E-Autos in Europa kräftig im Plus

Autor Christoph Baeuchle

In ihrer Nische haben alternative Angebote europaweit kräftig zugelegt. Aber nicht alle: Rein batteriegetriebene Elektroautos sind deutlich im Plus, Plug-ins im Minus. Und noch ein weiterer Antrieb verliert: Der Diesel.

Nachfrage nach reinen Elektroautos legt zu.
Nachfrage nach reinen Elektroautos legt zu.
(Bild: Renault)

Nach wie vor entscheiden sich die meisten Autokäufer für einen Verbrenner, doch immer häufiger kaufen sie einen alternativen Antrieb. Insgesamt seien die Neuzulassungen alternativ angetriebener Autos im ersten Quartal 2019 europaweit (EU plus Efta) um 25,9 Prozent auf 340.900 Einheiten gestiegen, teilte der europäische Herstellerverband Acea mit.

Dabei entwickelten sich die alternativen Antriebsarten unterschiedlich: Während Plug-in-Hybride deutlich weniger gefragt waren (–4,5 % auf 43.200), legten Hybrid- (+32,9 % auf 192.100) und Batterieautos (+87,5 % auf 83.700) kräftig zu. Im Minus waren auch die restlichen Alternativantriebe wie beispielsweise Gas (–7,5 % auf 57.000).

„Die Zahlen des letzten Quartals geben deutliche Hinweise, dass sich der Markt für Elektroautos strukturell verändert“, sagt PWC-Autoexperte Felix Kuhnert. Die Produktion halte mit dem Wachstum der Nachfrage nach elektrisch angetriebenen Modellen allerdings nicht Schritt. „Der Markt für Elektromobilität ist in Europa derzeit sichtbar unterversorgt. Es fehlt immer noch die notwendige Produktauswahl, angekündigte Modelle etablierter Hersteller lassen auf sich warten“, so Kuhnert.

In den ersten drei Monaten war die größte Nachfrage nach Elektroautos in Norwegen zu verzeichnen (+92,4 % auf 18.700), gefolgt von Deutschland (+74,7 % auf 16.000) und Frankreich (+44,3 % auf 10.600). Auf Platz vier lagen die Niederlande mit einem Zuwachs von 103,9 Prozent auf mehr als 9.900 reine E-Autos.

„Das Beispiel Niederlande veranschaulicht sehr eindrücklich: Wenn die Infrastrukturprobleme gelöst sind, entfaltet der E-Mobilitätsmarkt eine hohe Dynamik und belegt außerdem, dass der reine Batterieantrieb das Potenzial hat, sich als Antriebsform der Zukunft durchzusetzen“, so Kuhnert.

Beim Verbrenner entwickelte sich die Nachfrage nach den beiden Antriebsarten gegenläufig: Während sich mehr Käufer für einen Benziner entschieden (+3,1 % auf 2,43 Millionen), kauften viel weniger Autofahrer einen Diesel (–17,8 % auf 1,32 Millionen).

Nur in vier Ländern konnte der Selbstzünder zulegen: In Deutschland (+2,6 % auf 291.100) wie in Estland (+1,9 % auf 3.200), Lettland (+5,2 % auf 1.800) und Litauen (+12,5 % auf 2.200) war die Dieselnachfrage im Plus, in allen anderen Ländern im Minus.

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