Die Kfz-Branche ist mehr denn je im Fluss. Dem unübersehbaren Konzentrationsprozess stehen neue Chancen gegenüber. »kfz-betrieb« hat die meistbeachteten Berichte des Jahres 2022 zusammengefasst, die einen Eindruck von den wesentlichen Entwicklungstendenzen geben.
Richtungsweisendes, Ereignisreiches, Überraschendes: Was das Jahr 2022 gebracht hat, zeigt ein redaktioneller Rückblick.
Eines ist zum Jahresstart sicher: Aufreger und Überraschungen werden die Branche weiter umtreiben. Dafür hat das Coronavirus zwei Jahre lang gesorgt, um vor gut einem Jahr vom Krieg gegen die Ukraine mit seinen neuerlichen Unsicherheiten und wegbrechenden Lieferketten abgelöst zu werden.
Blickt man nun, nachdem sich der übliche Trubel rund um den Jahreswechsel gelegt hat, zurück auf die vergangenen zwölf Monate, kommen Themen und Berichte hoch, die fast in Vergessenheit geraten sind, obwohl sie weiter aktuell bleiben, und trifft auf Themen, die typisch sind für die Entwicklungen in der Branche. Sie sind allein schon deshalb wichtig, weil sie den Weg weisen, was 2023 auf Autohäuser und Werkstätten zukommen könnte. Eine Auswahl der meistgeklickten Meldungen des Vorjahres.
100-jährige Tradition endet
Seit vielen Jahren begleitet das Thema Strukturwandel das Kfz-Gewerbe und speziell den Handel. So vergeht keine Woche, in der nicht ein größerer Händler oder eine Autohausgruppe einen kleinen Konkurrenten übernimmt. Dass aber ein gar nicht so kleiner Händler wie Opel Hofbauer aus Passau nach mehr als 100 Jahren aufhört, ist schon bemerkenswert. Den Standort, nicht aber den Händlervertrag, hat übrigens inzwischen die Autohausgruppe AVP übernommen.
Das Wohl und Wehe der Händler hängt in erheblichem Maße vom Gebaren der Hersteller ab. Neue Vertragsbedingungen, neue Vorschriften, neue Modelle oder auch die Positionierung im Markt – vieles kann gravierende Folgen haben. Ein Thema, das die Fabrikate in schöner Regelmäßigkeit beschäftigt, ist das Aussehen und die Ausstattung der Schauräume. Das muss grundsätzlich nicht schlecht sein, aber es verursacht Kosten. 2022 etwa hat die eher weniger experimentelle Marke Toyota ein neues Retail-Konzept vorgestellt, das vor allem im neuen Jahr zum Tragen kommen wird.
Doch nicht jede Neuerung im Schauraum ist vom Hersteller getrieben. Immer wieder sind es auch Händler selbst, die sich neu positionieren. So ermöglicht etwa der Markteintritt von chinesischen Marken eine Ergänzung des Portfolios. Oder es gelingt sogar, ein neues Geschäftsmodell aufzubauen. Eine Beispiel dafür ist das Autohaus Seitz, das in Aschaffenburg ein Elektromobilitätszentrum mit der Marke Ora als zentralem Autofabrikat wagt.
Auch die Werkstätten sehen sich mit einem anhaltenden Kostendruck konfrontiert, sei es von den Herstellern oder den Versicherern. Im Kampf um die richtige Vergütung hat der Bundesgerichtshof die Position der Werkstätten mit einem Urteil zur 130-Prozent-Grenze gestärkt. Kurz: Wenn es der Betrieb entgegen dem Kostenvoranschlag schafft, unter der magischen Grenze zu bleiben, muss die Versicherung einfach zahlen.
In schöner Regelmäßigkeit müssen die Vertragswerkstätten für die Hersteller in die Bütt springen und konstruktive Probleme und vorzeitigen Verschleiß beheben. Die Rückrufwelle rollt unverdrossen durch das Land. Abhängig vom Umfang können Rückrufe die Betriebe zeitlich und finanziell stark belasten – zumindest ist umstritten, ob die Zahlungen der Hersteller an ihre Vertragspartner für die Rückrufarbeiten wirklich die Kosten decken. Ein Mega-Rückruf hat jedenfalls vor Kurzem für große Aufmerksamkeit gesorgt.
Mit dem Rückruf-Thema muss sich Peter Storch glücklicherweise nicht auch noch auseinandersetzen. Er ist Inhaber einer freien Werkstatt, die bei den Kunden und auch Kollegen hoch angesehen ist. Fachkompetenz sollte natürlich das Ziel aller Werkstätten sein. Doch Peter Storch ist da schon besonders, denn er stemmt das Wissen um die Autos, ihre Technik und die Assistenzsysteme ganz allein. Dass er mit diesem Know-how beim Deutschen Werkstattpreis vorne mit dabei war, versteht sich fast von selbst.
An anderer Stelle ist Einzelkämpfertum definitiv ungeeignet. Das hat der Pariser Autosalon im Oktober gezeigt. Neuheiten blieben Mangelware – und ohne die elektrifizierten Modelle aus Fernost wäre der Niedergang der Messe vollendet gewesen. Doch Vinfast, Wey oder BYD konnten noch für ein wenig Glanz sorgen.
Eine andere Messe, der Caravan-Salon in Düsseldorf, bedient dagegen einen Boom-Markt. Auch wenn die Reisemobilbranche vom Teilemangel nicht verschont blieb, sind die Stückzahlen hoch. Und der Besucherstrom auf die Messe war immens. Das Jahr wird zeigen, ob die Verkaufswelle gebrochen ist oder sich weiter aufbaut.
Die Elektromobilität ist allen Unkenrufen zum Trotz auf dem Vormarsch. Gleichzeitig bleibt altes Blech als Umsatzbringer in der Werkstatt und als Sympathieträger ein wesentlicher Bestandteil der Autobranche. Und jenseits aller Umweltaspekte gibt es Entwicklungen, die dem Fachmann wie dem Laien ein Leuchten in die Augen zaubern. So wie der einzige 16-Zylindermotor im Fahrzeugeinsatz: der 8,0-Liter-W16-Motor von Bugatti.
Stand: 08.12.2025
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Embleme dienen der Wiedererkennung, brennende Embleme sind ein Symbol. Eines der berühmtesten Embleme ist wohl der Mercedes-Stern. Er ziert so manches Gebäude und leuchtet weithin sichtbar in den Himmel. Wenn so ein Stern in Flammen steht, sorgt das für Aufmerksamkeit. So geschehen im Mai auf einem Gebäude der Mercedes-Niederlassung in Leonberg.