Dacia Duster und Bigster bekommen LPG-Hybridmotoren. Sie sind günstig im Betrieb, ökologisch aber kein Fortschritt.
Der Dacia Bigster bekommt einen neuen Autogasmotor.
(Bild: Dacia)
Wie leidensfähig Autofahrer sein können, lässt sich gut an einer Flüssiggas-Tankstelle erkennen. Vor allem, wenn nachgerüstetem LPG-Modelle vorfahren: Dann sieht man mühsam am Heck ihrer Autos hantierende Fahrer, um Flüssiggas-Zapfpistole einzurasten. Bei neuen Dacia-Modellen geht das deutlich professioneller. Die ab Werk ausgerüsteten Bi-Fuel-Modelle haben den LPG-Anschluss unter der Tankklappe neben dem Benzinstutzen, dazu eine zweite Tankanzeige im Cockpit und eine Reichweitenberechnung für beide Kraftstoffe.
Aber seit die Steuerförderung für LPG in Deutschland ausgelaufen und der Literpreis des Kraftstoffs auf über einen Euro gestiegen ist, hat die LPG-Euphorie zumindest in Deutschland stark nachgelassen. Momentan liefert nur noch Dacia ab Werk auf Flüssiggas umgerüstete Modelle.
Dass die Marke weiter auf Flüssiggas setzt, hat seine Gründe: So verkaufen sich die günstigen Fahrzeuge der Renault-Tochter in Osteuropa, aber auch in Ländern wie Spanien, Italien und Frankreich wie geschnitten Brot. Überall dort also, wo Flüssiggas entweder extrem billig – in Rumänien etwa kostet der Liter nur rund 60 Cent – oder Benzin sehr teuer ist. Im LPG-Betrieb steigt der Verbrauch zwar um rund 20 Prozent. Kostet der Sprit aber nur die Hälfte oder sogar noch weniger als Benzin, rechnet sich das früher oder später.
Ein zweiter Grund für Dacias Festhalten an LPG dürfte das schwache Käufer-Interesse an Elektroautos liegen. LPG-Autos stoßen rund zehn Prozent weniger CO2 aus als Benziner und helfen so, die Flottenemissionen zu senken – was Strafzahlungen potenziell zu vermeiden.
Wem die Technik nicht geläufig ist: Im Prinzip lässt sich jeder Benzinmotor auf Gas umrüsten. Tank, Leitungen, Einspritzanlage und Steuergerät summieren sich beim Nachrüster auf 2.500 bis 3.000 Euro. Danach fährt das Auto wahlweise mit Gas oder Benzin.
Doch grün ist LPG nicht. Anders als Erdgas, das auch aus Biomasse gewonnen werden kann, stammt LPG ausschließlich aus der Erdölverarbeitung. Damit bleibt es ein fossiler Kraftstoff und allenfalls eine Übergangstechnologie für Vielfahrer mit kleinem Budget.
Dacia verbessert die LPG-Technik
Die Kunden stört das nicht: Europaweit fahren 40 Prozent aller verkauften Dacia mit Gasantrieb vom Hof der Händler. Und die Rumänen entwickeln die Technik weiter. Jetzt bekommen die beiden SUV Duster und Bigster sogar einen Vollhybridantrieb auf LPG-Basis. Herzstück des Hybrid 155 ist ein 1,8-Liter-Benziner mit 109 PS, unterstützt von zwei Elektromotoren. Ein kleiner 1,4-kWh-Akku speichert Bremsenergie für kurze elektrische Strecken. So sollen bis zu 80 Prozent der Stadtfahrten elektrisch möglich sein. Verbrauch: 4,6 Liter, CO₂-Ausstoß: 105 g/km. Damit rücken die Modelle in Reichweite etablierter Vollhybride wie Toyota RAV4 oder Hyundai Tucson – allerdings zu deutlich niedrigeren Einstiegspreisen. Mit dem bisherigen Hybridantrieb starten Duster bei 25.890 und Bigster bei 28.590 Euro. Mit dem Upgrade auf die LPG-Technik dürften einige Hunderter dazukommen.
Darüber rangiert der neue Hybrid-G 150 4x4. Er kombiniert erstmals LPG, Hybridtechnik und Allrad. Vorn arbeitet ein auf Gas umgerüsteter Mild-Hybrid-Benziner mit 48-Volt-Technik, hinten ein zusätzlicher Elektromotor, der die Hinterachse antreibt. Zusammen sind die 113 kW/154 PS stark. Die Bremsenergie landet in einem 0,8-kWh-Akku, der den E-Motor beim Anfahren oder Beschleunigen versorgt.
Dank Zweiganggetriebe unterstützt der 23-kW-Elektromotor E-Motor selbst bei Ausflügen ins Gelände. Da der erste Gang sehr kurz übersetzt ist, lässt sich das hohe Drehmoment des E-Motors fürs Klettern über Stock und Stein nutzen. Im Lock-Modus sogar so lange, bis der Strom alle ist. In der Stadt sollen sogar bis zu 60 Prozent der Fahrten elektrisch laufen. Reichweite: dank zweier 50-Liter-Tanks für Benzin und LPG rund 1.500 Kilometer.
Die Technik hat ihren Preis: Aktuell startet der Duster mit Frontantrieb bei knapp über 22.000 Euro. Für den ab November bestellbaren Hybrid-G 4x4 werden knapp knapp unter 30.000 Euro fällig, der Bigster dürfte bei 32.500 Euro liegen. 2026 schieben die Rumänen eine rein benzinbetriebene Hybridversion mit Allrad und Automatik nach.
Unterstützung vom Mild-Hybrid
Parallel führen die Rumänen den Mild-Hybrid 140 ein. Der 1,2-Liter-Turbo arbeitet mit einem 48-Volt-Riemenstartergenerator, der beim Anfahren unterstützt und beim Bremsen Energie zurückgewinnt. Ergebnis: zehn Prozent weniger Verbrauch und mehr Durchzug im unteren Drehzahlbereich. Zielgruppe sind Käufer, die sich etwas mehr Dynamik wünschen, ohne gleich einen teuren Vollhybrid zu wählen.
Stand: 08.12.2025
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Am unteren Ende der Palette gibt’s ein kleines Leistungsplus. Der Einstiegsmotor mit Gastechnik schickt jetzt 88 kW/120 PS statt wie bisher 74 kW/100 PS an die Vorderräder und ist nun auch mit Automatik lieferbar.
Trotz der technischen Vielfalt bleibt ein Makel: LPG trägt nicht zur Energiewende bei. Während Biokraftstoffe oder Strom aus erneuerbaren Quellen fossile Energie ersetzen können, verlängert Autogas die Abhängigkeit vom Öl.