Diesel: Auch in Hessen drohen Fahrverbote

Autor / Redakteur: Holger Zietz / Christoph Baeuchle

Statt einseitiger Fahrverbote fordert das hessische Kfz-Gewerbe eine technologieoffene Diskussion über die Reduzierung von Emissionen. Laut Marita Mang vom hessischen Umweltministerium wird es Sperrzonen aber bald geben.

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Marita Mang vom hessischen Umweltministerium rechnet mit Fahrverboten für Dieselfahrzeuge in Hessen.
Marita Mang vom hessischen Umweltministerium rechnet mit Fahrverboten für Dieselfahrzeuge in Hessen.
(Bild: Zietz/»kfz-betrieb«)

Das Kfz-Gewerbe Hessen hat einseitige Maßnahmen zur Reduzierung von Emissionen kritisiert. Stattdessen sollten aus Sicht von Landesverbandspräsident Jürgen Karpinski eindeutige Grenzwerte in den Vordergrund gerückt werden. „Die aktuellen Messwerte und statistischen Hochrechnungen dürfen aber keinesfalls eine technologieoffene Diskussion für mögliche Lösungsansätze einschränken“, sagte Karpinski anlässlich der Mitgliederversammlung des Kfz-Gewerbes Hessen.

Der Präsident betonte, dass der Dieselmotor eine deutsche Spitzentechnologie sei, mit der Wertbeständigkeit und Effizienz verknüpft werden. Ohne ihn seien die Klimaschutzziele in Europa nicht erreicht. „Deshalb kann es mittelfristig nur eine Lösung mit modernen Dieselmotoren geben, deren vorgeschriebene Emissionswerte unter reellen Fahrbedingungen eingehalten werden.“

Zuvor hatte Marita Mang angekündigt, dass auch Hessen Dieselfahrverbote in Erwägung zieht. Nach Einschätzung der Referatsleiterin im Hessischen Umweltministerium gibt es bislang noch keine Fahrverbote, weil das Urteil des Bundesverwaltungsgerichts in Leipzig noch aussteht. Es prüft die Rechtmäßigkeit entsprechender Fahrverbote. Nach Freigabe durch die höchsten Verwaltungsrichter würden die Fahrverbote sehr kurzfristig eingeführt, ist Mang überzeugt. Entsprechende Signale gebe es bereits von den untergeordneten Gerichten.

Susanne Simmler (1. Kreisbeigeordnete Main-Kinzig-Kreis) ehrt Eberhard von Keutz (Obermeister der Innung Hanau-Schlüchtern) mit dem Ehrenbrief des Landes Hessen.
Susanne Simmler (1. Kreisbeigeordnete Main-Kinzig-Kreis) ehrt Eberhard von Keutz (Obermeister der Innung Hanau-Schlüchtern) mit dem Ehrenbrief des Landes Hessen.
(Bild: Zietz/»kfz-betrieb«)

Aus Sicht der Referatsleiterin im hessischen Umweltministerium reichen die bislang geplanten Maßnahmen zur Einhaltung der Schadstoffgrenzwerte – Umstellung auf Elektro-Busse, Ausbau des ÖPNV und der Radwege sowie Verkehrsverflüssigung – nicht aus.

Als Hauptverursacher für die Stickoxidbelastung nannte Mang den Straßenverkehr. Mit Abstand folgen Industrie und Heizungen in den Privathaushalten. Fast die Hälfte der durch den Verkehr produzierten Belastung käme von Dieselfahrzeugen, so Mang. Nur schwere Diesel-Lkws würden die Grenzwerte einhalten.

Zahlreiche weitere Themen standen auf der Agenda der Mitgliederversammlung: Neben der aktuelle Situation in der Ausbildung und der anstehenden Neuordnung der Ausbildungsverordnung zum Automobilkaufmann erhielten die Teilnehmer Informationen über die neue Fahrzeuguntersuchungsverordnung, die Kalibrierung von Prüfmitteln sowie die Imagekampagne des Fabrikatshandels „Deine Autohäuser“.

Zu Beginn der Mitgliederversammlung wurde der gastgebende Obermeister Eberhard von Keutz mit dem Ehrenbrief des Landes Hessen ausgezeichnet. Bei der Abendveranstaltung erhielt Karl Möller die ZDK-Ehrennadel. Die silberne Ehrennadel des Kfz-Gewerbes Hessen wurde Wolfram-Gerhard Hüttenrauch verliehen. Andreas Wombacher und Willy-Dieter Hof wurden für ihre Leistungen im Kfz-Gewerbe mit der goldenen Ehrennadel des Kfz-Gewerbes Hessen ausgezeichnet.

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