Überbetriebliche Unterweisung in Theorie und Praxis
Theorie und Praxis der überbetrieblichen Unterweisung stellten ZDK-Referent Joachim Syha und Rudolf Nießen vom Trainings-Centrum Kraftfahrzeugtechnik (TraCK) in Düren vor. Syha ging dabei in erster Linie auf die theoretischen Grundlagen und die in den Ausbildungsordnungen definierten Inhalte ein. Nießen berichtete, wie das Dürener Zentrum diese Vorgaben in der Praxis umsetzt. Seiner Meinung nach kommt es vor allem darauf an, mit den Azubis kundenorientiert, auftragsbezogen, fallbezogen und handlungsorientiert zu arbeiten. Das bereite die Jugendlichen gleichzeitig auf die Gesellenprüfung vor, in der das Fachgespräch eine große Rolle spiele. Um dieses Fachgespräch zu trainieren, müssen die Lehrlinge am TraCK beispielsweise die Ergebnisse ihrer Arbeiten während der überbetrieblichen Ausbildung immer wieder vor der Gruppe vortragen.
Um bei der überbetrieblichen Ausbildung in Deutschland überall die gleiche Qualität zu gewährleisten, hat ein Arbeitskreis eine Mindestausstattungsliste für Bildungszentren erarbeitet und erstellt derzeit einen Katalog mit Arbeitssituationen, mit denen die Trainer die Inhalte möglichst handlungsorientiert vermitteln können. Syha zeigte auf dem Kongress einige Beispiele aus diesem Katalog. Ein Pilotprojekt zur Integration der Elektromobilität soll nach seinen Angaben allerdings erst aufgelegt werden, wenn die Überarbeitung des Berufsbildes für den Kfz-Mechatroniker abgeschlossen ist, die der ZDK für 2013 erwartet.
Wie die E-Mobilität in den überbetrieblichen Bildungsstätten behandelt werden könnte, beleuchtete Torben Karges vom Berufsbildungsinstitut Arbeit und Technik an der Uni Flensburg. Nach seiner Ansicht ist es sehr wichtig, dass auch schon Auszubildende mit dieser Technik konfrontiert werden. Gerade die Kenntnis der Sicherheitsmaßnahmen und die Anwendung der Sicherheitsregeln beim Umgang mit HV-Systemen könnten hervorragend in die überbetriebliche Ausbildung sowie in den Berufschulunterricht integriert und somit Bestandteil der Erstausbildung werden. Karges plädierte aber dafür, dass die Elektromobilität nicht wie ein neues Thema in einem zusätzlichen Kurs behandelt werden solle. Es eigne sich vielmehr dafür, in bestehende Kurse integriert zu werden.
Frühe Nachwuchswerbung
Der Leiter des Bildungsmanagements der Handwerkskammer Aachen, Wilhelm Grafen, stellte eine Maßnahme vor, mit der sich seine Institution um Fachnachwuchs bemüht. Das Programm „Startklar“ diene dazu, Jugendlichen frühzeitig, systematisch und praxisbezogen Berufsorientierung zu bieten. Sie sollen verschiedene Berufsfelder sowie den Arbeitsalltag kennen lernen und ihre eigenen Interessen und Stärken erkennen.
Das Programm erstreckt sich über vier Jahrgangsstufen und erfolgt zum Teil im Rahmen des Haupt- und Realschulunterrichts, teilweise auch auf freiwilliger Basis. In der siebten Klasse erhalten die Schüler eine Potenzialanalyse, in der ihr Entwicklungsbedarf ermittelt wird. In den folgenden beiden Jahren haben sie Möglichkeit, ihre Kompetenzen in verschiedenen Berufsbildern zu testen und praxisbezogen zu lernen. In der zehnten Jahrgangsstufe sollen sie ihre Berufswahl konkretisieren; das Programm soll sie auf dem Weg von der Schule in die Ausbildung begleiten.
Die Handwerkskammer Aachen habe mit „Startklar“ sehr gute Erfahrungen gemacht, so Grafen. Die Rückmeldungen von Lehrern und Schülern fielen positiv aus. Die Jugendlichen seien motiviert bei der Sache und am Ende eher bereit, sich um einen Ausbildungsplatz im Handwerk zu bewerben.
Den krönenden Abschluss von „Auto und Ausbildung“ bildete traditionell die Auszeichnung der besten Berufsschulen im Kfz-Gewerbe. In den Pausen zwischen den Vorträgen machten die Gäste von der Gelegenheit Gebrauch, Kontakte zu knüpfen und zu vertiefen. Die Sponsoren des Kongresses Lucas-Nülle, Exponentia und Volkwagen Service Deutschland sowie die Aussteller Gopas, LD Didactic und Vogel Business Media informierten an Messeständen über ihre Produkte.
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