Stromverbrauch Ein „Bleifuß“ kann den Verbrauch beim E-Auto verdoppeln

Von Dipl.-Ing. (FH) Jan Rosenow 1 min Lesedauer

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Eine Untersuchung des Batteriediagnose-Spezialisten Aviloo zeigt, wie stark sich die Fahrweise auf Reichweite und Energiekonsum auswirkt. Auch die Haltbarkeit der Batterie leidet unter Leistungsexzessen.

Wer mehr Strom verbraucht, muss die Batterie auch häufiger laden. Das senkt die Lebensdauer des Stromspeichers.(Bild:  Rosenow – VCG)
Wer mehr Strom verbraucht, muss die Batterie auch häufiger laden. Das senkt die Lebensdauer des Stromspeichers.
(Bild: Rosenow – VCG)

Elektroauto fahren macht Spaß. Vor allem die wuchtige und ansatzlose Beschleunigung und der scheinbar schwerelose Durchzug faszinieren viele Fahrer. Im Alltag sollten sich E-Auto-Fahrer diesen Spaß allerdings nur selten gönnen, denn er wirkt sich negativ auf den Stromverbrauch und die Batteriehaltbarkeit aus.

Wie stark die Fahrweise den Verbrauch beeinflusst, das hat der österreichische Batteriediagnosespezialist Aviloo jetzt mit einer Studie an 402 Fahrzeugen desselben Fahrzeugtyps ermittelt. Die Ergebnisse zeigen signifikante Unterschiede je nach dem Nutzerverhalten, das Aviloo in drei Kategorien eingeteilt hat:

  • Moderates Fahrerverhalten: Gekennzeichnet durch vorausschauendes Fahren, sorgfältige Batteriepflege, niedrige Ladezyklen (z. B. Vorkonditionieren an der Steckdose), meist städtische Fahrten mit geringer Autobahnnutzung und sparsamem Einsatz der Klimaanlage und Heizung. Diese Fahrer konnten den Verbrauch auf 16 bis 19 kWh pro 100 Kilometer drücken.
  • „Bleifuß“-Fahren: Dieses Fahrverhalten zeichnet sich durch nervöses Fahren, vorwiegend auf der Autobahn oder hügeligem Gelände, aus. Es beinhaltet häufige Rekuperation, intensives Vorheizen und Vorkonditionieren (insbesondere ohne an der Steckdose angeschlossen zu sein) sowie starkes Heizen und Klimatisieren. Der Verbrauch dieser Nutzergruppe lag bei 24 bis 31 kWh.
  • Mittlere Kategorie: Die große Mehrheit der Nutzer liegt zwischen 19 und 24 kWh.

Die große Mehrheit der Fahrer verbrauchte zwischen 19 und 24 kWh auf 100 Kilometern. Es geht aber auch deutlich weniger – oder mehr.(Bild:  Aviloo)
Die große Mehrheit der Fahrer verbrauchte zwischen 19 und 24 kWh auf 100 Kilometern. Es geht aber auch deutlich weniger – oder mehr.
(Bild: Aviloo)

E-Auto-Fahrer sollten sich bewusst sein, dass ein höherer Energieverbrauch nicht nur höhere Stromkosten bedeutet, sondern auch mehr Ladezyklen für die Batterie nach sich zieht. Das führt zu einer schnelleren Alterung. Auch die an sich wünschenswerte Rekuperation, bei der durch Bremsen elektrische Energie zurückgewonnen wird, hat ihre Schattenseiten. Wer aggressiv und wenig vorausschauend fährt, der sorgt bei der Rekuperation für Leistungsspitzen in der Batterie, die sich ebenfalls negativ auf ihre Lebensdauer auswirken.

Aviloo will die Studie mit weiteren Fahrzeugtests unter besonderen Bedingungen fortsetzen, um beispielsweise die Auswirkungen zusätzlicher Beladung (Fahrräder, Dach-Box) oder die Nutzung von Klimaanlagen und Heizungen zu untersuchen.

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