Nutzungskonflikte im öffentlichen Raum
In Berlin betreibt alleine der Anbieter Be-Emobil nach Angaben des Senats derzeit 260 Ladestationen mit 490 Ladepunkten, bis zum dritten Quartal 2020 sollen es bis zu 1.140 sein. Auch die Anbieter Innogy und RWE betreiben zahlreiche Ladestationen in Berlin.
München hat 350 Ladesäulen mit 700 Ladepunkten. Ende 2019 sollen es 550 Ladesäulen mit 1.100 Ladepunkten sein. Zentrale Forderung der bayerischen Landeshauptstadt ist es, die bislang befristet angelegten Förderprogramme längerfristig fortzuführen. Unbedingt nötig sei auch eine Novelle des Wohneigentums- und Mietrechts, um den Ausbau von Ladeinfrastruktur im mehrgeschossigen Eigentums- und Mietshäusern zu erleichtern.
In Hannover und in Mainz gibt es jeweils etwa 50 Ladepunkte. Während Hannover von seiner Konzessionärin Enercity bis Ende 2019 den Betrieb von 120 Säulen mit 240 Ladepunkten erwartet, strebt Mainz nach Angaben der Stadt lediglich 15 bis 20 neue Ladepunkte bis Jahresende an. In Mainz hieß es, der öffentliche Raum sei „sehr begrenzt, es bestehen zahlreiche Nutzungskonflikte“, etwa beim Parken.
Mit Blick auf die Förderung sind aus Mainzer Sicht noch Gesetzesänderungen notwendig, so etwa einheitliche und verständliche Beschilderung sowie Regeln für Ladestationen in Garagen von Mehrfamilienhäusern. Außerdem müsste Carsharing für E-Autos gezielt gefördert werden und die Erweiterung der Stromleitungen.
In Stuttgart gibt es derzeit an etwa 200 öffentlichen Standorten 400 Ladepunkte. Bis Ende 2021 sollen nach Angaben der Stadt 300 Standorte mit 600 Ladepunkten hinzukommen. Im öffentlichen Raum sei das Hauptproblem, passende Orte für die Ladestationen zu finden. Bei den Schnelladern mit Gleichstrom gebe es Schwierigkeiten mit der Netzkapazität. Zudem seien die Kosten für Anschluss und Tiefbau höher. Bei Förderaufrufen der Bundesregierung seien die Fristen zu kurz. Der Ausbau auf privaten Flächen komme nur verzögert voran, stellte ein Sprecher der Stadt fest.
In Leipzig sind nach Angaben der Stadt momentan etwa 260 öffentlich zugängige Ladepunkte vorhanden. Man unterstütze den Aufbau von mehr Ladestationen und sei „mit den privatwirtschaftlichen Unternehmen im Austausch“. Eine Zielzahl wurde nicht genannt.
In Köln gibt es derzeit 170 öffentlich zugängliche Ladepunkte des Versorgers Rheinenergie. Hinzu kommen 50 weitere öffentliche Ladepunkte anderer Anbieter. Bis Ende 2020 sollen 400 zusätzliche Ladepunkte hinzukommen. Für den Durchbruch der Elektromobilität müsse aber auch halb-öffentliches und privates Laden gefördert und rechtlich erleichtert werden, heißt es aus dem Kölner Rathaus. Für Taxis und öffentliche Flotten sei ein dichteres Netz an Schnellladepunkten nötig.
In Düsseldorf betreiben die Stadtwerke aktuell mehr als 220 Ladepunkte. Für 2019 gibt es Planungen, mindestens eine zweistellige Anzahl von weiteren Ladepunkten zusätzlich zu installieren. Essen hat das Stadtgebiet in jeweils 200 mal 200 Meter große Einheiten aufgeteilt, die als Standorte für E-Ladesäulen dienen sollen. Dadurch soll der Aufbau der E-Ladesäulen möglichst gleichmäßig auf dem Essener Stadtgebiet erfolgen. Bisher sind 155 Anträge auf die Erlaubnis zum Ausstellen einer Ladesäule eingegangen.
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