Neuzulassungen Elektro-Endspurt treibt alle Segmente außer dem Privatmarkt

Von Andreas Grimm 2 min Lesedauer

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Das Förderende für gewerblich zugelassene E-Autos hat in verschiedenen Kanälen den Absatz in die Höhe schnellen lassen – in der Spitze um 800 Prozent. Für die nähere Zukunft bedeutet das laut einer aktuellen Analyse nichts Gutes.

Im August rollten die Auslieferungen – allerdings nur getrieben durch die auslaufende Förderung für gewerblich zugelassene E-Autos.(Bild:  Schreiner – VCG)
Im August rollten die Auslieferungen – allerdings nur getrieben durch die auslaufende Förderung für gewerblich zugelassene E-Autos.
(Bild: Schreiner – VCG)

Die Zulassungsrallye der batterieelektrischen Fahrzeuge hat die Zulassungsstatistiken im August erheblich durcheinandergewirbelt. Auch die Gewichtung der einzelnen Fahrzeugkanäle hat sich im August deutlich verändert. Vor allem aber ist der Stellenwert der gewerblichen Neuzulassungen nochmals gestiegen. Treiber der Entwicklung war das Ende der staatlichen Förderung beim Kauf von E-Fahrzeugen durch gewerbliche Käufer.

Wie aus einer Auswertung der Zahlen des Kraftfahrt-Bundesamts durch die Marktforschung Dataforce hervorgeht, kamen im August 104.755 Neuwagen über Firmen- und Flottenkunden neu auf die Straßen. Das waren 56,3 Prozent mehr als im Vorjahresmonat – bei einem allgemeinen Neuzulassungsplus von 37,3 Prozent. Der Anteil der echten gewerblichen Neuzulassungen (also ohne Eigenzulassungen und Vermietgeschäft) kletterte damit auf 38,3 Prozent. „So einen Wert gab es für den Kanal bis dato noch nie“, heißt es in einer Dataforce-Mitteilung.

Im Gegenzug verlor das ohnehin lahmende Geschäft mit Privatkunden im August nochmals an Bedeutung. Die Erstzulassungen durch diesen Käuferkreis legten nur um 13,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat zu. Es entwickelte sich einmal mehr nur unterdurchschnittlich. Nur noch drei von zehn Neuwagen wurden im August an Privatkunden ausgeliefert.

Der Einfluss der E-Autos

Getrieben wurde die Entwicklung, aber auch das Missverhältnis durch vorgezogene Zulassungen von Elektrofahrzeugen durch die gewerblichen Kunden. Blickt man jedoch genauer auf die Elektrozulassungen, zeigen sich erhebliche Vorzieheffekte nicht nur im Gewerbekundenmarkt. Während die Zahl der E-Zulassungen in jenem Kanal um 300 Prozent zugelegt hatte, legten die E-Erstzulassungen bei den Vermietern sogar um 800 Prozent zu. Der Handel erhöhte die E-Eigenzulassungen um 350 Prozent, die Autobauer um 270 Prozent. Im Privatmarkt legten die E-Zulassungen dagegen nur um 21 Prozent zu – immerhin noch etwas stärker als der Privatmarkt im Generellen.

Der Einfluss der neuen Elektroautos sorgte in einigen Kanälen laut Dataforce für Rekordmarktanteile von BEVs an den Antriebsarten. Bei den Autovermietern lag er mit 37,4 Prozent am höchsten, gefolgt von Flotten mit 36,9 Prozent und dem Fahrzeughandel mit 31,4 Prozent. Ob die deutliche Steigerungsrate bei den Vermietern auch damit zu tun hat, dass neue E-Marken wie Nio, BYD und Ora diese Unternehmen derzeit nutzen, um sich bekannt zu machen, wird sich noch zeigen müssen.

Harter Einbruch droht ab September

Die hohen Elektro-Steigerungsraten schlagen ganz generell auf die Entwicklung der einzelnen Marktsegmente durch. Die Erstzulassungen der Autovermieter kletterten über alle Antriebsarten hinweg um 53,7 Prozent. Die Eigenzulassungen des Handels legten um 44,5 Prozent zu, die Kurzzulassungen der Hersteller und Importeure um immerhin noch 34,7 Prozent.

Zumindest für die nähere Zukunft warnt die Marktforschung Dataforce nun vor einem bösen Erwachen. „Angesichts des massiven Zuwachses an elektrischen Pkw im gewerblichen Markt in diesem und letztem Monat lag der Markt über seinem natürlichen Volumen“, heißt es in der Analyse der August-Zahlen. Daher erwartet Dataforce einen starken Einbruch des Marktes in den folgenden Monaten, in denen die vorgezogenen Käufe dann fehlen.

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