Doppelter Sprinter-Rückruf wegen Brandgefahr und abfallendem Blaulicht

Von Niko Ganzer

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Die besondere Einbaulage eines Glühkerzenrelais könnte nach einem Unfall den Mercedes Sprinter in Flammen aufgehen lassen. Ein zweiter, sehr spezieller Rückruf betrifft gut 400 Sondermodelle der Sicherheitsbehörden.

2019er Sprinter sind bereits im letzten Jahr in den USA technisch auffällig geworden.(Bild:  Daimler)
2019er Sprinter sind bereits im letzten Jahr in den USA technisch auffällig geworden.
(Bild: Daimler)

Für den Mercedes Sprinter (VS30) der Baureihe 910 mit Frontantrieb und Dieselmotor OM651 aus dem Produktionszeitraum März 2018 bis März 2020 gibt es seit Anfang August eine größere Rückrufaktion. Das Problem lässt sich aufgrund der spezifischen Einbaulage des Glühkerzenrelais am quer verbauten Motor auf diese Fahrzeuggruppe eingrenzen. Schon ein Frontalaufprall bei niedrigerer Geschwindigkeit könnte nämlich zu Schäden am Relais führen.

Mögliche Folge ist ein Kurzschluss, ohne dass die Stromversorgung des Glühkerzenrelais vollständig getrennt wird. Dadurch besteht laut Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) erhöhte Brandgefahr bei weltweit 48.582 Fahrzeugen. Die deutschen Partnerwerkstätten rüsten daher bei 13.764 Transportern ein Abdeckgehäuse für das Relais sowie eine pyrotechnische Sicherung ihrer Stromversorgung nach. Für die Maßnahme mit den internen Codes „VS3GLUZFWD“ bzw. „5499769“ sind laut einer Konzernsprecherin etwas weniger als zwei Stunden eingeplant.

Kurioser zweiter Sprinter-Rückruf

Kurios ist ein zweiter Sprinter-Rückruf, der allerdings nur für 407 Einsatzfahrzeuge (VS30/BR907) der deutschen Bundes- und Landespolizei relevant ist. „Die Sondersignalanlage kann sich vom Fahrzeug lösen und in den Verkehrsraum gelangen“, meldet das KBA kurz und knapp. Die Blaulicht-Befestigung auf dem Dach wird daher überprüft und durch eine zusätzliche Verschraubung links und rechts sichergestellt.

Die Durchführung der Abhilfemaßnahme bei den zwischen Januar 2019 und Januar 2020 produzierten Sprintern erfolge durch den Aufbauhersteller, „daher können wir zur Dauer des Werkstattaufenthaltes keine Aussage machen“, sagte die Sprecherin. Der Rückruf mit dem Code „VS3ANBLAU“ läuft nach Informationen von »kfz-betrieb« seit Anfang des Monats.

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