Insolvenz E-Schwalbe-Hersteller in finanzieller Schieflage

Quelle: dpa/sp-x/jr 2 min Lesedauer

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Das Münchner Unternehmen Govecs stellt unter dem Namen der in der DDR populären Moped-Marke seit einigen Jahren Elektroroller her. Nun muss es zum Insolvenzgericht.

Den Löwenanteil des deutschen E-Schwalbe-Volumens von Vertriebspartnern vermarkteten bislang die Filialen der Berliner König-Gruppe.(Bild:  Rehberg - VCG)
Den Löwenanteil des deutschen E-Schwalbe-Volumens von Vertriebspartnern vermarkteten bislang die Filialen der Berliner König-Gruppe.
(Bild: Rehberg - VCG)

Der Hersteller des Elektrorollers E-Schwalbe hat Insolvenzantrag gestellt. Grund für den Schritt des in München ansässigen Unternehmen Govecs sind die zuletzt stark rückläufigen Neuzulassungszahlen für Elektro-Mopeds in Europa, wie der vorläufige Insolvenzverwalter Michael Jaffé erklärt. Er ist nun auf der Suche nach Investoren. Helfen soll dabei, dass Govecs laut Jaffé über Exklusivrechte an der Traditionsmarke Schwalbe verfügt. Die Schwalbe war in der DDR ein sehr beliebtes Fahrzeug.

In München hat Govecs, das im laufenden Jahr Umsätze von rund 7 Millionen Euro erzielte, lediglich 8 Mitarbeiter. Produziert wird in Polen mit 35 Arbeitnehmern. Dort wurde ein Restrukturierungsantrag nach polnischem Recht gestellt. Man sei bereits mit dem dortigen Beauftragten in Kontakt, „um die Betriebsstrukturen verkaufsfähig zu erhalten“, erklärte Jaffé.

Govecs hatte sich ab 2022 auf den europäischen Endkundenmarkt ausgerichtet, wie Geschäftsführer Thomas Grübel erklärt. „Seitdem sind die Neuzulassungen von Mopeds in Europa jedoch stark eingebrochen, sowohl im Gesamtmarkt als auch bei Elektro-Mopeds. Für uns bedeutete dies, dass die geplanten Absatzzahlen nicht erreicht werden konnten, was anhaltende Verluste zur Folge hatte.“

Auch im Schlüsselmarkt Deutschland habe man die geplanten Absatzzahlen nicht erreicht. Obwohl das Filialnetz des Autohauses Gotthard König in diesem Jahr mit voraussichtlich knapp 2.000 Einheiten erstmals mehr E-Schwalben als Vespas vermarkten wird. Die König-Gruppe, die auch eine deutsche Importeurs-GmbH für die Govecs-Schwalben betreibt, war am Mittwoch für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.

Govecs wurde 2009 gegründet, 2011 debütierte mit dem GO-S ein erster Elektroroller mit bis zu 80 km/h Höchstgeschwindigkeit. Es folgten weitere Modelle mit E-Antrieb, die allerdings oft schon nach wenigen Jahren wieder vom Markt verschwanden. Für besonderen Aufmerksamkeitsschub sorgte 2019 der Marktstart der E-Schwalbe, die optisch stark an den DDR-Klassiker angelehnt ist, technisch jedoch auf einen elektrischen Antrieb setzt. Dieser stammte zunächst von Bosch. Der Konzern stellte jedoch während der Corona-Jahre sein Geschäft mit E-Rollerantrieben ein – Govecs stand ab 2022 ohne Motorenlieferant da.

In München hielt man dennoch am Projekt fest und entwickelte einen Riemenantrieb in Eigenregie. Den benötigten E-Motor lieferte ab 2023 die deutsche Firma SEG Electronics. Zunächst kehrte die in Polen produzierte E-Schwalbe als Kleinkraftrad mit technischen Updates zurück, im Frühjahr 2025 folgte eine 90 km/h schnelle 125er-Variante. Die E-Schwalbe war zuletzt das einzige Modell im Programm von Govecs.

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