Altreifenentsorgung Ein Fünftel aller Altreifen verschwindet aus Deutschland

Von Malika Matkarimova 1 min Lesedauer

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Große Mengen an Altreifen werden der Kreislaufwirtschaft in Deutschland entzogen. Der Verband der Reifenhersteller legt Zahlen vor, die zeigen: 100.000 Tonnen bleiben jährlich unauffindbar. Die Branche fordert politisches Handeln.

533.000 Tonnen Altreifen fielen 2024 in Deutschland an. Von knapp einem Fünftel fehlt jede Spur.(Bild:  Rosenow – VCG)
533.000 Tonnen Altreifen fielen 2024 in Deutschland an. Von knapp einem Fünftel fehlt jede Spur.
(Bild: Rosenow – VCG)

Der Wirtschaftsverband der deutschen Kautschukindustrie (WdK) hat aktuelle Zahlen zur Altreifenentsorgung in Deutschland vorgelegt. Demnach fehlt es nach wie vor an Transparenz über den Verbleib erheblicher Mengen. Im Jahr 2024 fielen in Deutschland laut WdK insgesamt 533.000 Tonnen Altreifen an. Von 100.000 Tonnen ist der Verbleib unbekannt. „Es besteht die Vermutung, dass diese und auch noch weit größere Mengen in Staaten außerhalb der EU exportiert wurden, um dort verbrannt oder für eine Pyrolyse unter desolaten Gesundheits- und Umweltbedingungen verwendet zu werden“, erklärte Stephan Rau, Technischer Geschäftsführer beim WdK, bei der Vorstellung der Statistik in Frankfurt am Main.

Die Altreifenverwertung in Deutschland funktioniert. Allerdings könnten die verarbeiteten Mengen deutlich größer sein, wenn sie nicht heimlich exportiert würden (zum Vergrößern bitte anklicken).(Bild:  WDK)
Die Altreifenverwertung in Deutschland funktioniert. Allerdings könnten die verarbeiteten Mengen deutlich größer sein, wenn sie nicht heimlich exportiert würden (zum Vergrößern bitte anklicken).
(Bild: WDK)

Diese Entwicklung entziehe den deutschen Recyclern Material und verhindere eine funktionierende Kreislaufwirtschaft, so Rau weiter. Von den erfassten Mengen wurden 193.000 Tonnen stofflich zu Granulaten und Gummimehl verarbeitet – mehr als doppelt so viel wie die 93.000 Tonnen, die thermisch in der Zementindustrie verwertet wurden. Weitere 20.000 Tonnen dienten als Karkassen für die Runderneuerung. Hinzu kommen 8.000 Tonnen zur Wiederverwendung im Inland sowie 64.000 Tonnen, die zur Weiter- oder Wiederverwendung exportiert wurden. Lediglich 8.000 Tonnen gingen in den Export zur energetischen Verwertung.

Der WdK fordert gemeinsam mit weiteren Verbänden und Organisationen nachdrücklich die Einführung einer systematischen Erfassung anfallender Altreifen und deren Verwertungswege. Eine solche Maßnahme werde bereits seit längerem von der Branche gefordert, sei laut Rau einfach umzusetzen und würde die Kreislaufwirtschaft stärken. „Dafür ist aber der politische Wille erforderlich, ein funktionierendes Recyclingsystem zu stützen und zu fördern“, betonte Rau.

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