E-Autos: Nicht nur der Deckungsbeitrag zählt
Hyundai bringt den Ioniq mit drei alternativen Antrieben. Der österreichische Hyundai-Geschäftsführer Roland Punzengruber erläutert, was die Händler in der Alpenrepublik erwartet.

Redaktion: Herr Punzengruber, Hyundai hat einen schlechten Start in Österreich hinter sich, im Januar sanken die Neuzulassungen um 43 Prozent auf 723 Stück. Ein schlechtes Zeichen für 2016?
Roland Punzengruber: Wir haben im Dezember 2015 einen absoluten Rekord mit einem Marktanteil von 15 Prozent erzielt. Um die vereinbarten Ziele mit unserem Hersteller zu erfüllen, hatten wir zu Jahresende zahlreiche Tageszulassungen. Diese werden nun wieder abverkauft. Ab April wird die Marktanteilskurve der Neuzulassungen wieder deutlich nach oben zeigen.
Was bedeutet dies fürs Gesamtjahr?
In den verbleibenden neun Monaten setzen wir Akzente, um das erste Quartal zu kompensieren. Am Jahresende wollen wir wieder über 20.000 Einheiten liegen. Damit erfüllen wir unsere vorgegebenen Ziele.
Gibt es bei 6,8 Prozent Marktanteil noch Luft nach oben?
Das war zuletzt ein Rekordjahr. In den vergangenen drei Jahren haben wir uns bei rund 6,5 Prozent bewegt. Bei den Privatkunden sind wir nun auf dem Zenit angekommen, Potenziale gibt es noch im Flottenbereich.
In Genf stellte Hyundai den Ioniq vor. Welche Rolle spielt er in Österreich?
Die Ioniq kommt erst im Herbst, da verbleiben nur noch wenige Monate. Im nächsten Jahr wollen wir mit dem Ioniq bei Elektrofahrzeugen auf dem Podium stehen. Allerdings ist das noch ein sehr kleiner Markt mit nicht einmal 2.000 Fahrzeugen.
Der Ioniq kommt als Hybrid, Plug-in-Hybrid und reines Elektrofahrzeug. In welchem Verhältnis wollen Sie die Modelle verkaufen?
Hybrid ist natürlich unser Schwerpunkt, da der Markt bereits wesentlich stärker entwickelt ist. Dann folgen Plug-in und reines Elektrofahrzeug.
Wie nehmen Sie den Handel mit?
Bei reinen Elektrofahrzeugen ist dies schwierig. Allerdings steckt hier viel Entwicklungspotenzial. Das kommt auch in den zunehmenden Ausschreibungen größerer Flotten zum Ausdruck. Wichtig ist, dass der Handel nicht die Augen vor der Zukunft verschließt. Es ist besser, sich früh darauf einzustellen, bevor es zu spät ist. Das Geschäftsfeld ändert sich, also muss der Handel umdenken.
Aber mit Elektrofahrzeugen lässt sich weniger verdienen als mit thermischen Fahrzeugen.
Es darf nicht der reine Deckungsbeitrag zählen. Auch zusätzliche Leistungen, wie etwa der Verkauf einer Wallbox, sind Teil des Geschäftsmodells.
In Deutschland liegt die durchschnittliche Rendite der Hyundai-Händler bei rund 2 Prozent. Wie sieht dies in Österreich aus?
Da kommen wir nicht ran. Das Niveau ist niedriger. Wir haben erst mit dem Händlerbetriebsvergleich begonnen und haben noch keine repräsentativen Zahlen.
Welche Rendite streben Sie an?
Wir haben keine Zielgröße. Um die Rendite zu steigern, müssen die Händler nachhaltig wirtschaften und die Klaviatur zur Gänze spielen. Das reine Fahrzeuggeschäft reicht nicht aus. Finanzierung, Versicherung, Service – alles muss gesamtheitlich betrachtet werden. Da gibt es noch viele Potenziale zu erschließen.
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