Automobilindustrie Deutsche Autobauer verlieren international weiter an Umsatz

Quelle: dpa 2 min Lesedauer

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Die globale Automobilindustrie wandelt sich tiefgreifend, politische Maßnahmen verzerren zum Teil die Entwicklungen. Weiterhin im Zentrum des Sturms stehen die deutschen Autobauer, die mit Umsatzrückgängen und weiter sinkenden Gewinnen kämpfen.

Die deutsche Automobilindustrie steht weiterhin bei Umsatz und Gewinn unter Druck.(Bild:  Rainer Haeckl/BMW)
Die deutsche Automobilindustrie steht weiterhin bei Umsatz und Gewinn unter Druck.
(Bild: Rainer Haeckl/BMW)

Die deutschen Autohersteller haben im ersten Quartal 2026 im Vergleich zur internationalen Konkurrenz an Boden in Form von sinkenden Umsätzen verloren. Das geht aus einer Analyse der weltweit 19 größten Automobilhersteller durch die Prüfungs- und Beratungsgesellschaft EY hervor. Die Umsätze von Volkswagen, Mercedes-Benz und BMW sanken demnach von Januar bis März dieses Jahres im Vergleich zum Vorjahresquartal um 4,3 Prozent. Alle betrachteten Hersteller kamen gemeinsam hingegen auf ein Plus von 1,7 Prozent. 

Ein Umsatzplus von 6,7 Prozent verzeichneten insbesondere die beiden anderen europäischen Hersteller Stellantis und Renault. US-Hersteller konnten um fünf Prozent zulegen, japanische Autobauer um 4,3 Prozent. Ein Minus von 1,4 Prozent verbuchten dagegen die chinesischen Autohersteller. 

Hinsichtlich des operativen Gewinns (Ebit) ging die Schere deutlich weiter auseinander, wobei hier Sondereffekte eine Rolle spielten. Insgesamt gingen die Gewinne um 32,4 Prozent auf 17,2 Milliarden Euro zurück. Allerdings habe der japanische Hersteller Honda Abschreibungen auf E-Autos in Milliardenhöhe vorgenommen, relativierte ein EY-Sprecher den starken Rückgang. Der operative Gewinn der deutschen Hersteller ging Laut EY um 23,3 Prozent zurück, die Chinesen verzeichneten gar ein Minus von 43,4 Prozent. Die US-Hersteller Ford, General Motors und Tesla erreichten hingegen ein Plus von 82,9 Prozent.

Insgesamt ist die Profitabilität der Autoindustrie laut den EY-Zahlen weiter rückläufig: Über alle Hersteller hinweg sank die Gesamtmarge von 5,3 auf 3,5 Prozent und damit auf den zweitniedrigsten Stand in den vergangenen zehn Jahren. Nur im Corona-Jahr 2020 war die Profitabilität mit einer Marge von 1,9 Prozent noch geringer gewesen.

Gründe für US-Wachstum 

Ein Grund für das deutliche Gewinnwachstum der US-Hersteller seien neben der Abschirmung des US-Markts gegen Produkte aus dem Ausland unter anderem teilweise gekippte Einfuhrzölle, die zu hohen Rückzahlungen an die Hersteller führten, sagte EY-Autoexperte Constantin Gall einer Mitteilung zufolge. 

„Die gesamte deutsche Autoindustrie befindet sich in einem tiefgreifenden Strukturwandel: wegfallende Auslandsmärkte, teure Überkapazitäten, hohe Software-Investitionen und ein langsamer Hochlauf der Elektromobilität belasten die Ergebnisse“, bilanzierte Gall die Zahlen. Zudem sähen sich die deutschen Autokonzerne enormem Gegenwind ausgesetzt, sowohl in den USA als auch in China. 

Problemfall China

In China hatten die drei deutschen Autobauer der Analyse zufolge im ersten Quartal einen Absatzrückgang von 16 Prozent verzeichnet.  Der Anteil Chinas am Gesamtabsatz der deutschen Autobauer sank damit erneut: von 28,9 Prozent im vergangenen Jahr auf 26,4 Prozent im ersten Quartal 2026. Zum Vergleich: Im Rekordjahr 2020 waren noch 39,4 Prozent des weltweiten Pkw-Absatzes der deutschen Hersteller auf China entfallen.

„China bleibt eines der größten Probleme für die deutschen Konzerne“, sagte Gall. Der Markt sei extrem wettbewerbsintensiv und hochpreisige Premium-Fahrzeuge verkauften sich aufgrund der schwachen Konjunktur schlecht. Im wachsenden Elektrosegment bevorzugten die Chinesen einheimische Marken. „Da gibt es für die westlichen Hersteller aktuell wenig zu gewinnen“, so Gall. Die derzeitige Marktschwäche in China macht selbst den chinesischen Autokonzernen im Ranking zu schaffen. Insbesondere mussten sie Einbußen bei der Profitabilität hinnehmen: Ihre durchschnittliche Marge schrumpfte von 6,9 auf 3,9 Prozent.

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