EAVIT: "Vertragshandel nicht in Ketten legen"
Der europäische Verband der freien Kfz-Händler und Importeure hat sich für den Erhalt der GVO ausgesprochen.
210 Händler aus 25 Ländern trafen sich Anfang Juni in Hamburg zur Jahrestagung der European Association of Independent Vehicle Traders (EAIVT). Der vor zehn Jahren gegründete Verband hat weltweit ein funktionierendes Netzwerk unter Freien Automobilhändlern, -importeuren und Logistikexperten geschaffen. Selbst aus Amerika, Afrika und Asien reisen Teilnehmer zu den jährlichen Meetings an.
Auf dem Programm der diesjährigen Tagung stand unter anderem die bevorstehende Entscheidung um die GVO. Axel Bierer von der EU-Wettbewerbskommission trug die Ergebnisse des Evaluierungsberichts vor und entfachte damit eine engagierte Diskussion. Dr. Thomas Herzig, Präsident des Bundesverbandes freier Importeure (BfI) und offizieller Landesverteter für Deutschland im EAIVT, fürchtet, dass mit dem Fall der GVO der Zugang zu Fahrzeugen mit günstigen Nettopreisen abgeschnitten sein könnte. Die GVO könne zwar modifiziert werden, solle aber auf jeden Fall weitergeführt werden, wünscht sich Herzig.
EAIVT-Präsident Marco Belfanti appellierte an die Wettbewerbskommission, sie solle dafür sorgen, dass die Händler mehr Freiheiten bekommen: "Der Vertragshandel darf nicht in Ketten gelegt werden." Seiner Meinung nach habe der Fabrikatshändler kaum Möglichkeiten, sich zu entwickeln. Die meisten Händler dürften nur machen, was die Hersteller ihnen diktieren, sagte Belfanti im Hinblick auf die Verkaufsstandards.
Bierer zeigte sich skeptisch hinsichtlich deregulierter Standards. Er räumte allerdings ein, die Hersteller würden diese Vorgaben übertreiben und damit die Fahrzeugpreise in die Höhe treiben. Sein Fazit lautete jedoch: "Ich vertraue auf den Markt. Der wird das regulieren." Das sei eine naive Sicht der Brüsseler Bürokratie, widersprach Ansgar Klein, Vorstand des Bundesverbandes freier Kfz-Händler. Die Wirklichkeit sehe anders aus: Die Hersteller verkaufen direkt an die Freien Händler und behindern damit auf subtile Weise ihre Vertragshändler." Es gebe eine Ungleichheit im Kräftefeld zwischen Vertragshandel und Herstellern - von der die Freien Händler gut leben, wie die vielen Wortmeldungen zu diesem Thema zeigten.