Effiziente Mobilität
Autofahren ist häufig alles andere als effizientes Reisen. Christoph G. Kamber, Flottenchef Swisscom, Bern, Schweiz, und Präsident des Schweizer-Fahrzeug-Flottenbesitzer-Verbands spricht sich für eine sinnvolle Kombination der Verkehrsträger aus.
Anbieter zum Thema
Redaktion: Was ist in Sachen Umweltbelastung zu tun
Christoph G. Kamber: Fast jeder möchte sich für die Umwelt engagieren. In der Mobilität wird die Differenz zwischen dem Wollen und dem Tun jedoch am sichtbarsten. Jeder will Mobilität, die die Umwelt nicht belastet, doch kaum jemand ist bereit, einen Schritt zu tun. Wir wollen nicht auf Individualität verzichten.
Was heißt für Sie Mobilität
Mobilität heißt Fortbewegung von A nach B. Obwohl uns technische Möglichkeiten wie Telefonieren, Videokonferenz, Online-Chat und vieles mehr zur Verfügung stehen, muss gereist werden. Denn all diese Instrumente ersetzen nie den persönlichen Kontakt. Sicher ist jedoch, dass diese Mittel zu wenig genutzt werden.
Wie lauten hier die Forderungen an Unternehmen
Die Anforderungen sind enorm. Ökonomisch heißen sie: Rentabilität, Flexibilität und Effizienz. Ökologisch geht es darum, den Schadstoffausstoß zu reduzieren und weniger fossile Treibstoffe zu nutzen. Dafür wird es ein Downsizing der Fahrzeugflotten hinsichtlich Fahrzeuggrößen und Motorleistungen geben. Außerdem werden wir zunehmend umweltschonende Antriebe und Treibstoffe nutzen.
Was verstehen Sie unter effizienter Mobilität
Effiziente Mobilität ist das Thema der Zukunft! Die Devise heißt: Mit ökonomischem Bewusstsein das soziale Verhalten ökologisch gewinnend ändern. Betrachten wir die Reisezeit für Geschäftsreisen als Arbeitszeit, müssen dieselben wirtschaftlichen Maßstäbe wie bei der Produktion gelten. Wir müssen die Ressourcen effizient ausschöpfen.
Sprich, die Effizienz der Transportmittel ist gefragt.
Fakt ist: Die Reisezeit einer Bahnreise kann ein Mitarbeiter bis zu 70 Prozent als Arbeitszeit nutzen. Während einer Reise mit dem Auto kann er maximal 10 Prozent, während einer Flugreise maximal 30 Prozent arbeiten. Das richtige Transportmittel zu wählen lohnt sich. Um dies den Mitarbeitern aufzuzeigen, hat die Swisscom ein IT-Tool erstellen lassen; es kann darstellen, welches Transportmittel aus ökonomischer und ökologischer Sicht am effizientesten ist. Sinnvolles Reisen erfolgt jedoch häufig mit einer Kombination der Verkehrsträger. Diese nutzt nicht nur der Umwelt, sondern bietet den Unternehmen auch wirtschaftliche Vorteile.
Heißt das, das Automobil ist der Buhmann der Nation
Das Automobil ist und bleibt das Transportmittel Nummer eins. Es müssen jedoch mögliche Alternativen genutzt werden.
Welche Rolle sehen Sie für den Automobilhändler in Sachen Mobilität
Die Rolle des Händlers wird schwieriger. Einerseits soll er mehr Fahrzeuge verkaufen und Geld verdienen. Andererseits soll er dem Kunden das effizienteste Fahrzeug verkaufen. Langfristige Kundenbindung ergibt sich durch Partnerschaft im Sinne von Beratung und Unterstützung. Die Händler sollten hier mehr denn je ihr Wissen und ihre Erfahrungen einbringen. Kein leichtes Unterfangen.
Und was können die Hersteller für die Kundenbindung tun
Die Hersteller müssen auf die Bedürfnisse der Kunden eingehen. Im Business brauchen wir Fahrzeuge, die die Rolle von Werkzeugen übernehmen. Sprich, die Einsatzmöglichkeiten und der Nutzen für den Kunden müssen im Zusammenhang mit seiner Aufgabe im Vordergrund stehen.
Ihr Fazit
Wir müssen Verantwortung übernehmen und nach Alternativen suchen. Effizientes Reisen und damit die beste Kombination der Verkehrsträger muss der Grundgedanke der Mobilität sein.
(ID:222141)