Neuwagenanalyse 2024 Erst rauscht der Flottenmarkt in den Keller, dann der Privatmarkt

Von Andreas Grimm 1 min Lesedauer

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Dem Neuwagenabsatz fehlte 2024 die Dynamik. Über das Jahr wechselten sich die Schwächen von Privat- und Gewerbekundennachfrage ab. Im Elektro-Absatz manifestierte sich die schwache Entwicklung. Für 2025 sieht die Marktforschung Dataforce große Aufgaben.

Der deutsche Neuwagenmarkt war im Jahr 2024 wenig dynamisch. Gründe dafür gibt es viele.(Bild:  Rehberg / VCG)
Der deutsche Neuwagenmarkt war im Jahr 2024 wenig dynamisch. Gründe dafür gibt es viele.
(Bild: Rehberg / VCG)

Das Neuwagengeschäft in Deutschland hat sich im zurückliegenden Jahr aus zahlreichen Gründen schwach entwickelt. Nachdem in der ersten Jahreshälfte zunächst das Gewerbekundengeschäft rückläufig war, ist im zweiten Halbjahr zunehmend das Privatkundengeschäft in die Knie gegangen. Am Ende bleibt „eine deutliche Verschiebung von den nachfragegetriebenen Kanälen hin zu taktischen Zulassungen“, bilanziert die Marktforschung Dataforce in einer Auswertung der offiziellen Neuzulassungszahlen.

Im Gesamtjahr trug vor allem die deutlich rückläufige Nachfrage der gewerblichen Kunden (-6,7 %) zum Gesamtminus der Neuzulassungen von einem Prozent bei. Allerdings ist dabei zu beachten, dass der Flottenmarkt im Vorjahr stark zugelegt (damals + 12 %) und wesentlich zur Markterholung beigetragen hatte. Die 2023 noch spürbaren Nachholeffekte im Flottenmarkt kamen 2024 nicht mehr zum Tragen, dazu gesellt sich die zunehmende wirtschaftliche Unsicherheit in den Unternehmen. Dieser Kundenkreis nahm 912.000 Neuwagen ab.

Der Privatmarkt wiederum lahmte bereits im Vorjahr, als er mit einem Absatzminus von zwei Prozent abgeschlossen hatte. Im laufenden Jahr war der Privatmarkt dann gut gestartet, nach sechs Monaten waren die Neuzulassungen in diesem Kanal fünf Prozent im Plus. Davon ist ein halbes Jahr später nichts mehr übrig. In der Jahresbilanz verlor dieser Absatzkanal nochmals 2 Prozent auf nun noch 914.000 Einheiten. In der wachsenden negativen Dynamik hat sich der seit langem rückläufige Auftragseingang niedergeschlagen – und die wachsende Skepsis gegenüber Elektrofahrzeugen.

Taktische Zulassungen statt Aufbruch

Wenig verwunderlich ist bei dieser Ausgangslage, dass die taktischen Zulassungen im Jahresverlauf an Bedeutung gewonnen haben. Allerdings ist das hohe prozentuale Wachstum dieser Kanäle – 9,2 Prozent im Fahrzeughandel und 4,4 Prozent bei den Herstellern und Importeuren – von einem relativ niedrigen Ausgangswert im Jahr 2023 beeinflusst, als Halbleitermangel und allgemeine Produktionsengpässe diese Kanäle noch beeinträchtigten.

Unter dem Strich sieht Dataforce eine durch die schwache Wirtschaftslage, allgemeine Verunsicherung sowie hohe Preise stark beeinträchtigte Neuwagennachfrage. „2025 wird es bei diesen Faktoren nur geringe Verbesserungen geben, für eine echte Trendwende braucht es mehr Aufbruchstimmung“, heißt es in einer Analyse. Die größte Herausforderung für 2025 wird es sein, die Elektroverkäufe zu steigern.

Sprunghafter Anstieg der Transporter-Verkäufe

Auf den ersten Blick irritierend ist das deutliche Wachstum im Transportersegment, das leichte Nutzfahrzeuge und Pkw-Utilities umfasst. Die Verkäufe dieser Fahrzeuge legten im Jahresverlauf um 8 Prozent zu – und allein im Dezember um 17 Prozent. Die Ursache für das starke Wachstum liegt dabei nicht in einer anziehenden Konjunktur, sondern in vorgezogenen Käufen. Denn auch die Nutzfahrzeughersteller müssen ab 2025 deutlich strengere Vorgaben erfüllen, weshalb die Hersteller versuchten, im zurückliegenden Jahr die Fahrzeuge vorzeitig auszuliefern.

Interessant ist, dass auch die private Nachfrage nach Pkw-Utilities im Jahresverkauf deutlich gewachsen ist (+10,0 %). Als Familientaxi oder sogar als Wohnmobil sind die Modelle beliebt. Hersteller und Händler stehen nun für 2025 vor der Herausforderung, auch in dieser Fahrzeugklasse die Elektroverkäufe zu steigern. Aktuell werden nur fünf Prozent der Transporter als BEVs ausgeliefert.

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