Die wichtigsten Fakten zu E10 und Motoröl

Redakteur: Steffen Dominsky

Auch auf das Betriebsmittel Motoröl hat der im neuen Biokraftstoff E10 enthaltene Ethanol Auswirkungen. Das Unternehmen Fuchs Europe Schmierstoffe gibt Antworten auf häufig gestellte Fragen.

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Der neue Mischkraftstoff E10 sorgt nach wie vor für Diskussionen. Groß ist die Angst vieler Autofahrer, dass durch die Ethanol-Beimischung die Motoren Schaden nehmen könnten. Volker Schuylenburg, Produktmanager beim Schmierstoffspezialisten Fuchs, gibt Antworten auf Fragen im Zusammenhang mit Motoröl und E10:

Wie wichtig ist gutes Motorenöl im Zusammenhang mit der Verwendung von Super E10?

Präventiv sollte man bei Verwendung von E10 auf Motorenöle umsteigen, die den neusten Anforderungen gerecht werden. Da bekanntlich der Verschleiß im Motor beim Kaltstart sehr hoch ist, sollte man dem Motor mit dem passendem Öl den Kaltstart erleichtern. Dies spart Kraftstoff und verringert gleichzeitig den Verschleiß. Ein weiteres Risiko besteht darin, dass Ethanol durch Oxidation (Alterung) Säuren ausbilden kann, die zu Korrosion und korrosiven Verschleiß führen können. Vorsorglich empfehlen wir, Motorenöle mit gutem Neutralisationsvermögen bzw. guter Oxidationsstabilität einzusetzen.

Da die meisten Verbraucher keine Motorenöl-Experten sind, fällt es ihnen schwer, die geeigneten Öle zu identifizieren. Die Fuchs-Vertriebspartner sind Fachbetriebe, die geschult sind und wissen, welches Fahrzeug problemlos für E10 geeignet ist und welche Schmierstoffe die Leistungsreserven haben, die helfen, den Verchleiß bei E10-Betrieb sicher zu verringern. Generell gilt: Je höherwertiger das Motorenöl, desto größer die Leistungsreserven, um negativen Einflüssen entgegenzuwirken.

Was passiert, wenn Super E10 ins Motoröl gelangt? Sind die Auswirkungen andere, als bei Super E5?

Generell gilt: Je höher der Ethanolanteil, desto höher auch das damit verbundene Risiko. Wie bereits beschrieben besteht die Möglichkeit der Säurebildung, die dem Motoröl ein gutes Neutralisationsvermögen und eine gute Oxidationsstabilität abverlangt. Aus E85-Feldversuchen wissen wir, dass die sogenannte Basenzahl im Motoröl deutlich schneller absinkt als bei Verwendung von ethanolfreien Kraftstoffen. Dass es abrupt zu kapitalen Motorschäden, bedingt durch Interaktion von E10 Kraftstoff und Motoröl kommt, ist eher nicht zu erwarten. Wahrscheinlicher sind mittel- bis langfristige Auswirkungen, die dazu führen, dass über die Lebensdauer der Kraftstoffverbrauch stärker ansteigt, die Motorleistung stärker nachlässt, der Ölverbrauch steigt und der Motor früher ausfällt. Als gefährdet gelten dabei Lagerungen (Gleitlager, Buchsen) und der Bereich von Kolben, Kolbenring und Zylinder.

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