Edscha verkauft Cabrio-Sparte an Webasto

Redakteur: Dipl.-Päd. Gerd Steiler

Der insolvente Remscheider Autozulieferer sichert durch den Verkauf der Geschäftseinheit Cabrio-Dachsysteme (CDS) an den Konkurrenten Webasto europaweit rund 1.200 Arbeitsplätze – 800 davon an den bayerischen Standorten Hengersberg und Regensburg.

Der insolvente Autozulieferer Edscha hat seinen Geschäftsbereich für Cabriodächer an den Konkurrenten Webasto verkauft. Über den Kaufpreis haben beide Parteien Stillschweigen vereinbart. Wie das Unternehmen am Dienstag am Firmensitz in Remscheid mitteilte, können mit der Übernahme durch Webasto (Stockdorf bei München) europaweit alle rund 1.200 Arbeitsplätze – 800 davon an den bayerischen Standorten in Hengersberg und Regensburg – gesichert werden.

Insolvenzverwalter: „Bestmögliche Lösung“

„Ich freue mich sehr, dass wir eine Lösung mit dem Partner gefunden haben, der der Cabrio-Sparte von Edscha die besten und aussichtsreichsten Perspektiven bietet. Webasto ist sehr erfahren, etabliert und ergänzt sein Portfolio mit der Cabrio-Sparte von Edscha hervorragend“, so Edscha-Insolvenzverwalter Dr. Jörg Nerlich.

Die Trennung der Geschäftseinheit Cabrio-Dachsysteme (CDS) von den Karosserieprodukten ist nach Ansicht des Insolvenzverwalters „die bestmögliche Lösung für das Unternehmen, die Beschäftigten und die Gläubiger“. Ziel sei es, die Edscha-Gruppe so aufzustellen, dass sie sich langfristig erfolgreich auf dem Markt positionieren könne. Derzeit werde ein detailliertes Integrationskonzept erarbeitet. Nerlich sucht nun für die zweite Edscha-Sparte für Karosserieprodukte ebenfalls nach Investoren. Er zeigte sich zuversichtlich bis zum Spätsommer eine Einigung mit einem potenziellen Partner erzielen zu können.

Unternehmensangaben zufolge sollen die bayerischen Standorte von Edscha CDS in Hengersberg und Regensburg sowie die europäischen Standorte, Velky Meder (Slowakei) und Coventry (Großbritannien), erhalten bleiben. Webasto plant, den eigenen Cabrio-Geschäftsbereich mit rund 400 Mitarbeitern mit dem von Edscha, in dem derzeit rund 1.200 Mitarbeiter beschäftigt sind, in einer neuen Gesellschaft unter Führung des bisherigen Edscha-Managements zusammenzuführen.

Krise stürzt Edscha

Die Webasto AG mit Sitz in Stockdorf bei München erwirtschaftete laut Mitteilung im vergangenen Geschäftsjahr 2008 einen Umsatz von rund 1.6 Milliarden Euro und zähle damit zu den „100 größten Automobilzulieferern weltweit“. Der Automobizulieferer, dessen Kernkompetenzen in der Entwicklung und Produktion kompletter Cabrio-, Dach- und Karosseriesysteme sowie Heiz-, Kühl- und Lüftungssysteme für Pkw und Nutzfahrzeuge liegt, beschäftigt an 50 internationalen Standorten rund 6.500 Mitarbeiter.

Der Vorstand der Edscha AG hatte am 2. Februar Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens für die europäischen Standorte der Edscha-Gruppe gestellt (wir berichteten). Grund für den Insolvenzantrag waren Unternehmensangaben zufolge „die massiv rückläufigen Entwicklungen am weltweiten Automobilmarkt“ sowie der „deutlich verschlechterte Zugang zur Finanzierung auf den Kapitalmärkten“. Die Edscha-Gruppe beschäftigte zuletzt rund 5.500 Mitarbeiter und erzielte im Geschäftsjahr 2007/2008 einen Gesamtumsatz von über einer Milliarde Euro.

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