Diebe gefährden Existenz Lausitzer Betriebe
Einbrüche und Diebstähle bedrohen die Existenz von Autohäusern und Werkstätten im Bereich der Kfz-Innung Oberlausitz. Obermeister Uwe Henkel fordert, endlich Maßnahmen zu ergreifen.

Nach wie vor ist die innere Sicherheit in der Oberlausitz ein Reizthema für die Kfz-Betriebe. Es fehle bislang eine Initiative der Politik und der Handwerksorganisation, mit der geeignete Maßnahmen gegen die Kriminalität getroffen werden, klagte Obermeister Uwe Henkel im Rahmen der Mitgliederversammlung der Kfz-Innung Oberlausitz.
Der Verweis der sächsischen Politik auf die sinkende Kriminalitätsrate in der Region blendet aus Sicht des Obermeisters einen Teil der Wahrheit aus: Denn die Zahl der Straftaten im Kfz-Bereich, also die Einbrüche in Autohäuser und der Diebstahl von Fahrzeugen, hätten in den vergangenen zwei Jahren rasant zugenommen.
Erst im laufenden Jahr, also zwei Jahre nach einer Veranstaltung der Innung zum Thema, habe die Handwerkskammer Dresden zum Thema innere Sicherheit eingeladen, so Henkel. Allerdings sei bei der Veranstaltung wenig herausgekommen.
Dabei bestehe dringend Handlungsbedarf. Denn für Autohäuser in der Region würden die verübten Straftaten mittlerweile existenzbedrohende Ausmaße annehmen. Denn Versicherer würden bei weiteren Schäden die Verträge kündigen, erläuterte der Obermeister.
In der Politik scheint die prekäre Lage nicht wahrgenommen zu werden: Laut Henkel verwiesen Politiker darauf, dass jeder für seine Habe verantwortlich sei. Dies gelte auch, wenn sie Begehrlichkeiten bei Dieben wecke. Die Politik schob den schwarzen Peter den Herstellern zu: Sie sollten die Fahrzeuge eben sicherer machen. Aus Henkels Sicht kommt dies einer Bankrotterklärung der Politik gleich. „Die können keine Wege aus dieser Situation aufzeigen.“ Hinzu komme die Ausdünnung der Polizei in der Region, die aufgrund der rückläufigen Bevölkerungszahl reduziert werde.
Nun will die Kfz-Innung eigene Maßnahmen ergreifen. Auf der Homepage veröffentlicht sie eine Petition mit dem Ziel, genügend Unterschriften zu sammeln und dadurch mehr Druck auf die Politik auszuüben. Denn in einem Punkt ist sich Henkel sicher: Es geht nur mit der Politik, Selbstjustiz ist kein Weg.
Für 2014 will die Innung neben der satzungsgemäßen Innungsversammlung zu einer zentralen Informationsveranstaltung einladen. Die Mitglieder sollen hier Antworten zu aktuellen Fragen in den Betrieben erhalten.
Bei den turnusmäßigen Vorstandswahlen wurde Uwe Henkel aus Löbau im Amt des Obermeisters zusammen mit seinem Vorstand bestätigt. Neu im Amt des Stellvertreters ist Marcel Schulze aus Kumschütz. Er löst Thomas Voigt ab, der aus betrieblichen Gründen nicht mehr zur Wahl antrat.
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