Erfolgreich um Berufsnachwuchs kämpfen

Redakteur: Johannes Büttner

350 Ausbilder, Lehrer, Innungsexperten und Azubis besuchten den achten Bundes-Berufsbildungs-Kongress des Deutschen Kraftfahrzeuggewerbes.

Firmen zum Thema

Robert Rademacher und Birgit Behrens informierten zu Beginn des Kongresses über die erfreuliche Entwicklung bei den Ausbildungszahlen im Deutschen Kfz-Gewerbe.
Robert Rademacher und Birgit Behrens informierten zu Beginn des Kongresses über die erfreuliche Entwicklung bei den Ausbildungszahlen im Deutschen Kfz-Gewerbe.
( Archiv: Vogel Business Media )

Das Kraftfahrzeuggewerbe ist für die Zukunft gut gerüstet – auch, wenn es um die Aus- und Weiterbildung junger Talente geht. Diese These vertraten ZDK-Präsident Robert Rademacher und die für Berufsbildung zuständige ZDK-Geschäftsführerin Birgit Behrens zum Auftakt des achten Bundes-Berufsbildungs-Kongresses am 20. und 21. Mai in Bad Wildungen. Die Vorträge und Diskussionen, die die rund 350 Teilnehmer miterlebten, bestätigten diesen Eindruck – trotzdem gibt es noch eine Menge zu tun.

„Wir brauchen heute und morgen viele junge Menschen, die mit uns auf der Treppe zum Erfolg nach oben gehen“, erklärte der ZDK-Präsident in seinem Grußwort. Und er konnte auch gleich erfreuliche Zahlen vermelden: 23.400 junge Menschen, und damit fünf Prozent mehr als im Jahr zuvor, haben 2010 eine Ausbildung im Kraftfahrzeuggewerbe begonnen.

Bildergalerie
Bildergalerie mit 21 Bildern

Dies sei nicht zuletzt dem großen Engagement der vielen Betriebe im ganzen Land zu verdanken, ergänzte Birgit Behrens, die sich zu Beginn der Veranstaltung gemeinsam mit Rademacher den Fragen von Moderator Stephan Paschke stellte. Aber die beiden Verbandsvertreter mussten auch eine Erkenntnis eingestehen, die viele Ausbildungsverantwortliche in den Betrieben und Innungen ebenfalls bereits gewonnen haben: Der Kampf um die Jugendlichen wird härter. Deshalb müsse die Kfz-Branche bislang noch brachliegende Ressourcen erschließen und die verborgenen Talente von Jungen und Mädchen ohne Schulabschluss erkennen und fördern.

Außerdem müsse sie noch mehr Überzeugungsarbeit leisten und verdeutlichen, dass sie ein attraktiver Arbeitgeber sei. Dieses Ziel verfolgt die Nachwuchsförderungskampagne, in der der ZDK mit 34 Herstellern und Importeuren zusammenarbeitet. Sie hat sich ein neues Logo gegeben und ihren Internetauftritt überarbeitet. Behrens präsentierte dem Auditorium den neuen Auftritt.

Gleichzeitig schalteten Behrens und Rademacher den überarbeiteten Internetauftritt www.autoberufe.de frei. Dieser kommt frischer, frecher und farbenfroher daher: „Wir wollen den Jugendlichen auf Augenhöhe begegnen und uns so im Wettbewerb um die Schulabgänger von anderen Branchen abheben“, erklärte Claudia Kefferpütz aus der Abteilung Berufsbildung des ZDK.

Ergebnisse der Shell-Jugendstudie

Aber wer sind überhaupt „die Jugendlichen“, um die sich das Kraftfahrzeuggewerbe so intensiv bemüht? Antworten auf diese Frage soll die Shell-Jugendstudie geben. Prof. Klaus Hurrelmann hat daran mitgearbeitet und stellte den Kongressbesuchern einige Ergebnisse vor. Das wichtigste lautete: „Die Jugend gibt es nicht.“

Vielmehr teilte er die Generation der 12- bis 25-Jährigen in vier Gruppen auf. Jeweils 30 Prozent würden auf die „Leistungselite“ und die „Engagementelite“ entfallen. Sie alle seien selbstbewusste, ehrgeizige Machertypen, wobei für die erste Gruppe vor allem das persönliches Vorankommen im Mittelpunkt stehe, während sich die zweite auch sozial stark engagiere.

20 Prozent der jungen Menschen rechnete Hurrelmann zu den Resignierten, die für sich keine großen Perspektiven sehen, aber nicht protestieren und sich bei passender Ansprache noch für einen Beruf gewinnen lassen. Problematischer seien dagegen die verbleibenden 20 Prozent der „robusten Materialisten“, meist junge Männer aus niedrigen sozialen Verhältnissen, die sich bereits aus der Gesellschaft verabschiedet haben.

Den Betrieben empfahl Hurrelmann, die verschiedenen Gruppen von Jugendlichen differenziert anzusprechen. Generell sollten sie sich immer vor Augen halten, dass sie es mit prinzipiell motivierten, aber noch fragilen Persönlichkeiten zu tun hätten. Am wichtigsten sei es, die Auszubildenden ernst zu nehmen und als vollwertige Mitarbeiter zu behandeln.

Artikelfiles und Artikellinks

(ID:377142)