Drei Rückrufe: Diverse Probleme bei Jeep
Die Modelle Cherokee, Renegade und Wrangler müssen in die Vertragswerkstatt. Probleme gibt es mit der Neunstufen-Automatik, der Anhängerkupplung und dem Airbag beziehungsweise dem Gurtstraffer.
Anbieter zum Thema

Bei Jeep laufen derzeit drei Rückrufaktionen für verschiedene Modelle. Die größte betrifft in Deutschland 2.001 Cherokee und Renegade der Modelljahre 2014 und 2015 mit Neunstufen-Automatik. Im Kabelsatz des Fahrstufensensors könne ein hoher elektrischer Widerstand auftreten, was dazu führe, dass das On-board-Diagnosesystem einen Fehlercode (DTC) setze, sagte ein Sprecher von FCA Germany auf Anfrage. „Wenn der Fehlercode gesetzt ist, stellt das System standardmäßig das Getriebe auf Leerlauf, was zu einem Verlust der Vortriebskraft führt.“ Die Vortriebskraft könne aber in der Regel durch einen Neustart des Motors wiederhergestellt werden.
In der Vertragswerkstatt wird mit einem halbstündigen Softwareupdate Abhilfe geschaffen, so dass das Getriebe künftig in den Notlauf statt in den Leerlauf schaltet. Es könne aber auch ein mechanischer Eingriff nötig sein, so der Sprecher. „Wenn bestimmte Fehlercodes vorhanden sind, muss der Kabelsatz des Fahrstufensensors ausgetauscht werden.“ Dann dauert der Werkstattaufenthalt drei Stunden. Von der Aktion „S55“ sind modellübergreifend weltweit knapp 420.000 Einheiten betroffen.
Deutlich weniger sind es bei der Aktion „S62“, bei der rund um den Globus 12.546 Jeep Renegade mit Anhängerkupplung einbestellt werden. Von den zwischen 25. August 2014 und 25. Juni 2016 gebauten Fahrzeugen wurden 747 von FCA Germany in Verkehr gebracht. „Das Fehlen von Befestigungselementen kann zu einer losen Anhängevorrichtung und zu Geräuschen am Fahrzeugheck führen. Werden die Geräusche ignoriert, kann dies zu einer teilweisen oder vollständigen Trennung der Anhängerkupplung vom Fahrzeug kommen“, erklärte der Markensprecher. Für das Prüfen und das gegebenenfalls nötige Anziehen der sechs Befestigungselemente mit dem vorgeschriebenen Drehmoment sind maximal 45 Minuten vorgesehen.
Knapp 800 von weltweit 225.000 Wrangler-Modellen müssen zudem zu deutschen Jeep-Partnern, weil sich das Kabel der Frontaufprallsensoren bei einem Unfall lösen könnte, bevor das Signal vom Rückhaltesystem-Steuergerät (ORC) erfasst werden kann. Folge: Airbag und Gurtstraffer könnten bei bestimmten Unfallsituationen nicht auslösen. „Der vorhandene Kabelsatz des Vorderwagenmoduls muss modifiziert und an einem anderen Ort befestigt werden“, beschrieb der Sprecher die Abhilfemaßnahme, für die etwas mehr als eine Stunde angesetzt ist. Diese Aktion trägt den Code „S76“ und betrifft Wrangler aus dem Produktionszeitraum 14. Juni 2015 bis 13. August 2016.
(ID:44509827)