Dataforce Drei Millionen Neuwagen sind wieder möglich

Von Andreas Grimm 3 min Lesedauer

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Der Juli brachte der Branche endlich wieder positive Zahlen. Auch wenn dahinter wieder Sondereffekte stecken, konstatiert die Marktforschung Dataforce einen lebhaften Markt mit Dynamik. Die scheint jedoch auch die Eigenzulassungen anzutreiben.

Auf den Händlerhöfen ist derzeit ein Kommen und Gehen – die Absatzzahlen steigen in allen Vertriebskanälen.(Bild:  Grimm/»kfz-betrieb«)
Auf den Händlerhöfen ist derzeit ein Kommen und Gehen – die Absatzzahlen steigen in allen Vertriebskanälen.
(Bild: Grimm/»kfz-betrieb«)

Der im Juli um 11,1 Prozent gewachsene Neuwagenmarkt wurde durch Zuwächse in allen Zulassungskanälen gepusht. Wie aus einer Analyse der Zahlen des Kraftfahrt-Bundesamts durch die Marktforschung Dataforce hervorgeht, legten die Zulassungen in den Einzelkanälen zwischen 6 und 29 Prozent zu. Gemessen am Volumen wuchs der Privatkundenmarkt am stärksten.

Der Privatmarkt war damit im Juli der mit Abstand wichtigste Vertriebskanal. Gut 91.300 neue Pkw wurden von Privatpersonen in den Verkehr gebracht – das waren 10.200 Einheiten oder 12,6 Prozent mehr als im Vorjahresmonat. Damit stellte dieser Käuferkreis 34,5 Prozent des Marktes.

Der zweite Nachfrage-getriebene Vertriebskanal, der Gewerbekundenmarkt, zeigt sich im Vergleich dazu deutlich weniger dynamisch. In diesem Teilmarkt legte der Absatz im Juli am geringsten zu – um 6,1 Prozent oder 4.700 Einheiten. Mit 81.300 Zulassungen ist die gewerbliche Nachfrage damit deutlich hinter das Volumen des Privatkundenmarkts zurückgefallen.

Eigenzulassungen wachsen weiter

In Stückzahlen gemessen fast ebenso stark wie der gewerbliche Markt legten die Eigenzulassungen der Hersteller und Importeure zu („Fahrzeugbau“), nämlich um 4.600 Einheiten. Das ist eine Steigerung um 28,7 Prozent im Vergleich zum Vorjahreswert. Das bereits in den letzten Monaten feststellbare starke Plus an taktischen Zulassungen der Autobauer selbst setzt sich damit fort.

Davon unbenommen weitete auch der Handel seine taktischen Zulassungen aus, allerdings nur um unterdurchschnittliche 7,5 Prozent. Zusammengerechnet summieren sich die Eigenzulassungen auf 59.600 Einheiten – und stellten damit im Juli 22,5 Prozent des Gesamtmarkts.

Die drei Millionen vor Augen

Angesichts der Marktentwicklung sieht Dataforce positiv auf das Restjahr. Der sehr lebhafte Markt habe „aus den Mustern der letzten Monate ausbrechen“ können, heißt es in der Monatsanalyse. Dass gleichzeitig alle Segmente wachsen konnten, sei zuletzt im April 2024 zu beobachten gewesen. Bleibt es bei der aktuellen Dynamik, könnte der Gesamtmarkt laut einer Dataforce-Projektion sogar die Schwelle von drei Millionen Einheiten knapp überschreiten. Das letzte Vertriebsjahr mit über 3 Millionen Pkw datiert auf das Jahr 2019.

Gleichzeitig ist den Marktforschern jedoch bewusst, dass das deutliche Absatzplus nicht zuletzt auf Sondereffekte im Vorjahr zurückgeht. Wegen einer Neuregelung zur Cyber-Sicherheit wurden im Juni 2024 viele nonkonforme Fahrzeuge in den Markt gebracht, die dann in der Juli-Statistik fehlten. Davon unabhängig bewertet Dataforce den Juli dennoch als „fundamental starken Monat“.

Triebfeder Elektromobilität

Positiv entwickelte sich erneut die Elektromobilität. BEV (+58 %) und PHEV (+84 %) verkauften sich deutlich häufiger als im Vorjahresmonat. Dabei scheinen die Zulassungszahlen weniger geschönt zu sein als im ersten Halbjahr. Laut Dataforce ist der Anteil der Eigenzulassungen der Hersteller bei den Elektroautos deutlich rückläufig. Er fiel von 27,1 Prozent im Juni auf 20,7 Prozent im Juli, „was dem niedrigsten Wert dieses Jahres entspricht“.

Gleichzeitig ging der Anteil der E-Autos in den von natürlicher Nachfrage getriebenen Segmenten nach oben. Im Privat- und im Flottenmarkt seien laut der Auswertung Höchstwerte für dieses Jahr erzielt worden. Im Privatmarkt war demnach jedes fünfte Fahrzeug vollelektrisch (20,7 %), in Flotten fast jedes vierte (23,3 %).

Transportermarkt läuft unauffällig mit

Der Transportermarkt entwickelte sich im Juli erneut sehr ähnlich wie der Pkw-Markt. „Wir sehen ein deutlich zweistelliges Wachstum mit 15 Prozent für den Gesamtmarkt und alle Segmente im Plus“, heißt es von der Marktforschung. Prozentual am stärksten gewachsen ist dabei der Absatz in Richtung Vermieter (+33 %). Das stärkste Volumenplus ging dagegen vom traditionell größten Absatzkanal aus, den Gewerbekunden (+13 % / 2.600 Einheiten).

Auch der Privatmarkt (+19 %) zeigte im Transportermarkt eine robuste Entwicklung. Weniger aktiv war dagegen der Fahrzeugbau (+7 %) in diesem Geschäftsbereich, während das Plus an Eigenzulassungen des Handels (+6 %) die Größenordnung des Gesamtmarkts hatte. Bei den Kraftstoffarten ging es für die Elektrotransporter steil nach oben, die im Juli auf 8 Prozent Marktanteil kamen.

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