Neuzulassungen Elektro explodiert im November

Von Andreas Grimm 3 min Lesedauer

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Der Neuwagenmarkt hat den dritten Monat in Folge zugelegt. Doch der Aufschwung steht weiterhin auf wackeligen Beinen. Allerdings entwickelt sich eine Kennzahl deutlich positiv.

Häufiger unterwegs: Die Auslieferungen der Neuwagen haben im November zugelegt – den dritten Monat in Folge.(Bild:  Grimm – VCG)
Häufiger unterwegs: Die Auslieferungen der Neuwagen haben im November zugelegt – den dritten Monat in Folge.
(Bild: Grimm – VCG)

Der deutsche Neuwagenmarkt ist im November erneut gewachsen. Wie aus den Zahlen des Kraftfahrt-Bundesamts (KBA) hervorgeht, legte die Zahl der Neuzulassungen im Berichtsmonat um 2,5 Prozent zu. Laut den Statistikern kamen 250.671 Fahrzeuge erstmals auf die deutschen Straßen.

Damit setzt sich die positive Entwicklung fort: Die Neuzulassungen sind seit dem September im Plus – im Oktober war die Entwicklung mit einem Anstieg um 7,8 Prozent sogar sehr kräftig ausgefallen. Nach elf Monaten ist der deutsche Neuwagenmarkt auch insgesamt im Steigflug: 2,61 Millionen Erstzulassungen bedeuten eine Verbesserung um 0,7 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum.

Einen erheblichen Anteil an der Entwicklung hat das fortgesetzte Verkaufsplus der Elektrofahrzeuge. Laut dem KBA wurden im November 55.741 batterieelektrische Fahrzeuge (BEV) erstmals zugelassen. Das waren 58,5 Prozent mehr als im Vorjahresmonat, als der Markt nach der Ende 2023 gestrichenen Kaufprämie zunächst stark rückläufig war.

Im vergangenen Monat war damit deutlich mehr als jeder fünfte Neuwagen ein reines Elektrofahrzeug (22 %). Dazu kommt das weiter anhaltende Wachstum der Plug-in-Hybride (PHEV). Deren Absatz legte im November um 57,4 Prozent auf 32.433 Fahrzeuge zu. Damit stellten die Stecker-Fahrzeuge (PHEV und BEV) deutlich mehr als jedes dritte Neufahrzeug. Zusammengenommen hatten sie im letzten Monat einen Marktanteil von 35,1 Prozent (22,2 % BEV und 12,9 % PHEV).

Stromer-Entwicklung mit Fragezeichen

Seit Jahresbeginn wurden insgesamt 490.368 BEVs neu zugelassen, das entspricht einem Wachstum von 41,3 Prozent zum Vorjahreszeitraum. Dazu kommen 281.139 PHEV-Pkw (+62,7 %). „Fahrzeugkunden sind grundsätzlich offen für E-Autos, wenn die Gesamtkosten nicht höher sind als bei Verbrennern“, kommentierte VDIK-Präsidentin Imelda Labbé die Zahlen. Wichtig sei nun eine schnelle, unbürokratische und faire Umsetzung des von der Koalition avisierten Förderprogramms.

Dies ist nicht zuletzt deshalb notwendig, weil „der vermeintliche Hochlauf der Elektromobilität auf wackligen Beinen steht“, erklärte ZDK-Präsident Thomas Peckruhn. Ein großer Teil der neuen E-Autos lande zunächst auf Werks- und Händlerhöfen. „Die privaten und gewerblichen Neuzulassungen bewegen sich noch nicht ganz auf dem Niveau des Jahres 2023“, so Peckruhn weiter.

In seiner Gesamtheit betrachtet bleibe zudem die Nachfrage von Privat- und Geschäftskunden weiterhin schwach und ist weit entfernt von der Dynamik, die ein stabiler Fahrzeugmarkt braucht, ergänzte er. Das im Jahresverkauf erreichte Plus basiere auf den schlechten Verkaufszahlen des Vorjahres. Im Vergleich zu früheren Jahren „steckt der deutsche Automobilmarkt weiterhin im Krisenmodus“, so der ZDK-Präsident.

Auftragseingang wächst im November

Diese Analyse deckt sich mit den Erkenntnissen der Unternehmensberatung EY. „Sowohl Privatleute als auch Unternehmen halten sich mit Investitionsentscheidungen zurück“, sagt deren Mobilitätsexperte Constantin Gall. Im Gesamtjahr 2025 würden in Deutschland voraussichtlich 770.000 Neuwagen weniger verkauft als 2019, rechnet er vor.

Bleibt es bei der zuletzt gesehenen Aufwärtstendenz des Marktes, könnte in der Jahresendrechnung ein Absatzplus von einem Prozent stehen. Ein Anzeichen, dass es langfristig mit den Verkaufszahlen aufwärts gehen könnte, ist der Auftragseingang. Der entwickelte sich laut dem Verband der Automobilindustrie zuletzt positiv: Im November legte er um 9 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat zu. Allerdings war dieser Wert in den zurückliegenden Monaten sehr volatil, auf Aufwärtssignale folgte regelmäßig ein Rückgang des Auftragseingangs.

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