Gebrauchtwagen Ein dramatischer Einbruch zum Ende eines gruseligen Halbjahres

Von Andreas Grimm

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Gebrauchtfahrzeuge bleiben Mangelware. Im Vergleich zum letzten Vorkrisenjahr fehlt inzwischen ein Fünftel des Marktes. Doch die aktuellen Zahlen vom Juni geben keine Hoffnung auf kurzfristige Besserung.

Auf dem Gebrauchtwagenmarkt sah es im ersten Halbjahr 2022 ziemlich düster aus.(Bild:  Grimm – »kfz-betrieb«)
Auf dem Gebrauchtwagenmarkt sah es im ersten Halbjahr 2022 ziemlich düster aus.
(Bild: Grimm – »kfz-betrieb«)

Der deutsche Gebrauchtwagenmarkt geht weiter in die Knie. Wie aus den am Dienstag (5. Juli) veröffentlichten Zahlen des Kraftfahrt-Bundesamts (KBA) hervorgeht, wechselten im Juni ein Viertel weniger Pkws den Halter als im Juni des Vorjahres (-24,8 %). Im Vormonat war der Markt „nur“ 13 Prozent rückläufig gewesen. Insgesamt wurden 474.229 Autos umgeschrieben.

Der Monatsrückgang im Juli kratzt damit an der Höchstmarke vom April dieses Jahres, als der Markt um 25,3 Prozent eingebrochen war. Auch die Halbjahresbilanz ist trist: Seit Jahresstart fand sich für 2,87 Millionen Pkws ein neuer Besitzer, das waren 14,6 Prozent weniger als im gleichen Zeitraum des Vorjahres.

Damit dreht sich die Spirale aus weniger Neuzulassungen und immer weniger verfügbaren Gebrauchtwagen weiter nach unten. Mit knapp 225.000 Neuwagen hat die Branche nach Angaben des ZDK einen historischen Tiefstand erreicht. Im Gebrauchtwagenmarkt fehlen im Vergleich zum ersten Halbjahr des Vorkrisenjahres 2019 inzwischen bereits 750.000 Einheiten.

Neben dem Pkw-Sektor geraten zunehmend auch die anderen Gebrauchtfahrzeugklassen in den Sog des Abwärtstrends. Schon länger schwächelt das lange boomende Lkw-Geschäft. Mit einem Minus von 16,9 Prozent auf 29.900 Einheiten im Juni war dieser Bereich zuletzt erneut stark rückläufig. Seit Jahresstart sanken die Lkw-Umschreibungen um 10,6 Prozent (193.545 Einheiten).

Ähnlich ist die Situation bei den Zugmaschinen. Hier verzeichnete das KBA 12,1 Prozent weniger Abschlüsse (10.770 Einheiten). Der Rückgang im ersten Halbjahr um 5,7 Prozent fällt dagegen noch recht moderat aus.

Selbst das Omnibus-Segmente geriet im Juni unter Druck, wenn auch die Stückzahlen in der Gesamtschau nicht ins Gewicht fallen: 392 Umschreibungen bedeuten ein Minus von 21 Prozent. Seit Jahresstart steht für diese Fahrzeugklasse allerdings ein Plus von 14,2 Prozent in der Statistik (2.859 Einheiten).

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