Analyse Durchschnittliche Reparaturkosten steigen auf über 760 Euro

Von Silvia Lulei 2 min Lesedauer

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Die Kfz-Reparaturkosten steigen unaufhaltsam. Die aktuelle Schadenanalyse der Car-Garantie zeigt einen neuen Höchststand von 764 Euro im Durchschnitt an.

(Bild:  Promotor)
(Bild: Promotor)

Der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) stellte bei einer Auswertung erst vor wenigen Monaten fest, dass Ersatzteilkosten und Stundensätze deutlich gestiegen sind. Die aktuelle Schadenanalyse der Car‑Garantie bestätigt nun den Trend: Der seit Jahren anhaltende Kostenanstieg bei der Fahrzeugreparatur hat sich auch 2025 ungebrochen fortgesetzt und erreichte im vergangenen Jahr eine neue Höchstmarke. Vor dem Hintergrund geopolitischer Unsicherheiten und konjunktureller Schwankungen ist es nicht überraschend, dass die durchschnittlichen Reparaturkosten 2025 mit 764 Euro erneut über dem hohen Wert (718 Euro) des Vorjahres liegen.

Marcus Söldner, Vorstandsvorsitzender Car-Garantie: „Schon in den vergangenen Jahren war absehbar, dass sich die Reparaturkosten aufgrund der globalen wirtschaftlichen Lage, internationaler Krisen und der immer komplexer werdenden Fahrzeugtechnologie weiter erhöhen würden. Dass wir nun die Marke von über 760 Euro erreichen, unterstreicht, wie stark die sich überlagernden Einflussfaktoren auf die Automobilbranche wirken. Eine baldige Entspannung ist derzeit nicht in Sicht.“(Bild:  © www.flashpointstudio.de)
Marcus Söldner, Vorstandsvorsitzender Car-Garantie: „Schon in den vergangenen Jahren war absehbar, dass sich die Reparaturkosten aufgrund der globalen wirtschaftlichen Lage, internationaler Krisen und der immer komplexer werdenden Fahrzeugtechnologie weiter erhöhen würden. Dass wir nun die Marke von über 760 Euro erreichen, unterstreicht, wie stark die sich überlagernden Einflussfaktoren auf die Automobilbranche wirken. Eine baldige Entspannung ist derzeit nicht in Sicht.“
(Bild: © www.flashpointstudio.de)

Wie in jedem Jahr hat Car-Garantie rund eine Million ausgelaufene Garantieverträge für Neu‑ und Gebrauchtfahrzeuge analysiert, um die durchschnittlichen Reparaturkosten zu ermitteln und zentrale Trends bei Schadenhäufigkeit und Schadensumme herauszuarbeiten. Die Ergebnisse zeigen: Während der deutliche Anstieg der Kosten einerseits auf globale wirtschaftliche Herausforderungen zurückzuführen ist, verstärkt die zunehmende technologische Komplexität moderner Fahrzeuge gleichzeitig die Belastung. Elektrische Anlagen, elektronische Steuerungssysteme und eine Vielzahl sensibler Komponenten reagieren empfindlich auf Störungen – und Reparaturen werden entsprechend aufwendiger.

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Fahrzeughalter reagieren zunehmend sensibel auf die steigenden Kosten: Laut den neuesten Zahlen des DAT-Reports 2026 geben fast 60 Prozent an, aufgrund der hohen Preise seltener Werkstätten aufzusuchen. Hierdurch entgehen dem Handel nicht nur Erträge aufgrund schlechterer Werkstattauslastung, sondern es sinken auch die Kundenzufriedenheit und die Bindung an das Unternehmen.

Elektrische Anlage erstmals teuerstes Bauteil bei Neuwagen

Der Motor bleibt bei Gebrauchtwagen weiterhin die kostenintensivste Baugruppe; sein Anteil an der gesamten Schadenregulierungssumme liegt 2025 bei 24,2 Prozent und damit leicht unter dem Vorjahreswert von 26 Prozent. Die Kraftstoffanlage inklusive Turbolader folgt mit 17,2 Prozent (Vorjahr: 17,7 Prozent ), während die elektrische Anlage von 12,9 auf 13,6 Prozent steigt. Bei Neuwagen bestätigt sich der Trend der letzten Jahre noch deutlicher: Die elektrische Anlage erreicht 2025 einen Anteil von 19,3 Prozent und überholt damit erstmals den Motor. Der Motor fällt mit 16,9 Prozent (Vorjahr: 18,4 Prozent) auf Platz zwei, dahinter liegt die Kraftstoffanlage mit 13,4 Prozent (Vorjahr: 15,5 Prozent).

Elektrische Anlage am häufigsten defekt

Auch bei der Schadenhäufigkeit zeigt sich ein vertrautes Bild: Die elektrische Anlage bleibt sowohl bei Neu‑ als auch bei Gebrauchtwagen die am häufigsten betroffene Baugruppe. Bei Gebrauchtwagen steigt sie von 21,5 Prozent auf 23,2 Prozent, während sie bei Neuwagen mit 28,8 Prozent deutlich über dem Vorjahreswert von 26,1 Prozent liegt. Die zunehmende Anfälligkeit elektrischer Systeme bestätigt damit die bereits in den Vorjahren prognostizierte Entwicklung: Mit wachsender Komplexität steigen sowohl die Reparaturintensität als auch die Wahrscheinlichkeit von Defekten. Bei Gebrauchtwagen folgt auf Platz zwei die Kraftstoffanlage inklusive Turbolader mit 17,6 Prozent (Vorjahr: 18,2 Prozent), bei Neuwagen die Komfortelektrik mit 15,2 Prozent (Vorjahr: 14,9 Prozent). Platz drei nimmt bei Gebrauchtwagen der Motor mit 12,4 Prozent ein (Vorjahr: 13,5 Prozent), bei Neuwagen die Kraftstoffanlage mit 10,8 Prozent (Vorjahr: 12,9 Prozent).

Zeitpunkt des Schadeneintritts stabil

Der Zeitpunkt des Schadeneintritts bleibt weitgehend stabil. Bei Gebrauchtwagen traten 2025 in 27,5 Prozent der Fälle die Schäden innerhalb der ersten 5.000 Kilometer auf (Vorjahr: 27,1 Prozent), während 20,0 Prozent der Schäden erst nach mehr als 25.000 Kilometern registriert wurden (Vorjahr; 21,0 Prozent). 26,7 Prozent der Schäden bei Gebrauchtwagen treten erst nach über 360 Tagen auf (Vorjahr: 25,8 Prozent).

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