EU-Fahrzeuge: Augen auf beim Autozukauf

Autor / Redakteur: Udo Schwickal / Udo Schwickal

Viele Autohändler wollen von den Preisunterschieden in Europa profitieren und ihren Fahrzeugbestand mit dem Zukauf von Reimporten attraktiver machen.

Die größte Sicherheit beim Zukauf von EU-Fahrzeugen bieten Großhändler, die einen eigenen Lagerbestand haben. Hier der Standplatz von Weiderauto in Spanien.
Die größte Sicherheit beim Zukauf von EU-Fahrzeugen bieten Großhändler, die einen eigenen Lagerbestand haben. Hier der Standplatz von Weiderauto in Spanien.
(Foto: Weiderauto)

Trotz des gemeinsamen Marktes werden in den einzelnen Ländern der europäischen Union Neufahrzeuge nach wie vor mit deutlichen Preisunterschieden gehandelt. Die Gründe dafür sind vielfältig. Am stärksten beeinflussen unterschiedliche Steuersätze sowie die Kaufkraft der Endverbraucher die Preispolitik der Hersteller. Das zwingt sie dazu, ihre Fahrzeuge in Ländern wie Spanien und Italien oder in Osteuropa günstiger als auf dem Heimatmarkt zu verkaufen. Durch die unterschiedlichen Preise ist hierzulande ein eigener Reimportmarkt entstanden. Er wird zusätzlich mit Fahrzeugen gefüllt, die Händler im Ausland nach Deutschland exportieren, weil sie gezwungen sind, die Abnahmeverpflichtungen gegenüber dem Hersteller zu erfüllen. Die Hersteller wiederum verkaufen ihre Fahrzeuge im Ausland häufig mit einer geringeren Ausstattung, um niedrigere Preise anbieten zu können. Da manche Modelle mit Nachlässen von bis zu 30 Prozent angeboten werden, verwundert es nicht, dass Autohändler aber auch Endverbraucher von den günstigen Autopreisen profitieren wollen.

EU-Fahrzeuge als Alternative

Neben den klassischen Gebrauchtwagen- und freien Händlern wollen sich immer mehr Vertragshändler mit EU-Fahrzeugen ein weiteres Standbein aufbauen und sich so von ihrem Hersteller unabhängiger machen. Sebastian Faber, Gesamtvertriebsleiter des Händlervertriebs bei einer Autohandelsgesellschaft, kennt den lukrativen Markt mit Reimport- und EU-Fahrzeugen. „Viele Vertragshändler kaufen diese Fahrzeuge speziell für ihre Gebrauchtwagenplätze zu. Sie werden dann als Tageszulassungen oder Gebrauchtfahrzeuge ausgezeichnet, um keine Konkurrenz zum Neuwagen zu schaffen“, berichtet Faber. Manche von ihnen würden dafür sogar ein zusätzliches Gewerbe auf einem eigenen Stellplatz anmelden.