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E-Infrastruktur bleibt weiter unbefriedigend

| Autor / Redakteur: dpa / Andreas Grimm

In deutschen Städten gibt es immer mehr Ladestationen für E-Autos. Trotzdem bleibt deren Verbreitung deutlich hinter den Erfordernissen zurück. Die Kommunen haben ein Flächenproblem und kritisieren die staatliche Förderung. Wenig erfreulich ist die Situation auf dem Land.

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(Foto: EnBW)

Die Zahl der öffentlich zugänglichen Ladepunkte für Elektrofahrzeuge in Deutschland hat sich zu Jahresbeginn deutlich erhöht. In den ersten drei Monaten kamen 1.300 solcher Stromtankplätze hinzu. Damit waren Ende März etwa 17.400 in Betrieb, wie der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) am Montag in Berlin mitteilte. Davon seien etwa 12 Prozent Schnelllader. Mehr als drei Viertel der Ladesäulen werden laut der Angaben von Energieunternehmen betrieben.

Einige deutsche Großstädte haben eigene Ausbaupläne, jedoch sind die angestrebten Zahlen immer noch überschaubar. Für die Kommunen ist es oft schwierig, Flächen für die Ladepunkte zu finden, wie eine Umfrage der Deutschen Presse-Agentur ergab. Zudem sollte die Bundesregierung die Förderung der Stromladenetze vereinfachen, hieß es.

Ein dichtes Netz von Ladestationen gilt als Voraussetzung dafür, dass mehr Elektroautos benutzt und gekauft werden. Nach Zahlen des Kraftfahrt-Bundesamtes (KBA) lag 2018 der Bestand an Elektro-Pkw lediglich bei rund 83.000 Fahrzeugen. Hinzu kamen 341.000 Hybrid-Pkw – bei einem Gesamtbestand von 57,3 Millionen Kraftfahrzeugen.

Wenig E-Autos erschweren Geschäftsmodell

„Angesichts der noch geringen Anzahl an E-Autos wird der heutige Bedarf damit bei weitem gedeckt“, stellte BDEW-Hauptgeschäftsführer Stefan Kapferer zum bestehenden Ladenetz fest. Um das Klimaziel für 2030 im Verkehrssektor zu erreiche, müssten allerdings sieben bis zehn Millionen E-Autos auf die Straße gebracht werden.

Bundesjustizministerin Katarina Barley (SPD) hat angekündigt, Eigentümern und Mietern die Errichtung von Ladestationen per Gesetz zu erleichtern. Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) hatte für ein entsprechendes Förderprogramm für den Haushalt 2020 eine Milliarde Euro zusätzlich gefordert.

In Hamburg hat die Verkehrsbehörde Ende Februar das Modellprojekt „Elbe“ mit einer Förderung von 21 Millionen Euro für bis zu 7.400 weitere Ladepunkte für Elektroautos gestartet. Das Interesse an Elektro-Ladestationen für Wohn- und Gewerbe-Gebäude, auf Betriebsgeländen und in Parkhäusern sei hoch.

Im öffentlichen Straßenraum gibt es laut Behörde mehr als 850 Ladestationen und jährlich 175.000 Ladevorgänge. Bis Jahresende sollen es 1.000 Stationen werden. Als größtes Hemmnis beim Ausbau der bundesweiten Ladeinfrastruktur sieht die Hamburger Verkehrsbehörde fehlende Geschäftsmodelle, vor allem außerhalb von Metropolen.

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