Ehemaligenkongress an der BFC

Redakteur: Johannes Büttner

Die Bundesfachschule für Betriebswirtschaft im Kfz-Gewerbe (BFC) hatte ihre Absolventen zum 5.Ehemaligenkongress eingeladen. ZDK-Präsident Robert Rademacher und Prof. Willi Diez referierten über die Zukunft der Mobilität.

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Das Auto und damit auch der Automobilvertrieb haben eine Zukunft. Aber sie ist mit Risiken behaftet, auf die sich verantwortungsbewusste Akteure einstellen müssen. So lauteten die Grundaussagen, die ZDK-Präsident Robert Rademacher und Prof. Dr. Willi Diez den Teilnehmern des BFC-Ehemaligenkongresses mit auf den Weg gaben. Zum fünften Mal hatte die Bundesfachschule für Betriebswirtschaft im Kfz-Gewerbe (BFC) ihre Absolventen zu einem Jahrestreffen eingeladen.

Dem deutschen Automobilhandel steht laut Rademacher ein tiefgreifender Wandel bevor. Die Niederlassungsfreiheit verstärke den Trend zu größeren Einheiten. Aber auch kleinere Händler könnten profitieren: Rademacher nannte als Beispiele Kooperationen mit Nachbarbetrieben bis hin zu Fusionen.

An die Hersteller appellierte der ZDK-Präsident, ihre Produktion zurückzufahren, weil sonst die Halden weiter anschwellen würden. Ein schlagkräftiges Vertriebsnetz mit Händlern, die Geld verdienen und investieren können, sei im Interesse aller Beteiligten.

Die schlechte gegenwärtige Wirtschaftslage dürfe nicht zu Depressionen führen. Vielmehr forderte Rademacher die Betriebe auf, sich professionell den Herausforderungen zu stellen. Dazu gehöre auch, nicht an der Ausbildung zu sparen, sondern gerade in Krisenzeiten konsequent auf qualifiziertes Personal zu setzen.

Mobilität der Zukunft

Professor Willi Diez vom Institut für Automobilwirtschaft (IfA) der HfWU Nürtingen-Geislingen beleuchtete die zukünftige Auto-Mobilität vor dem Hintergrund steigender Energiepreise. Um das Thema „Senkung des Verbrauchs und der CO2-Emissionen“ kämen Industrie und Handel nicht herum. Diez gab aber zu bedenken, dass Elektro- und Brennstoffzellenfahrzeuge noch weit von der Alltagstauglichkeit entfernt seien. Diesel- und Ottomotor hätten noch eine längere Zukunft vor sich.

Außerdem bedeuteten Energieeffizienz und Klimaschutz nicht nur technische, sondern auch wirtschaftliche Herausforderungen: „Wir dürfen nicht den Erzieher der Nation spielen, sondern müssen die Produkte anbieten, die die Kunden wollen – und zwar zu einem Preis, den sie zu zahlen bereit sind.“

Für den Handel sei die Umwelt- und Klimadebatte unter anderem mit steigenden Anforderungen an die Mitarbeiter verbunden. Diese müssten immer mehr und komplexere Produkte verkaufen und warten können. Deshalb werde die Qualifikation des Personals immer wichtiger.

Über 200 Absolventen kamen zusammen

Neben den beiden Fachvorträgen stand der persönliche Austausch zwischen den Absolventen der Schule im Mittelpunkt des Treffens. Über 200 derzeitige und frühere BFC-Studierende waren in den Schwarzwald gekommen, um alte Kontakte zu pflegen und neue zu knüpfen.

Außerdem verabschiedeten sie gemeinsam mit dem Vorstand der Schule drei verdiente BFCler: Guido Adamczyk arbeitete 30 Jahre als Lehrer in Calw. Alfred E. Dosch war fünf Jahre lang als ehrenamtlicher Geschäftsführer der BFC tätig. Manfred Mutz war für ein Vierteljahrhundert stellvertretender Vorsitzender des Vorstands und gehört dem Gremium nun als Ehrenmitglied an.

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