Die Zukunft des Autohandels
Die künftige Entwicklung im Automobilhandel stand im Fokus des Branchentreffs vom Landesverband Schleswig-Holstein. Rund 250 Teilnehmer informierten sich über die neuen Entwicklungen beim Internethandel und im Designschutz.

Die Weichen für die Zukunft werden bereits heute gestellt. Dies gilt sowohl für die weitere Entwicklung beim Designschutz und der Telematik als auch beim Neuwagenvertrieb über das Internet. „Das Internet revolutioniert ganze Branchen, es zu ignorieren, ist kein Weg für die Zukunft“, sagte ZDK-Vizepräsident Ulrich Fromme beim Branchentreff des Kfz-Gewerbes Schleswig-Holstein. Rund 250 Besucher folgten am Vorabend der Klassikertage der Einladung des Landesverbands in die Holstenhallen nach Neumünster.
Noch ist der Anteil der über das Internet verkauften Neuwagen relativ gering: Lediglich 1,5 Prozent der Fahrzeuge werden über das Netz bestellt. Doch die Bedeutung des Vertriebskanals nimmt zu. „Mittlerweile sind die Kunden bereit, auch teure und erklärungsbedürftige Waren im Internet zu kaufen“, stellte Fromme klar. Die Probefahrt, noch immer ein großes Verkaufsargument für den Handel, verliere langsam an Bedeutung. Zudem habe auch der Handel das vom Kunden gewünschte Fahrzeug häufig nicht vorrätig, sondern müsse es bestellen.
Eine Chance für den stationären Handel sieht Fromme durch entsprechende Werbemaßnahmen bei Suchmaschinen. „Wenn der Kunde sich über ein Fahrzeug im World Wide Web informiert, dann müssen die regionalen Händler auf der ersten Seite der Suchergebnisse angezeigt werden.“ Diese Art des Marketings koste die Autohäuser nicht mehr als eine klassische Anzeige in einer Tageszeitung.
Zugleich forderte Fromme eine Umstellung der Margensysteme. Würde auch das Werkstattgeschäft bonifiziert, kümmerten sich viele Händler wieder mehr um die Kunden vor Ort, betonte der ZDK-Vizepräsident.
Dem klassischen Handel die Chancen zu erhalten, war auch das Anliegen von Hartmut Röhl, Präsident beim Gesamtverband Autoteile-Handel (GVA). „Der Designschutz bei Fahrzeugen ist notwendig.“ Denn der Verbraucher kaufe ein Auto auch nach dem Aussehen. Dieses geistige Eigentum der Hersteller sei natürlich schutzwürdig.
Anders sieht es aus Röhls Sicht bei der Reparatur aus: Bei ihr wird lediglich das fehlerhafte Teil ersetzt. „Ein Fahrzeug kann nicht mit einem unpassenden Scheinwerfer ausgestattet werden“, sagte Röhl. Ein Schutzrecht für den Hersteller würde ein unzulässiges Monopol darstellen. Röhl forderte, bei der Reparatur die Alternative für den Verbraucher zu erhalten. Jede Werkstatt sollte Fremdfabrikate reparieren können.
Die Entscheidungen der Politik stehen an: Auf Bundesebene haben die Politiker eine Regelung für die kommende Legislaturperiode angekündigt. Auf EU-Ebene erwartet Röhl im kommenden Jahr verbindliche Regelungen. Er rechne mit Vorgaben im Sinne des Verbrauchers, denn viele europäische Länder hätten den Designschutz bei Ersatzteilen zugunsten des Verbrauchers geregelt.
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