Erneuter Chefwechsel bei ATU
Hans-Norbert Topp steht nach Abschluss der Sanierung nicht länger an der Spitze der Werkstattkette. Bis ein Nachfolger bestimmt ist, leitet der neu gewählte Aufsichtsratschef Norbert Scheuch das Unternehmen.

Hans-Norbert Topp ist nicht länger Chef der Werkstattkette ATU. Wie das Unternehmen am Montag mitteilte, habe der Manager den Vorsitz der Geschäftsleitung abgegeben. Topp hatte erst Ende Juni 2013 die ATU-Führung von Manfred Ries übernommen. Seine Kernaufgabe sei die finanzielle Sanierung des Unternehmens gewesen, sagte ein ATU-Sprecher auf Anfrage von »kfz-betrieb«. Die Sanierung ist nun abgeschlossen.
Wie bereits im Dezember angekündigt, hatten die Anleihegläubiger auf Forderungen von über 600 Millionen Euro verzichtet und dafür neue Stammanteile an ATU erhalten. Zudem wurde das Unternehmen mit frischem Kapital ausgestattet. In diesem Zusammenhang zog sich der Finanzinvestor Kohlberg Kravis Roberts (KKR) als Haupteigentümer zurück. Das Unternehmen gehört nun mehrheitlich der Investmentgesellschaft Centerbridge.
Aktuell ist Topp allerdings weiter als Mitglied der ATU-Geschäftsleitung tätig. Über seine Zukunft im Unternehmen machten Sprecher von ATU und dem Mehrheitseigentümer Centerbridge keine Angaben.
Die neuen Eigentümer installieren nun offenbar eine neue Führungsmannschaft. Wie ATU weiter mitteilte, wurde der frühere Chef des Spezialmaschinenherstellers Putzmeister, Norbert Scheuch, zum neuen Aufsichtsratsvorsitzenden gewählt. Ebenfalls neu in den Aufsichtsrat rückten Walter Gehl, Chef der Lufthansa Service Holding AG, und Ian Fraser, früherer Chef der britischen Kfz-Servicekette Kwik Fit. Norbert Scheuch werde bis zur Bestimmung eines neuen Vorsitzenden der Geschäftsleitung das Unternehmen übergangsweise führen, heißt es in der Mitteilung. Seine Funktion als Aufsichtsratschef übernimmt in dieser Zeit Walter Gehl.
Bis wann der Chefposten bei ATU wieder besetzt sein soll, ist nicht bekannt. Das Unternehmen sei derzeit auf der Suche nach einem Branchenexperten, sagte eine Centerbridge-Sprecherin. Der Investor sei langfristig orientiert und wolle das Geschäft von ATU wieder auf ein solides Fundament stellen.
Genau das hatte der bisherige Besitzer nicht geschafft. Die Werkstattkette war 2004 von KKR übernommen worden. Die damals angestrebten Wachstumspläne hatten sich jedoch als unrealistisch erwiesen. KKR hatte es lange versäumt, das Geschäftsmodell den veränderten Marktbedingungen anzupassen, und vor allem den Trend zum Internethandel verschlafen. ATU musste jahrelang Umsatzrückgänge hinnehmen. Dem folgenden Sanierungskurs fielen 2.000 Arbeitsplätze zum Opfer.
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