Arbeitsschutz Elektronischer Hilferuf für Alleinarbeiter

Von Dipl.-Ing. (FH) Jan Rosenow 2 min Lesedauer

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Wer allein arbeitet, der braucht besonderen Schutz – das verlangt die Unfallversicherung. Mit einer speziellen App wird das eigene Smartphone zur persönlichen Notsignal-Anlage.

Schneller als jeder Anruf: Die Calima-App setzt im Notfall die vorher definierte Rettungskette in Gang.(Bild:  Calima Safety)
Schneller als jeder Anruf: Die Calima-App setzt im Notfall die vorher definierte Rettungskette in Gang.
(Bild: Calima Safety)

Alleinarbeit in der Werkstatt – das kommt doch gar nicht vor, meinen Sie? Falsch gedacht. Ob der Hochvoltexperte in der stillen Nebenhalle, der Reifenlogistiker im Lager oder auch der Chef, der am Abend die Rechnungen prüft und das Licht ausmacht. In jedem Kfz-Betrieb gibt es Gelegenheiten, bei denen ein Mitarbeiter der Arbeit nachgeht, ohne dass eine andere Person in Sicht- oder Rufweite ist.

Die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung (DGUV) nimmt solche Fälle sehr ernst. Das zeigt sich schon an der Tatsache, dass Vorgaben dazu in der DGUV-Vorschrift Nummer 1 zu finden sind – eine höhere Priorität ist kaum vorstellbar. In der Vorschrift steht: „Wird eine gefährliche Arbeit von einer Person allein ausgeführt, so hat der Unternehmer über die allgemeinen Schutzmaßnahmen hinaus für geeignete technische oder organisatorische Personenschutzmaßnahmen zu sorgen.“

Praktisch jeder hat ein Smartphone

Der Unternehmer kann dieser Pflicht auf verschiedenen Arten nachkommen: Er kann den Alleinarbeiter beispielsweise anweisen, sich regelmäßig telefonisch zu melden – oder aber andere Kollegen in regelmäßigen Abständen zu Kontrollbesuchen schicken. Oder er führt ein elektronisches System ein, über das der Alleinarbeiter selbst mit anderen Mitarbeitern vernetzt ist. In einer Zeit, in denen praktisch jeder sein Smartphone mit sich führt, lässt sich eine solche Vernetzung am besten über eine App gewährleisten.

Das Unternehmen Calima Safety hat mit der Calima-App eine Anwendung entwickelt, die die DGUV-Vorgaben an eine persönliche Notsignalanlage (PNA) erfüllt. So lässt sich die Kontrolle und Absicherung von Alleinarbeitern auf vielfältige Weise darstellen:

  • Manuelle Auslösung: Der Nutzer kann einen Alarm über den Bildschirm seines Handys oder einen per Bluetooth angebundenen Druckknopf auslösen. Dabei ist es nicht nötig, das Handy zu entsperren, weil die App so gestaltet ist, dass sie über den Sperrbildschirm bedient werden kann.
  • Zeit-Alarm („Totmannschalter“): Der Nutzer muss sich regelmäßig per Knopfdruck melden. Geschieht das nicht, wird ein Alarm ausgelöst.
  • Unfallerkennung: Stürze oder Bewegungslosigkeit des Nutzers werden von den Sensoren des Smartphones erkannt – ein Alarm wird ausgelöst.

Die Alarmsignale werden über Mobilfunk an den Calima-Server übermittelt. Nach der Alarmierung greift ein Notfallregime, dass der Nutzer beziehungsweise die Arbeitsschutzverantwortlichen des Betriebs vorher festgelegt haben. So lässt sich definieren, ob die Notfallkontakte per Anruf, SMS oder E-Mail informiert werden oder ob direkt der Rettungsdienst gerufen wird.

Signalton trotz Stummschaltung

Neben der Alarmierung sind noch weitere Funktionen möglich. Beispielsweise können Mitarbeiter einen stillen Alarm auslösen, wenn sie bedroht werden oder einen Einbrecher entdecken. Beim Auffinden eines Verunglückten helfen die Ortungsfunktion und ein Signalton, der über die App selbst bei stummgeschalteten Smartphones ausgelöst werden kann.

Ein webbasiertes Dashboard hilft bei der Organisation der einzelnen Nutzer der Calima-App. Hier lässt sich auch die Struktur des Betriebs nachstellen, damit team- oder standortspezifische Meldeketten und Notfallkontakte eingehalten werden. Als web- und smartphonebasiertes System braucht Calima keine Installation und der Nutzer muss keine zusätzliche Hardware beschaffen. Die laufenden Kosten betragen laut Unternehmensangaben 19 Euro pro Mitarbeiter und Monat. Es soll aber auch unternehmensspezifische Angebote abhängig von der Anzahl der Nutzer einer Firma geben.

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