Effizientes Remarketing über Carauktion
Um das Remarketing von Fahrzeugen effizienter und transparenter zu gestalten, entwickelte der Schweizer Remo Capeder eine Software für Fahrzeugauktionen.
Remo Capeder hatte es satt, unendlich lange Excel-Tabellen zu bearbeiten. Das war sein Job als Leiter Occasionen bei der Amag Leasing. Er bot per Fax Leasing-rückläufer an, übertrug die Angebotspreise fein säuberlich in seine ungeliebten Excel-Tabellen und musste dann noch unzählige Telefonate mit Händlern führen, die den Preis nochmal nachverhandeln wollten.
Transparenz gefragt
Das Remarketing von Fahrzeugen an sich machte ihm Spaß. Nur sollte es seiner Meinung nach effizienter und vor allem transparenter vonstatten gehen. Zudem wollte Capeder sicher sein, dass er für die zurückgegebenen Autos Höchstpreise erzielte.
Doch er fand kein System, das seinen Ansprüchen gerecht wurde. Also entwickelte er zusammen mit dem Programmierer und Webdesigner Martin Chinello die Software für die Carauktion GmbH.
Auf Qualität achten
Die erste Onlineversteigerung (www.carauktion.ch) fand im Juni 2004 statt. Sie startete mit elf Fahrzeugen und 210 registrierten Benutzern. Die Fahrzeugdaten erstellten die Einlieferer zunächst selbst. Bis es erste Beschwerden hinsichtlich der Fahrzeugbeschreibungen und der technischen Gutachten gab.
Capeder machte seine Hausaufgaben: Um die Qualität der Fahrzeugbeschreibung zu steigern und den Interessenten die größtmögliche Sicherheit beim Kauf eines Fahrzeugs zu gewähren, ließ er die Fahrzeuge von da an von neutralen Experten begutachten.
Erweiterte Dienstleistungen
Im November 2005 zog die Carauktion GmbH nach Tuggen ans obere Ende des Zürichsees. Dort standen dem jungen Unternehmen eine Halle mit 3.500 m2 sowie ein Außengelände von 2.000 m2 zur Verfügung.
Seither firmiert Carauktion als Aktiengesellschaft. Das Unternehmen hat mittlerweile elf Mitarbeiter und bietet seinen Kunden das modular aufgebaute Remarketingkonzept „Premium-System“ an. Es umfasst sämtliche Schritte des Remarketings: den Transport der Fahrzeuge nach Tuggen, die Fahrzeugreinigung, das Erstellen von neutralen Gutachten sowie die Fahrzeugerfassung, Inkasso und Reporting. Jeder einzelne Schritt kann vom Fahrzeuglieferanten über das Onlineportal elektronisch begleitet und überwacht werden.
400 Händler bieten mit
Zu den Kunden gehören neben Vertrags- und freien Händlern auch Garagen und Karrosseriewerkstätten. In der Regel beteiligen sich 400 bis 450 Händler an den Versteigerungen. Anbieter sind Leasinggesellschaften, Importeure, Flottenbetreiber und Gebrauchtwagenzentren. Die Plattform bietet auch einen geschlossenen Händlerbereich für das B2B-Geschäft.
Die Mindestpreise liegen leicht unter dem Marktwert. Die meisten Bieter ersteigern die Fahrzeuge jedoch zu einem Preis, der rund 30 Prozent darüber liegt.
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