Diesel-AU benötigt neue Messtechnik
Für Fahrzeuge, die nach Euro 4 und 5 homologiert wurden, reichen die bisherigen Opazimeter bei der Diesel-AU nicht mehr aus. Auf die Werkstätten kommt ein neues Messverfahren zu.
Die Abgasuntersuchung (AU) für Dieselfahrzeuge muss dringend dem Stand der Technik angepasst werden. Diese zentrale Forderung stellte der 4. VdTÜV-Sachverständigentag am Dienstag in Berlin. Dafür müssten einerseits die Prüfwerte angepasst und andererseits geeignete Messgeräte eingeführt werden. „Nur so könne die AU auch künftig einen sinnvollen Beitrag zum Umweltschutz leisten“, sagte Dr. Klaus Brüggemann, geschäftsführendes Präsidiumsmitglied des VdTÜV, während der Veranstaltung.
Für die Typzulassung eines Fahrzeugs wurden die Grenzwerte für den Partikelausstoß seit 1993 drastisch reduziert. Beispielsweise erlaubte die Abgasnorm Euro 1 noch 123 mg/km. Für die Euro-4-Norm sank der Grenzwert auf nur noch 25 mg/km – nun kommen die ersten Fahrzeuge zur AU in die Werkstatt.
Die aktuelle Abgasnorm Euro 5 erlaubt sogar nur noch 5 mg/km. Mit den bisher in den Werkstätten eingesetzten Opazimetern zur Messung der Lichttrübung lassen sich so geringe Partikelkonzentrationen kaum noch erfassen. „Es wurden also Partikelgrenzwerte definiert, die an die Grenzen der bisherigen Messtechnik stoßen“, erklärte Brüggemann.
Auch kleine Partikel-Konzentrationen sind meßbar
„Deshalb sei es dringend notwendig, die Prüforganisationen und die Werkstätten mit neuer Messtechnik auszustatten. Die Arbeitsgruppe „Emission 2010“ (VdTÜV, Dekra, ZDK und ASA-Verband) hat ein neues Messgerät evaluiert, das auch die niedrigen Partikelmassenkonzentrationen der neuen EU-Normen im Abgas messen kann.
Die neuen Messgeräte sind abwärtskompatibel, das heißt sie können auch die Abgase der Fahrzeuge älteren Semesters messen. Sobald die Physikalisch Technische Bundesanstalt (PTB) in Braunschweig die Geräte abgenommen hat, können sie die herkömmlichen Opazimeter ablösen.
Zu den Gerätepreisen gibt es derzeit noch keine verbindlichen Aussagen.
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