Euro-DFT: Diagnose geht Online
Die Diagnose für alle Marken mit nur einem Tool durchzuführen, wäre für Werkstätten ein großer Vorteil. Das auf der Fachtagung für Freie Werkstätten vorgestellte Euro-DFT geht in diese Richtung.

Das Tool Euro-DFT soll für Werkstätten schon bald die Mehrmarkendiagnose einfacher machen. Die Besonderheit: Die Werkstatt benötigt nur noch ein Diagnosegerät, um mit verschiedenen Fahrzeugherstellern kommunizieren zu können. Das war bisher in dieser Form nicht möglich.
ZDK-Geschäftsführer Neofitos Arathymos stellte gemeinsam mit Dirk Marichal von Adis Technology das neue Gerät auf der diesjährigen Fachtagung für Freie Werkstätten und Servicebetriebe Ende Oktober in Würzburg vor. Insgesamt kann es schon mit den Portalen von acht Fahrzeugherstellern (die großen deutschen Volumenmarken) kommunizieren. Weitere Hersteller sollen in Kürze folgen. Jedoch schränkte Arathymos ein, dass es wohl nicht für alle Herstellerportale eine Lösung geben könne.
Die Live-Vorführung des Euro-DFT traf auf großes Interesse bei den 430 Teilnehmern der Fachtagung. Das vom Zentralverband Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK) initiierte Diagnosewerkzeug besteht aus einem Laptop und einem sogenannten VCI (Vehicle Communication Interface) für den Anschluss an die OBD-Schnittstelle. Letzteres braucht der Mechatroniker, um die Kommunikation zwischen Auto, Herstellerportal und Laptop herstellen zu können.
Im Frühjahr 2016 beginnt die Vermarktung
Auch bezüglich der Diagnosesoftware von Geräteherstellern gibt es derzeit noch einige offene Fragen. Kompatibel ist bisher die Software von Bosch und von AVL. Die anderen Gerätehersteller sind noch nicht implementiert.
Arathymos geht davon aus, dass das Gerät, das sich gerade im Pilotbetrieb bei einigen deutschlandweit verteilten Werkstätten befindet, im Frühjahr 2016 dem Markt zur Verfügung stehen werde.
Der Sprecher des ASA-Fachbereichs Diagnose Harald Hahn erklärte übereinstimmend mit Arathymos, dass der Euro-DFT eine wichtige Ergänzung für die Werkstatt sei und die herkömmliche Mehrmarkendiagnose allein nicht ersetzen könne. Werkstätten sollten ihre vorhandenen Mehrmarkengeräte auch künftig einsetzen und den Euro-DFT erst dann hinzunehmen, wenn die herkömmlichen Geräte an ihre Grenzen stoßen. Das sei beispielsweise oft dann der Fall, wenn es um das Flashen oder Reprogrammieren von Steuergeräten gehe.
Nur ein starker Verband kann die Werkstätten gut vertreten
Auf der Fachtagung für Freie Werkstätten und Servicebetriebe gab es zudem viele Informationen zur aktuellen Verbandsarbeit des ZDK. Bundesinnungsmeister Wilhelm Hülsdonk unterstrich, wie wichtig die Verbandsarbeit in Berlin und Brüssel sei. Ohne das Wirken des ZDK hätte es beispielsweise die Euro-5-Gesetzgebung in der heutigen Form nicht gegeben. Diese verpflichtet die Fahrzeughersteller, allen Marktteilnehmern den Zugang zu ihren technischen Informationen zu gewähren.
Hülsdonk appellierte an die Betriebe, den ZDK zu unterstützen, indem sie Mitglied in ihrer Innung blieben. Nur ein starker Verband könne das gesamte Kfz-Gewerbe auf bundesdeutscher und europäischer Bühne adäquat vertreten.
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