Arbeit in Foren
Im Anschluss arbeiteten die 350 Ausbilder, Lehrer, Innungsverantwortliche und Azubis auf dem Kongress in vier Foren weiter. Eines behandelte die vielfältigen Weiterbildungsmöglichkeiten im Kfz-Gewerbe wie Serviceberater, Automobilverkäufer, Betriebswirt im Kfz-Gewerbe und Kfz-Meister. Ein anderes Forum untersuchte neue Wege, um Berufsnachwuchs zu finden. Dabei kamen die Diskussionsteilnehmer zu der Erkenntnis, dass die Betriebe teilweise ihre Anforderungsprofile nach unten schrauben müssten, um auch solchen Jugendlichen eine Chance zu geben, die keine schulischen Überflieger seien.
Zu ähnlichen Ergebnissen kam die Gruppe, die der Frage nachging, wie Jugendliche ausbildungsfähig gemacht werden können. Gleichzeitig appellierte sie an die Ausbilder, mehr auf die Schulen zuzugehen. Das letzte Forum stellte schließlich die Onlineprüfungen vor, gegen die die Auszubildenden meist weniger Vorbehalte hätten als die Prüfer.
Fachkräfte: Großer Bedarf – geringer Bestand
Der zweite Kongresstag begann wieder mit einem Vortrag. Prof. Jutta Rump beleuchtete die „Arbeitswelt 2.0“ und ihre Auswirkungen auf die berufliche Aus- und Weiterbildung. Sie stellte zunächst drei Megatrends fest:
- Der Markt verlangt nach Unternehmen, die schnell und zuverlässig Qualität liefern.
- Die Anforderungen an die Mitarbeiter steigen.
- Die deutsche Bevölkerung altert und schrumpft.
Diese Entwicklungen führen laut Rump dazu, dass der Bedarf an Fachkräften wachse, gleichzeitig aber ihr Bestand sinke. Dieser Konflikt ließe sich theoretisch dadurch auflösen, dass die jungen Experten doppelt so viel wissen und können wie ihre erfahrenen Kollegen, was aber kaum realistisch sei. Also müsse der Arbeitsmarkt Potenziale nutzen, die bislang noch vielfach brachlägen und vermehrt auf Frauen, Migranten, Ältere sowie Menschen mit schlechtem Schulabschluss zurückgreifen. Da Fachkräfte weiterhin der unverzichtbare Motor der deutschen Volkswirtschaft blieben und von ihnen immer mehr inhaltliche und soziale Kompetenzen gefordert würden, sei ihre Aus- und Weiterbildung zwingend notwendig für die Gesellschaft.
Austausch mit Gewinnern des Bundesbildungspreises
Wenn die Bildung immer wichtiger wird, gewinnen auch die Ausbilder an Bedeutung. Mit diesem Thema beschäftigte sich eines der anschließenden Foren. Es kam zu dem Ergebnis, dass sich ein guter Ausbilder durch eine hohe Sozialkompetenz auszeichne und seinen Zöglingen als Vorbild dienen könne. In einem zweiten Forum präsentierten die frisch gekürten Gewinner des Bundesbildungspreises 2011 ihre Ausbildungsideen.
Im Forum „Social Media“ vertrat Prof. Klemens Skibicki die Ansicht, dass Facebook und Co. die größte Revolution in der Kommunikation seit Erfindung des Buchdrucks darstellen. Wer sie nicht verstehe und nutze, sei zum Untergang verurteilt. Eine andere Gruppe schließlich ging der Frage nach, wie die technische Ausbildung im Jahr 2020 aussehen könnte.
Einen wichtigen Bestandteil der technischen Ausbildung im Kfz-Gewerbe werden in Zukunft sicherlich elektrische und Hybridfahrzeuge darstellen. Demzufolge machte ZDK-Geschäftsführer Neofitos Arathymos zum Abschluss des Kongresses die Teilnehmer mit einigen Grundlagen der E-Mobilität vertraut. Joachim Syha ergänzte, dass die Ausbildungs- und Prüfungsordnungen im Kfz-Gewerbe dafür nicht grundlegend verändert, sondert höchstens leicht angepasst werden müssten. Ein eigenes Berufsbild für E-Fahrzeuge sei sicher nicht nötig.
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