Emil-Frey-Gruppe: Der größte Standort ist online

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Letztlich will die Gruppe Kunden online genauso umfassend bedienen wie offline. „Wir sehen die Plattform als das 81. Autohaus der Gruppe, als größten Standort, über den wir perspektivisch sehr schnell mehrere tausend Fahrzeuge verkaufen wollen“, sagt Online-Sales-Chef Maximilian Mergenthaler. Noch liege die Zahl reiner Onlinekäufe in einem kleinen dreistelligen Bereich. Von der Resonanz gleich zu Beginn sei man aber dennoch positiv überrascht gewesen.

Kein Wettbewerb zum stationären Handel

Großen Wert legen die Schwaben darauf, zu betonen, dass der Fahrzeugmarkt kein Wettbewerbsprodukt zu den Betrieben vor Ort sein soll. Vielmehr soll er das Angebot ergänzen. „Wir möchten gemeinsam in einer gesunden Hybridlösung den zukünftigen Erfolg der Gruppe sichern“, so Mergenthaler.

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Denn das digitale Autohaus soll auch die Verkäufer in den Betrieben vor Ort unterstützen. „Wir haben ungefähr 800 Verkäufer bei Emil Frey, aufgeteilt auf 24 unterschiedliche Marken mit unterschiedlichen Subsystemen. Wir hatten bislang kein ausschlaggebendes System, über das jeder Verkäufer jedes Auto anbieten kann“, sagt Mergenthaler. Jetzt können alle Verkäufer am Point-of-Sales den Gesamtbestand präsentieren, über den Ratenrechner Finanzierungen anbieten und die Fahrzeuge über die Plattform an den Kunden verkaufen.

Wie Verkäufer den Fahrzeugmarkt bestmöglich einsetzen können, möchte die Gruppe künftig in E-Learnings vermitteln. Eingesprochen werden die Trainings im „Green Room“ des eigens angemieteten Studios.

Call-Tracking über das Kundenkontaktcenter

Vor dem Fahrzeugmarkt setzte Emil Frey 2018 ein anderes großes Digitalprojekt um: Das Kundenkontaktcenter (KKC) – die Zentrale, in der alle Leads der gesamten Gruppe zusammenlaufen und dann an die einzelnen Betriebe übermittelt werden. Emil Frey nutzt dafür ein eigenes Lead-Management-System und verfügt über eine Entwicklungseinheit in Kroatien. Dort sind 70 Mitarbeiter im Einsatz, die für die Gruppe Systeme entwickeln, weiterentwickeln und Schnittstellen bereitstellen. Bislang sind 60 Emil-Frey-Standorte an das KKC angeschlossen, weitere werden folgen.

Das KKC ist natürlich auch an das digitale Autohaus angebunden. Künftig möchte die Gruppe mit Call-Tracking arbeiten. Jedem Interessenten wird dann jeweils eine individuelle Telefonnummer als Kontakt auf der Website angegeben. Der KKC-Mitarbeiter weiß dann schon bevor das Telefon klingelt, für welches Fahrzeug der Kunde anruft und welche Fahrzeuge er sich zuvor angesehen hat. „Daten zu sammeln, aufzuarbeiten und zu aktualisieren ist eine ganz große Aufgabe, deshalb ist das Kundenkontaktcenter so relevant für uns“, sagt die Verantwortliche Sara Bay.

Agilität gefragt

Bei der Umsetzung der Digitalstrategie orientiert sich die Emil-Frey-Gruppe immer am Markt und ist jederzeit bereit, das Konzept anzupassen. „Strategien haben in der digitalen Welt keine Halbwertszeit von drei Jahren“, betont Stefan Gaul, der das Emil-Frey-Team als Berater unterstützt, „man muss sie quartalsmäßig anpassen.“ Das sei manchmal nervig, aber eine Voraussetzung für Erfolg.

In Zukunft soll das Online-Autohaus weiter wachsen und um zusätzliche Funktionen erweitert werden. Beispielsweise pilotiert die Gruppe eine internationale B2B-Auktionsplattform, die mit dem Fahrzeugmarkt verknüpft werden soll. „Darüber möchten wir in der Zukunft mehrere 10.000 Fahrzeuge pro Jahr ankaufen und den eigenen Standorten sowie europäischen Partnern und freien Händlern anbieten, um Standzeiten zu reduzieren und Erträge zu maximieren“, erklärt Mergenthaler. Weiterhin geplant ist unter anderem die Anbindung des Fahrzeugbestands an den Neuwagen-Konfigurator sowie ein Kundenportal. „Es geht jetzt darum, aus dem Ist noch mehr zu machen“, sagt Finke.

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