Batterietests
„Eine präzise Vorhersage bleibt Illusion“
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Anbieter von Batterietests versprechen eine einfache Antwort auf die Frage, wie viel Strom die Batterie eines E-Autos noch speichern kann. Warum dieser sogenannte SoH-Wert aber keineswegs so einfach zu bestimmen ist, erklärt Batterieexperte Prof. Dirk Uwe Sauer.
Redaktion: Das Volumen eines Kraftstofftanks lässt sich bekanntlich mathematisch exakt ermitteln. Wie ist das bei einer Batterie: Gibt es hier einen exakten Wert für das Speichervermögen? Oder ist das Ergebnis immer von den Messmethoden abhängig?
Prof. Dirk Uwe Sauer: Wenn ich Ihr Bild von einem Tank nehmen und das auf eine Batterie anwenden würde, dann würde das bedeuten, ich mache sie erst mal richtig voll und dann entlade ich sie komplett. Dann habe ich die präziseste Information, die ich haben kann. Das ist die Referenz. Allerdings ist auch das nur ein Wert von mehr formaler Aussagekraft. Denn wenn die Batterie bei einer anderen Temperatur betrieben wird oder wenn sie mit einer anderen Stromstärke betrieben wird oder wenn sie nicht kontinuierlich entladen wird, sondern zum Beispiel mit Zwischenhalt, dann ist die nutzbare Kapazität schon wieder eine andere. Und das macht es schon schwierig, sozusagen die ultimativ präzise Angabe zu erzeugen. Deswegen hilft man sich normalerweise dadurch, dass man versucht, auf Normbedingungen zurückzurechnen. Im Übrigen ist aber die Ungenauigkeit bezüglich der Reichweite sowohl beim Kraftstofftank als auch bei der Batterie viel größer durch die Variation des Energieverbrauchs pro Kilometer in Abhängigkeit von Fahrstil, Fahrtstrecke und Geschwindigkeitsprofil. Daher wird eine präzise Reichweitenvorhersage immer eine Illusion bleiben.
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