40 Jahre

Erst „Ceauşescus Rache“, dann globaler Bigseller

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Global billigster Fünf- bis Siebensitzer

Seitdem ist Dacia Teil des Renault-Konzerns, und die Franzosen schafften, woran andere scheiterten: brave, ultra-billige Autos zu bauen, mit denen sich dennoch Geld verdienen lässt. Nachdem der Übergangstyp Dacia Solenza die Qualitätsstandards in Pitesti 2003 auf westeuropäisches Niveau gehievt hatte, verblüffte der Dacia Logan/MCV als global billigster Fünf- bis Siebensitzer. Nicht zu vergessen vertrauensbildende Maßnahmen wie großzügige Garantiepakete: Drei Jahre, das bot damals kein anderes Budget-Fabrikat.

Der Sprung zur charismatischen Marke gelang Dacia jedoch erst mit der Neuerfindung des Duster. Diese Story begann 2009 mit einem futuristisch anmutenden Duster Concept Car, das den Genfer Automobilsalon rockte – und sich zwischen Supercars von Ferrari und Koenigsegg als Publikumsliebling präsentierte. Zwei gegenläufig öffnende Türen auf der Beifahrerseite, das gab es bisher noch bei keinem Serienfahrzeug. Auf nur 4,25 Meter Länge zeigte das Duster-Showcar jede Menge Kreativität. Die vielleicht größte Überraschung war allerdings, dass die Ende 2009 enthüllte Produktionsversion ganz anders gestaltet war. Und dennoch bewirkte auch dieser erste in Serie gebaute Duster Bahnbrechendes.

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Schwimmt erfolgreich gegen den Strom

Der 4,32 Meter lange und 1,68 Meter hohe Serien-Duster war das, was die Briten „Defining Car“ nennen, denn der sensationell preiswerte Dacia machte 2010 nach, was der Range Rover zuvor am anderen Ende, in der Luxusklasse der Geländekreuzer, gezeigt hatte. Der Rumäne definierte das kompakte SUV-Segment neu, er machte die geräumigen Hochsitze mit Offroadtalenten für junge Familien und Käufer mit schmalem Einkommen erreichbar. Ein Herzensstürmer war das gegen den Strom „je größer und teurer, desto besser“ fahrende SUV sogar auf dem anspruchsvollsten europäischen Markt: In Deutschland sicherte sich der Duster sofort die Poleposition in seinem Segment.

Kein Wunder, kostete der Dacia doch über 50 Prozent weniger als ein vergleichbarer Skoda Yeti oder Suzuki Grand Vitara. Vor allem: Mit über 2,6 Millionen verkauften Fahrzeugen bis Ende 2018, davon 1,5 Millionen unter der Marke Dacia, entwickelte sich der Duster zum globalen Shootingstar. Wer jetzt stutzt: Da die Marke Renault weltweit bekannter ist, erfolgt der Vertrieb des Duster bis heute in vielen Ländern mit Renault-Logo. Alltagsheld, Familienfreund und Freizeitgerät mit optionaler 4x4-Technik, diese Rolle füllte „Deutschlands günstigster SUV“ (Werbeslogan) auf Anhieb aus.

Bekannt aus Film, Funk und Fernsehen

Was folgen sollte, war der steinige Weg zum coolen Typ: Den Grundstein dafür setzte 2012 der Dacia „No Limit“, der mit einem 3,8-Liter-V6 aus dem Nissan GT-R „Godzilla“ den dritten Platz beim berühmt-berüchtigten Pikes Peak Hill Climb errang. Dann lag es an Fußballstar Mehmet Scholl, das rumänische „Statussymbol für alle, die keine Statussymbole brauchen“ als Markenbotschafter attraktiver zu machen. Und tatsächlich: Fast wie in der TV-Werbung parkten vor Golfplätzen (oder an der Oper) vereinzelt Duster zwischen Prestige-SUV. Zudem verschaffte sich der Duster bei Rallyes und im Einsatz für Hilfs- und Rettungsdienst Respekt.

Im Jahr 2017 startete der Duster in neuer Auflage mit mehr Komfort, der sogar den Heiligen Stuhl in Rom überzeugte: Papst Franziskus war fortan auch in einem Dacia unterwegs. Nachgeschärftes Design und neue Antriebe (billiges LPG und effiziente Hybridtechnik, aber keine Vollelektrifizierung) machten den erneuerten Duster zu einem Modell für Privatkunden, die die seit 2020 teils inflationären Preissprünge von Volumenmarken wie Volkswagen nicht mitmachen wollten. Ähnlich wie die Discounter Aldi und Lidl zeigt Dacia, dass billig auch gut sein kann. Diesem Kurs bleiben die Rumänen mit der neuen, vierten Duster-Auflage treu. Damit Dacia die SUV-Marke der Stunde für Smart-Shopper bleibt, soll Ende 2024 der größere Bigster die Rezeptur des Duster gegen VW Tiguan & Co zum Erfolg führen.

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