BYD Elektroauto unter 20.000 Euro ist „unmöglich“

Von Dipl.-Ing. (FH) Jan Rosenow 2 min Lesedauer

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Stella Li, die Europachefin des chinesischen E-Auto-Marktführers, spricht im Interview mit der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“ Klartext: Hersteller, die am Verbrenner festhalten, würde das „umbringen“ – und BYD in Deutschland schon bald stark wachsen.

Den kommenden BYD Seal mit Plug-in-Hybrid sieht Stella Li als „Gamechanger – die Leute werden dieses Auto lieben.“(Bild:  Rosenow – VCG)
Den kommenden BYD Seal mit Plug-in-Hybrid sieht Stella Li als „Gamechanger – die Leute werden dieses Auto lieben.“
(Bild: Rosenow – VCG)

Während der chinesische Autohersteller BYD auf dem Heimatmarkt bereits der größte Anbieter ist und allein fünf der zehn meistverkauften Autos stellt, geht es mit der Eroberung des europäischen Marktes nur äußerst schleppend voran. In den ersten acht Monaten 2024 fanden europaweit gerade einmal knapp 25.000 Einheiten der Marke einen Käufer.

Doch der Ehrgeiz der Chinesen, auch hierzulande ein relevanter Player zu werden, ist groß – daran lassen Interviewaussagen von Stella Li, der Europachefin von BYD, gegenüber der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“ keinen Zweifel. „Weniger als ein halbes Jahr“ soll es dauern, die Verkaufszahlen nach oben zu bringen, so Stella Li – allerdings sei das angestrebte Verkaufsziel „geheim“.

Fabriken in Ungarn und der Türkei geplant

Einen großen Anteil an diesem Optimismus hat sicherlich die geplante Fabrik des Unternehmens in Ungarn, die Ende 2025 die Produktion aufnehmen soll. Damit wird BYD laut Stella Li stärker ein europäisches Unternehmen. 2026 soll ein Werk in der Türkei folgen.

Mit besonders günstigen Fahrzeugen will sich BYD in Europa allerdings nicht profilieren, denn das Fabrikat sieht sich als „Premium-Technologieunternehmen“. Auf die Frage, ob man ein Elektroauto unter 20.000 Euro Einstiegspreis anbieten wolle, sagte die Managerin: „Nein. Das ist unmöglich. Wir haben kein Modell, das so niedrige Kosten erreicht.“ Als Einstiegspreis in die BYD-Palette nannte sie eine Spanne von 25.000 bis 30.000 Euro.

Außerdem erweitert das Unternehmen aktuell seine Modellpalette mit Plug-in-Hybriden. Laut Li sind diese sehr wichtig, weil die Europäer konservativ seien, wenn es darum gehe, neue Technologien wie das Elektroauto zu nutzen.

Trotzdem sollte die EU aus ihrer Sicht am Verbrennerverbot ab 2035 festhalten: „Denn dann könnten die Autohersteller in E-Autos investieren, ohne sich Sorgen wegen der Zukunft machen zu müssen.“ Auf die Replik der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“, dass es ein solches Verbot in China ja auch nicht gäbe, meinte Li, es sei eine klare politische Vorgabe, dass E-Autos die Zukunft seien.

Autoherstellern, die heute wieder auf den Verbrennungsmotor setzen, prophezeit Stella Li im Interview, dass diese Entscheidung sie „umbringen“ werde.

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