in vorderster Linie vertreten. Man merkt: Der weltweit älteste Mercedes-Benz-Partner und Großvertreter der Mercedes-Benz-Organisation zu sein, ist für S & G Ansporn und Verantwortung zugleich – schließlich fakturieren in Deutschland neben den Niederlassungen nur zwei Mercedes-Händler direkt an den Kunden. S & G, früher Schoemperlen & Gast, ist heute eine Unternehmensgruppe mit 21 Betrieben, die sich nach wie vor als Familienunternehmen versteht, auch wenn die Gesellschaft inzwischen in der Rechtsform einer Aktiengesellschaft geführt wird. Die Nachkommen der Gründerfamilien Schoemperlen und Gast sind immer noch die alleinigen Gesellschafter. Auch wenn sie die Führung des Unternehmens in fremde Hände gelegt haben, beeinflussen sie über den Aufsichtsrat ganz wesentlich die Geschicke der Firmengruppe.

Mercedes-Großvertreter

Die Ursprünge des Unternehmens liegen in der Automobil-Centrale, die Ernst Schoemperlen 1898 in Karlsruhe gründet. 1908 wird Walter Gast Teilhaber, nachdem Schoemperlen und Gast sich 1905 beim Beheben einer Panne kennengelernt haben; so entsteht die Firma Schoemperlen & Gast. Gemeinsam leiten die beiden Gründer das Unternehmen, bis sie sich 1936 aus dem Geschäftsleben zurückziehen. Die Eigentümerfamilien bringen das Unternehmen erfolgreich über den Zweiten Weltkrieg und den Wiederaufbau, ziehen sich aber 1973 aus der aktiven Leitung des Unternehmens zurück und überlassen fortan die Führung Fremdgeschäftsführern.

Bereits frühzeitig wuchs das Unternehmen kontinuierlich. Zu dem Karlsruher Gebiet kam bald die Region Offenburg dazu. Beide Gebietsteile waren aber von Anfang an durch die Mercedes-Niederlassung in Baden-Baden getrennt. Nach der Wende kam die Region Halle dazu. Heute ist die Firma S & G in Nordbaden mit Betrieben in Karlsruhe, Bretten, Bruchsal, Ettlingen und Pforzheim vertreten. Die Ortenau wird von den S & G-Autohäusern in Offenburg, Achern, Kehl und Wolfach aus bedient. In Sachsen-Anhalt ist S & G in Halle, Merseburg, Querfurt, Aschersleben, Sangerhausen und Eisleben tätig.

S & G vertritt in seinen heute 21 Betrieben mit 1.326 Mitarbeitern die Fabrikate Mercedes, Smart, Mitsubishi und Kia. Mercedes stellt aber nach wie vor das Hauptstandbein des Unternehmens dar, im Verkauf wie im Service. Schließlich trugen 86 Prozent der Neuwagen, die das Unternehmen im letzten Jahr auslieferte, den Stern auf der Haube. Der Mehrmarkenhandel stellt für Ritz daher nicht das vordringlichste Geschäftsmodell für S & G dar. Viel wesentlicher ist für ihn der Service in seinen Betrieben. In einem perfekten Service sieht er die Zukunft für die Unternehmensgruppe. Schon heute spielt der Kundendienst bei S & G eine Schlüsselrolle, nicht nur bei den Erträgen, sondern vor allem in der Verantwortung des Hauses gegenüber dem Kunden. Die Unternehmensleitlinien spiegeln das wider. Der Kunde steht dort immer im Mittelpunkt. Ritz: „Der Wahlspruch unseres Unternehmens – ‚Sie fahren gut mit S & G‘ – verbindet in umfassender Weise Produkt, Dienstleistung, Kunden und Mitarbeiter.“ Um diesem hohen Anspruch gerecht werden zu können, investierte das Unternehmen viel in die eigenen Mitarbeiter.

Service als Schlüsselrolle

Auch soziale Verantwortung spielt im Haus S & G eine große Rolle; in den letzten Jahren hat das Unternehmen zwei Stiftungen ins Leben gerufen: 1988 anlässlich des 90. Firmenjubiläums die Ernst-Schoemperlen-Stiftung, deren Stiftungszweck die Förderung von Kraftfahrzeugtechnik und Kraftfahrzeugwirtschaft an der Universität Fridericiana in Karlsruhe ist: und im Jahr 2000 die S & G-Stiftung zur Unterstützung von Unfallopfern und zur Förderung der Verkehrssicherheit mit Schwerpunkt im Kinder- und Jugendbereich.

Für 2009 steht auf der Agenda von Ritz an vorderster Stelle, dafür zu sorgen, dass das Unternehmen auch in schwierigen Zeiten seinen stabilen wirtschaftlichen Kurs beibehält. Ritz sagt dazu: „Die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen und Einflüsse sind von S & G nicht zu ändern. Deshalb werden wir uns auf die Dinge konzentrieren, die wir beeinflussen können.“ Dazu gehören ein ständiger Vergleich der eigenen Leistungsdaten und betriebswirtschaftlichen Kennzahlen mit denen anderer Mercedes-Benz-Partner und die kontinuierliche Optimierung der Gemeinkosten. S & G war schon immer kostenorientiert ausgerichtet und wird diesen Prozess 2009 weiterhin forcieren. An vorderster Stelle steht für das Management die Aufgabe, sich noch mehr an den Bedürfnissen des Kunden auszurichten.

Ritz betont: „Nur eine hohe Kundenzufriedenheit und ein umfassendes Serviceangebot geben uns die Chance, das durch die rückläufigen Zulassungen schrumpfende Servicepotenzial optimal auszuschöpfen“. ?

(ID:277295)