Diskussion über Dieselpartikelfilter ist schädlich
Die Filterdiskussion sei schädlich für das Geschäft. Sie solle schnellstens aufhören, meinen die Inhaber von Servicebetrieben.
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Januar 2007: Als entscheidenden Schritt für den Umweltschutz bewertet der ZDK die finanzielle Förderung von Dieselpartikelfiltern. Rund 90 Prozent aller Betriebe schnüren für ihre Kunden Werbepakete und wollen die Nachrüstung aktiv vermarkten. Das ergibt eine Umfrage der Santander Consumer Bank und der Redaktion »kfz-betrieb«. März 2007: Gut die Hälfte der Besitzer von Dieselfahrzeugen will ihr Auto mit einem Rußpartikelfilter nachrüsten lassen und wäre bereit, über 500 Euro dafür auszugeben. Zu diesem Ergebnis kommen die ABH Marketingservice GmbH und die BBE, die 1 000 Autofahrer befragte.
Juli 2007: 50 Prozent der Kfz-Betriebe beziffern die Dieselfahrzeuge ohne Partikelfilter in ihrem Kundenstamm auf über 60 Prozent und könnten sofort nachrüsten. Doch trotz der Förderung lehnen die meisten ihrer Kunden den Einbau ab. Die Nachrüstung sei ihnen zu teuer, sagen drei Viertel der Betriebsinhaber.
November 2007: Der Filterskandal erreicht seinen Höhepunkt. Die Autofahrer sind verunsichert, weil sie an der versprochenen Partikelminderung zweifeln.
Meinungen der Betriebsinhaber
„Die aktuelle Filterdiskussion ist schädlich für unser Geschäft. Sie sollte schnellstens aufhören. Denn die Kunden sehen uns als Sündenbock, weil wir ihnen die Filter eingebaut haben“, erklärt Holger Winter, Inhaber einer Freien Werkstatt in Dresden. Winter rüstete bisher vor allem Dieselfahrzeuge mit der Euro-3-Abgasnorm um. „Die stärkste Nachfrage registrierten wir Anfang des Jahres, als die Medien darüber berichteten, dass die Städte Umweltzonen einrichten können“, so Winter.
Auch Ernst-Robert Nouvertné, Präsident des Landesverbands Nordrhein-Westfalen und Vertragshändler in Solingen, erinnert sich an gute Geschäfte: „Kunden mit älteren Dieselfahrzeugen trieb vor allem der Umweltgedanke in die Autohäuser. Die steuerliche Entlastung spielte für sie keine große Rolle.“ Immerhin baute das Solinger Unternehmen bis heute rund 1 000 Filtersätze ein.
Doch mit der Diskussion über die mangelhaften Filtersysteme wurde das Nachrüstgeschäft der Betriebe deutlich ruhiger. „In den vergangenen vier Wochen hatten wir keine einzige Anfrage nach Partikelfiltern“, ärgert sich Kfz-Meister Rolf Scheuermann aus Kitzingen. Vom erhofften Zusatzgeschäft ist der Inhaber einer Freien Werkstatt enttäuscht. „Der seit Jahresanfang bereits schleppende Absatz ist nun vollends zum Erliegen gekommen.“
Schadensbegrenzung ist das Gebot der Stunde. „Als bekannt wurde, dass den Betrieben Partikelfilter mit geringer Wirkung angeboten werden, nahm unser Großhändler die betroffenen Filter sofort aus dem Programm“, erläutert Friedhelm Quante, Inhaber einer Freien Werkstatt in Südkirchen. Sollte dennoch ein Filter schadhaft sein, „ersetzt unser Händler anstandslos die Kosten“.
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